Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 51 (26.6.1884)
- Date
- 1884-06-26
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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853 verständlich für gute Bezahlung, eine Leichenrede, welche nicht verfehlte, den religiösen Sinn (?) der Zuhörer zu heben. Daß der Herr Doctor in der ”->'20 und nnsen p Trauungen vornahrn, wird nach dem Vorhcrgesagten nicht überraschen. Wozu also zerbrechen sich die ehrwürdigen Brüder in Berlin ihre Kopse, wie der religiöse Sinn zu heben sei? Wipen es die Herren denn nicht, das; der Jude sich nicht nach Worten, sondern nach Thatcn richtet! Eueren schönen Worten setzt er die schönen Worte unserer Alten entgegen: *p nrux? owp onn« v-Vp. Mögen die ehrwürdigen Herren versichert sein, das; sie durch schöne religiöse Thatcn mehr zur Hebung des religiösen Sinnes beitragen werden, als durch schön gedrexelte Phrasen. gewählt, wird zu den schönsten Erinnerungen unserer Gemeinde zählen. Mit besonderem Vergnügen ergreifen wir denn auch die Gelegenheit, Ew. Ehrwürden hiefnr de» Dank der Gcsammtgemcindc in Begleitung jenes aufrichtig empfundenen Wunsches zum Ausdruck zu bringen, das; Sic der Himmel ferner in seinen Schutz nehme und Sie durch immer größere Vervollkommnung der Stolz Ihrer Muttcrgcmcinde und eine Zierde Israels werden mögen. Empfangen Ew. Ehrw. die Versicherung unserer besonderer Hochachtung und Verehrung u. s. w." Möge cs dem vielverehrtcn und rcichbcgabten jungen Redner noch oft vergönnt sein, zum Ruhme Gottes und zur Ehre unseres Volkes in ungcschwächtcr Thatkraft zu wirken und zu schassen. 1>. Pesth, 20. Juni. Die Ober-Staatsanwaltschaft hat einen Prcßproccß wegen einer Flugschrift angestrengt, die unter dem Titel: „Ein antisemitischer Prcßproccß und die VerthcidigungSrcde dcsDr. Feza Raez", erschienen ist. In der Flugschrift werde dem Kronprinzen eine Aeußerung imputirt, welche das Dclict der Aufwiegelung enthält. Die Untersuchung zur Ermittlung des Verfaffers der Flugschrift wurde cingeleitet. . I t a I t c m Rom. Der hiesigen jüdischen Handwcrkerschule, in der Kinder armer Leute mit großem Erfolge verschiedene Handwerke erlernen und die in Folge dieses eine wahre Wohlthat für die arme Bevölkerung geworden, wurde seitens der Negierung eine Snvention von 2000 Lire, bewilligt. E n g l a u d.. Budapest, 23. Juni. HerrDr. Ehr ent reu, zukünftiger Schwiegersohn des . Herrn Oberrabbincr Hirsch in Prag, war vor wenigen Wochen nach seiner Vaterstadt Altofcn zum Besuche seiner daselbst lebenden Eltern gereist. Der Vorstand der israel. Eultusgcmcinde daselbst benützte die Anwesenheit des Herrn Dr. Ehrentreu, indem er denselben um Abhaltung eines Vortrages in der dortigen Synagoge ersuchte, welchem Wunsche Dr. Ehrcntrcu am darauffolgenden Sabbat bereitwilligst entsprach. Don welch großartiger Wirkung und nachhaltigem Erfolge dieser Vortrag auf das, die ganze große Synagoge bis auf den letzten Platz füllende Publikum guvescn sein muß, davon gibt ciu Schreiben Zeugnis;, welches der Vorsteher der Altofcncr isr. Eultusgcmcinde, Herr „Dr. med. W. Nadwaner, Namens der Gemeindc-Nepräsentanz daraufhin an Herrn Ehrentrcu gerichtet hat. Dasselbe, vom 20. d. M. datirt, lautet: „Der gediegene Herz und Gemüth gleich erhebende Vortrag, womit Sie am 14. d. M. iroyna 's rottr in unserem Tempel das Wort Gottes verkündet haben, hat uns mit doppeltem Wohlgefallen erfüllt; der langentbehrte Scclcngcnnß eines gediegenen Kanzclvortragcs, sowie das stolze Gefühl, daß cs ein Sohn unserer Gemeinde ist, der mit solch eminenten Eigenschaften ausgestattet, diese» erhabenen Beruf Liverpool. Der vor vierzehn Tagen hier zum Besten des jüdischen Armen-Unterstützungs- Vereins (Board of Guardians) abgehaltcne Bazar war von glänzendem Erfolge begleitet. Der Reinertrag nach Abzug aller Kosten beläuft sich auf mehr als 000 Lst. (18,000 Mark), so das; der Verein seine segensreiche Thätigkeit nun weiter auszudehncn in der Lage ist und außer den wöchentlichen Gaben an alte und kranke Hausarme, auch armen, strebsamen jüd. Gewcrbslentcn Geld, natürlich ohne Interessen, ans wöchentliche, geringe Ratenzahlungen vorstrcckeu und auch arme Knaben in die Lehre zur Erlernung eines nützlichen Handwerks geben kann. Erwähnciiswerth ist, das; die jüd. Damen eine außerordentliche Thätigkeit in diesem Bazar entfalteten und viele Ehristcn das Unternehmen reichlich gefördert hatten. — Sehr viele russische Juden wandern hier jetzt durch nach Amerika. Nabb. Dr. Stern. Nuß I an d. Petersburg. Heber Ruhestörungen in der jüdischen Kolonie Rcpctino im Kreise Kriworog, Südrnßland, wird den „Si'owr. Jswestija" gemeldet: Die genannte Kolonie ist hauptsächlich von Juden bewohnt, außerdcin leben daselbst etwa 15 deutsche