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Der Israelit · 1884-05-26 · Heft 42 (26.5.1884) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 42 (26.5.1884)
Date
1884-05-26
Page
– (sequence 24)
Language
German
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— 124 — |16. Die Gesellschaft in London wird sobald als möglich ein Krankenhaus errichten;1) die Colonisfcen haben den Arzt zu bezahlen und die Einrichtung des Krankenhauses zu besorgen. Das Comite in Jerusalem wird sich bemühen, unter den Colonisten einen tüchtigen und erfahrenen Arzt auszusuchen2) und wird dafür sorgen, die Bezahlung der Krankenvisiten für ihn einzutreiben. Nachdem diese Statuten vorgelesen waren, entstand ein Tumult unter den Colonisten und viele schrieen, dass man sie hintergangen habe. Zwei von ihnen jedoch, die der Mission, schon mit Leib und Seele verfallen sind' redeten den übrigen zu, bis die meisten damit einverstanden waren; nur wenige Familien entfernten sich. Der oben erwähnte Verführer kaufte alsbald ein Stück Land im Dorfe A r t u f3), sieben Stunden von Jerusalem entfernt. Und bald darauf zog Pfarrer Kelk mit seinem heiligen Anhänge freudig und wolilgemuth hinaus. Diejenigen der Flüchtlinge, die in den Lehren des Christenthums schon Fortschritte gemacht hatten, wurden auf "Wagen hinausgebracht, die Anderen, mussten den Weg zu Fuss machen. — - Auf der Colonie angekommen (einen Tag nach dem N12LN 2N), fanden sic die ganze Missionsgesellschaft mit ihren Predigern und Gehilfen vor, und alsbald hielt ihnen der Hauptyerführer eine Bede über die hohe Bedeutung der christlichen Religion und das. hohe Glück der Colonisten,. den Worten des „Neuen Bundes“ Gehör zu schenken!!! Dann begab man sich zu Tisch und lud auch die Flüchtlinge ein; diejenigen von Letzteren,, die sich sträubten Theil zu nehmen, schalt man und warf ihnen ihre Hartnäckigkeit vor. Man sagte ihnen, dass die Colonie nicht für Leute mit so dummen Ansichten gegründet sei; wer Colonist sein wolle, müsse seinen alten Glauben verlassen, oder er möge die Colonie verlassen!!! Daraufhin ver Hessen noch am selben Tage Zwei oder Drei die Colonie und kehrten beschämt in die Stadt zurück; so tliafcen noch Einige im Laufe der Woche. Sie werden in Jerusalem von Juden heim Häuserbau beschäftigt. *) Wir wissen ans den in Jerusalem von. der Mission errichteten Krankenhäusern, dass sie nur der Seelenfängerei dienen sollen. — *) Ein reiner Mohn. Unter d«n paar Colonisten einen Arzt aussuchen! Es befindet sich nur ein Mann, unter ihnen, der es versteht, Zähne auszuziehen und Purgationsgeschäfte zu verrichten, ein Mann, der mit dem Ceremonialgesetze schon längst gebrochen hat und manchmal über den Werth der christlichen Religion Vorträge hält: das ist der tüchtige Doctor! — *) Früher auch “335 in» fguter Bergl genannt, jetzt mit Anspielung auf seine gegenwärtigen Besitzer und ihre damit verfolgenden Zwecke, auch „Hac-Tauf4* *. *) *) Anmerkung des Uebersefczers: Ln „Univers Israelite* So. 7 bestätigt Herr Scheid aus HS2C alle diese Angaben. Er bemerkt, dass der Missionär Friedländer, ein getaufter Jude, über enorme Geldmittel verfugt, ferner, dass die Colonisten sofort geheissen wurden, das „Vaterunser“ zu beten und der Predigt beizuwohnen. In Jerusalem hat sich nun auf Anregung des Redacteurs der Herrn J. B. Frumkin, ein Verein “ÜTttJ gebildet, um dem Uebel zu steuern. Herr Scheid fordert mit dringenden Worten auf, diesen Verein zu unterstützen, da. di» grösste Gefahr im Verzüge sei.

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