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Der Israelit · 1884-05-22 · Heft 41 (22.5.1884) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 41 (22.5.1884)
Date
1884-05-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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s XXV. Jahrgang. m. Ein Central-Organ für das orthodsze Jndenthum. Herausgegeben von L-r-. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 22. M a i 3644 (1884). Diese'Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Dogen. Preis deS Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, fiir's Ausland-18 Reichs-Mark. Ma>t abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesiereichische Banknoten laut CourS. — D:recte Francözusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für'S Ausland 18 Reichs-Mark an die Erpedition franco ei,izusrnden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Väter. — Christi. Stimmen über die Verwendung der Orgel beim Gottesdienste. — Zeitungsnachrichten und «Korrespondenzen: Deutschland: Nordhansen. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Ln.al Lemberg. — Rumänien: Bukarest. — Bulgarien: Silistria. — Frankreich: 2nul Paris. — Cngland : 8nal London.— Türkei: Konstantinopel. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Nur standhaft. — Näthsel. — Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Der Skurzer Mord. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. 2mal Nenstettin. — Oest.-Nng. Monarchie: Wien. — Frankreich: Paris. — Cngland: Liverpool. — Asien. — Amerika: Cincinnati. — Feuilleton: Tie armen Clarissinnen zu Mainz. — Leitende Artikel. Die Sprüche der Mter. x. Mainz, den 19. Mai. Wir haben bereits im vorigen Kapitel darauf hingewiesen, daß der Ausspruch des Jose ben Jochanan aus Jerusalem sich eng an den seines Freundes und Genoffen Jose ben Joeser aus Zeredah. anschließt. Während der Letztgenannte uns die Wege angibt, aus welchen die Thorakenntniß erworben wird (.Tun), gibt uns Jose ben Jochanan werthvolle Regeln in Bezug auf unser Verhalten unfern Mitmenschen gegenüber (px i~n). Die schönste Blüthe der allgemeinen Menschenliebe ist Dasjenige, was wir in der deutschen Sprache mit Gastfreiheit, Gastfreundschaft bezeichnen. Als Vorbild und Muster tritt uns der erste Stammvater unseres Volkes, Abraham, vor Augen. (r«"p r.D*o) b"r «-ran ron yiv wa ficw pl2'i n: Abraham gestaltete sein Haus gleichsam zu einem Gasthofe. Jeder, der des Weges zog, wußte, daß er bei Abraham die freundlichste Aufnahme, Speise, Trank und Nachtlager finden werde. Ihm war kein Unterschied zwischen Reich und Arm, zwischen Alt und Jung, zwischen Vornehm und Gering, und Loch waren die Meisten seiner Zeitgenossen Götzendiener! Mit liebevoller Milde, mit herzgclvinnender Freundlichkeit nahm er Jeden auf, ja er lief den Wanderern entgegen, um sie zu bitten, von seiner Gastfreundschaft Gebrauch zu machen. Sein Haus, erzählen die Weisen, hatte vier Thüren, nach jeder Himmelsgegend eine, damit die Wanderer nicht nöthig hatten, um das Haus herumzngehen und erst die Thüre zu suchen. Mochten sie von Norden oder Süden, von Osten oder Westen kommen — sie fanden stets eine zu ihrem Empfange geöffnete Thüre. Diesem großen Beispiele nachzuahmen, empfiehlt uns Jose ben Jochanan aus Jerusalem nnrp nmo -pi'2 vp „Es möge Dein Haus stets weitgcöffnet sein." Und wie haben unsere Voreltern noch in der jüngstverflosstnen Vergangenheit diesen erhabenen Grundsatz so schön und vielfach bewährt! Ich brauche nur des eigenen Elternhauses zu gedenken. Mein Vater war ein wohlhabender Kaufmann in Verden, einer kleinen Stadt im Königreich Hannover. Der Haushalt war ein äußerst einfacher. Als die Schwestern heranwnchsen, besorgten diese abwechselnd die Küche, während die Mutter im Laden beschäftigt war, da des Vaiers Geschäfte ihn häufig nach auswärts

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