Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 40 (19.5.1884)
- Date
- 1884-05-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449444--20150-2509732- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXV. Jahrgang. Mm. er Israelit. Ern ' Central-Organ für das orthodoxe Jndenthum. Herausgegeben von Ni'. Lehmann in Main;. Montag, den 1!). Mai 5644 (1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und Donnerstags, jedeSmal in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgang? für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für'S Ausland 18 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjahng, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Lestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Orstereichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. osterr., für'S Ausland 18 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Väter. — Die projectirte 3tabbti;eto<i|auunliiag iu Berlin. — ZeitungSaachrichteu und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Frankfurt a. M. Coln. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Stßisow. — Feuilleton: Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Stuttgart. Frankfurt a. M. Aus West- Preußen. Nenstettin. — Oest.-Ung. Monarchie: Pesth. 2mal Karczag. — Frankreich: Paris. — Feuilleton: Lehrreiches Geständnis eines hundertjährigen hochberühmten Rabbi. — Arithmogryph.— Leitende Artikel. Die Sprüche der Mter. IX. Mainz, den'15. Mai. Es bleibt uns in Bezug auf die Eingangsworte der vierten Mischnah ein Ausdruck zu 'erklären: „Jose den Joöser aus Zeredah und Jose den Jochanan aus Jerusalem ono iw, emvsingen von ihnen. Dieses ono, non ihnen, ist nicht recht klar. In der vorhergehenden Mischnah ist als der einzige Hauptträger der jüdischen Tradition Antigonos aus Socho genannt worden. In der That existirt eine andere Lesart uoo „von ihm" statt cnc „von ihnen". Nal'bi Schimeon ben Zcmach Dura» sagt, daß dieses die richtigere Lesart, wenn sie verbürgt wäre. Ja, wenn. Sie ist cs aber nicht; sie ist vielmehr eine schon alte Eorrcctur, die Jemand gemacht hat, dem das D.no unverständlich war. Wir müssen uns daher mit der alten Lesart abzufinden suchen. Einige Erklärer machen es sich leicht. Sie sagen ono beziehe sich auf Antigonos und dessen zwar nicht in der Mischnah genannten Genoffen, da es ja nicht anzunehmen, daß die beiden Jose ihre Geschestnnde allein von Antigonos empfangen hätten. Dieser Erklärnng wi^er- ' spricht jedoch die Bedeutung des Wortes top, wie diese I tu dem Satze ’roo n*vn w nun klar zu Tage tritt. Dieses Wort bedeutet hier in unserer Maßcchtha einAnfnehmen der Thorakrmde von den höchsten und maß' gebenden Trägern derselben. — Nach einer andern Erklärung bezieht sich das Wörtchen ono auf Simon den Gerechten und Antigonos aus Socho; die beiden Jose hätten schon in jungen Jahren den Unterricht Simeons genossen und nach seinem Tode bei seinem hervorragendsten Schüler Antigonos ihre Studien vollendet. So einfach diese Erklärung scheint, so ist sie geschichtlich schwer zu rechtfertigen. Simeon, der Gerechte, .war ein Zeitgenosse Alexanders des Großen, wahrend die beide Jose, wie wir oben mitgetheilt. noch die Mackabäerkämhse erlebten, ein Zeitraum von mindestens 170 Jahren; und wenn wir auch die vierzig Jahre, die Simeon als Hoherpriester sungirte, abrechnen, indem wir annehmcn, daß die beiden Jose erst in seinem letzten Lebensjahre seine Schüler wurden, so bleiben noch immer l.'!0 Jahre, so daß diese Männer ein ungewöhnlich hohes Alter erreicht haben müssen. — Eine dritte Erklärnng ist die, daß hier ono osp eine andere Bedeutung habe, indem die beiden Worte, anlehncnd an die von uns oben mitgetheilten Talmudstellen, Sotah 47 und Themmah ir>, besagen sollen, daß ganz Israel von