Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1884)
- Date
- 1884-05-15
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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3 664 d’khd) und drittens, daß nicht nur die sinnige, demuthsvolle Betrachtung der geschaffenen Natur, sondern die Geschichte Israels und seine Offenbarung zur wahren Gotteserkenntniß an- und hinleite und das Gotteswort allein der reine, klare Quell sei, der bei allen Neubildungen und Neugestaltungen in Natur und Geschichte unversieglich sprndle und fließe, an dem wir allzeit uns stärken können. Der einstündige, geistvolle, ticsdurchdachte, von sinnreichen Midraschstcllen und deren Erklärung durchwobene, durch populäre und doch poetisch schone Sprache ausgezeichnete Vortrag des ehrwürdigen Redners machte einen mächtigen bleibenden Eindruck auf die vollzählig erschienene Gemeinde, welche von Anfang bis zu Ende in andächtigster, feierlichster Stimmung den Worten des Redners lauschte. Sonntags darauf hatten wir Gelegenheit, die meisterhafte Geschicklichkeit des Herrn Oberrabbiners als Sud und dessen allen Fachgenossen zu empfehlende gewissenhafte Vorsicht in der Anwendung, von rationellen dahier unbekannt gewesenen Hilfsmitteln zur Verhütungen von Blutungen x. zu bewundern, und bei der nnan n-nyD an den tiefempfundenen Reden und min na-T des Vaters und Großvaters des ~p, sowie der Herren Oberrabbiner Dr. Feilchenselb aus Posen und Rabbiner Dr. Eohn—Wreschen zu ergötzen. Jeder der Festtheilnchmer war sichtlich gehoben von dem Gedanken einer echten, selten schönen msc ber nnopi rmj/D beigewohnt zu haben. Oesterr.- Ungar. Monarchie. Wien, 11. Mai. Im akademischen Senatssaale wurde heute Mittags um 12 Uhr Cand. jur. Jacob Ornstein (Israelit) in solenner Weise zum Doctor der Rechte unter den Auspicien des Kaisers promovirt. Dem feierlichen Acte wohnte in Vertretung des Statthalters Hofrath Kutschern bei. Nach der üblichen Ceremonie hielt Doctorand Ornstein seine Promotionsrede, worauf ihn der Rector manificus, Hofrath v. Lang, zu der Wahl der Rechtswissenschaft beglückwünschte und ihn aufforderte, die Liebe und Begeisterung für die Wissenschaft zu bewahren. Sodann verlas Profeffor Dr. Menger, welcher als Promotor fungirte, die Eidesformel und übergab - dem Promoventen die Insignien der Doctorswürde. Der Regierungsvertreter wendete sich nun an den neu creirten Doctor und hielt eine der Feier angemessene Ansprache, nach welcher er ihm das kaiserliche Geschenk, einen mit den Initialen des Kaisers gezierten Brillantring, überreichte. Zum Schlüsse sprach noch der Decan der juridischen Facultät, Professor Dr. Exner, womit die Promotions- Feier endete. Ein zahlreiches studentisches Auditorium und viele Damm füllten den festlich beleuchteten und decorirten Senatssaal. Wien. Der einstmalige Theaterdirector Anton Ascher, der unlängst in Meran gestorben ist, hat folgende Summen zu Wohlthätigkeitszwecken vermacht: Den Armen Wiens ohne Unterschied des Glaubens 1000 fl., ebenso den Armen des Bezirks Leopoldstadt 400 fl., der isr. Cultusgemeinde Wien 3000 fl., der isr. Gemeinde in seiner Vaterstadt Dresden zum Andenken an seine Mutter 3000 M., der Ehebra Kadischa in Wien 200 fl., der jüdischen Taubstummenanstalt und dem isr. Waisenhause daselbst je 300 fl. Papierrente. Prag. Die verstorbene Kaiserin Marie Anna widmete sich dahier nur der Ausübung von Wohlthaten. Merkwürdig war die Thatsache, daß die jüdischen Hilfsbedürftigen immer am Freitage eine Unterstützung zugeschickt erhieten. Kaiser Ferdinand I. war Mitglied der hiesigen man. Er hatte einen jüdischen Stellvertreter eingesetzt, der sfür ihn, wenn die Reihe an ihn gekommen, dje nöthigen Dienstverrichtungen versah. Budapest. Eine wahrhafte Vn nvu, eine Größe an Tugend, Religiosität und Charakter, wurde niDN's 'n m' im Alter von 83. Jahren zu Grabe getragen. Es ist dies die Wittwe Hendel, Frau des sel. Altofner Rabbinatsverwesers P. F r eud i gerbu"r. Herzergreifend war der von ihrem einzigen Kinde, dem hier allgemein verehrten und hochgeachteten Präses der hiesigen orthodoxen isr. Gemeinde, Herrn Moses Freudiger, an der Bahre gesprochene i£on, den man in ähnlicher Form hier noch nie hörte. Es dürfen nach den Statuten der p"n nur bevorzugte Personen Trauerreden halten. In Altofen, wohin die Verschiedene zu ihrem Gatten und deren Eltern überführt wurde, sprach ihr Enkel I. Freudiger in sehr würdiger und erschütternder Weise. Deutschland. Berlin. 13. Mai. Eine seltsame Beleidigungsklage beschäftigte gestern das hiesige Schöffengericht. Ein ihm von der Firma Gerold, Unter den Linden zugegangenes Offertencircular hatte der Banquier Arnstedt mit dem Vermerk „Zurück an den Antisemiten Gerold" zurückgesendet. Die Post verweigerte die Annahme der Rücksendung in dieser Form und nun packte Herr A. das Circular mit jenem Vermerk in ein Couvert und schickte es Herrn Gerold mit dem Bemerken zu, daß