Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1884)
- Date
- 1884-05-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. Zweite Leilage jtt Ar. 39 des Israelit. ZettrrugSnachrichleu und Eorrefpoudenzen. Deutschland. Burgpreppach. Den verehrlichen Lesern dieses Blattes. ist es durch frühere Mittheilungen wohl hinreichend bekannt, daß die bayerische Regierung den Israeliten gegenüber stets die toleranteste Haltung bewährt und besonders dem isr. Schulwesen fortwährend ihre regste Theilnahme. widmet. Ich befinde mich in der angenehmen Lage, über einen neuen Act der Toleranz zu berichten. Bon Herrn Rabbiner Hirsch '"2, dem unermüdlich thätigen Direktor der hiesigen Talmud-Thora-Schule, wurde in einer Eingabe an das hohe königl. Ministerium für Kirchen- und Schulangelegenheiten um Gewährung von Alterszulage und um Pensionsberechtigung für die Lehrer der isr. Präparandenschule petitionirt. Dieser Bitte konnte nun zwar aus prinzipiellen Rücksichten nicht entsprochen werden, da die betreffenden Schulen Privatanstalten sind. Um jedoch sein Wohlwollen und seine Geneigtheit, diese Institute zu unterstützen, zu bethätigen, gewährte das bayerische Ministerium der hiesigen Talmud-Thora-Schule sowohl als ihrer Schwesteranstalt in Höchberg die jährliche Unterstützungssumme von je 100 Mark für 2 oder 3 der würdigsten Schüler. Ist diese Summe auch klein gegenüber dem, was diese Anstalten an Unterstützung an unbemittelte Zöglinge leisten (die hies.mehr als 2000 M. für dieses Jahr), so ist sie doch ein neuer Beweis für das Wohlwollen, das die hohe bayerische Negierung sämmtlichen isr. Schulen widmet. Uns aber wird es ein neuer Sporn sein, auf der angefangenen Bahn fortzuschreiten und werden uns die verehrlichen Freunde und Förderer unserer Anstalt hoffentlich in unseren Bestrebungen kräftigst unterstützen, besonders da unser allverehrter Herr Rabbiner '"2 leider noch immer verhindert ist, die Sammlungen persönlich vorzunehmen. Berlin. 12. Mai. Dem „Rh. Cour." schreibt man Unter den standesamtl. Bekanntmachungen im Bogengänge des Berliner Rathhauses ist heute u. a. Aufgeboten auch das des Legationsrathcs Freiherrn von Heytiug, Hilfsarbeiters im Auswärtigen Amte des deutschen Reiches, mit der verwittweten Frau Elisabeth zu Putlitzneb.Gräsin^Flcmnnng,zn lesen. Damit ist der „jüdische Referendar" der mit nicht zu qualificirender Frivolität für den im Hochsommer des vorigen Jahres durch eigene Hand erfolgten Tod des unglücklichen Herrn Stephan zu Putlitz verantwortlich gemacht wurde, wohl endgiltig beseitigt. Skttrcz, 11. Mai. Wie ich Ihnen bereits mitgetheilt habe, sind sämmtliche, in Folge des mysteriösen Mordes verhaftete Israeliten in Freiheit gesetzt; dagegen sind drei Nichtjuden, die des Mordes dringend verdächtig sind, in Gewahrsam, gebrächt worden. Der muthmaßliche Hauptthäter wurde durch Gensdarmen nach Danzig abgeführt. — Hoffentlich wird bald Licht und Klarheit in diese traurige Angelegenheit kommen. Samter (Provinz Posen), 6. Jjar. Am rot? n"i wurde uns ein seltener Genuß und eine große Ehre zu Theil. Herr Oberrabbiner Dr. E. Löb aus' Altona, welcher sich besuchsweise in unserer Stadt anfhielt, um an seinem ersten Enkel, dem erstgeborenen Sohn seiner Tochter, der Gattin unseres allverehrten Rabbiners, Herrn Dr. I. H. Lob, den Bund Abrahams za vollziehen, gab, obwohl erst Freitag Nachmittag angekommen and von der mit Zuhilfenahme der Nacht zurückgelegten Reise sichtlich ermüdet, dem Wunsche und der Bitte des Gemcindevorstandes nach und erfreute Uns am Sabbat in der festlich geschmückten Synagoge mit einer herrlichen Predigt. Ausgehend von dem Anfangsworte der Haftarah: -p Tim ',2, ö»3n ni tw /ui \nd? o'ovn und hinweisend auf die verschiedenen Aussprüche unserer Weisen bei der Heiligung des Neumondes: (anno CD'Bnn -81V' ttnpo ctpin anpa ,tD’t£nn) schilderte und verherrlichte der als Meister der Kanzelberedsamkeit weit bekannte Herr Oberrabbiner in fesselnder, überzeugender Weise erstens das sichtbare Walten und schöpferische Wirken Gottes in der Natur - und ihren Neugebildcn und Neugestaltungen (G'ttnn -anno), zweitens wie der Mensch, der Staubgeborene, in Demnth vor seinem Schöpfer sich beugen und in heiliger, ehrfurchtsvoller Scheu, nicht aber in Vermessenheit und stolzer Ucberhebnng seines Geistes und seiner bcgranztcu, beschränkten Vernunft an die Betrachtung der von Gott geschaffenen und von ihm geleiteten Natur und ihre weisen Gesetze herantreten müsse (»ipe-.in .-02, '2p ist d'3'8 ni -rr.