Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 37 (8.5.1884)
- Date
- 1884-05-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. M 37 M 37. Ein Cmtral-OMN für das orHsdsxe Judenthmn. Herausgegeben von ©r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 8. Mai 3644 (1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, fur's Ausland 18 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungey an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oestereichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang sür Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder S fl. österr., für'S Ausland 16 Reichs-Mark ün die Expedition . - "" franco einzusenden. (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Väter. — Die Geschichte der Einführung der Orgel in die Easseler Synagoge. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Rumänien: AuS Jassy/— Frankreich : 2omI Paris. —England: 3mal London. Oxford. — Irland: Limerik. — Rußland: Petersburg. Kiew. — Amerika: New-Pork.— Asien.— Feuilleton: Nur standhaft. — Rachsel. — Fshalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oesterr.«Ungar. Monarchie: Prag. — Feuilleton: Wie ich PHUosemit wurde.^— . Leitend, Nrltkel. Me Sprüche der Mler. VI. Mainz, den 5. Mai. Ein allumfassender Grundsatz ist es, den Simon, der Gerechte, im Munde zu führen pflegte; derselbe lautet: rrorvi vj; onm t>y :onon nb'öy rnoyn „Auf drei Dingen besteht die Welt, auf Her Gotteslehre, auf dem Gottesdienste und auf Hebung von Liebeswerken." Wohl niemals hat ein Mensch einen größeren, gewichtigeren Grundsatz ausgesprochen. Die Ursache, der Endzweck, der Bestand der Welt ist in diesen drei großen Begriffen enthalten. Nehmen wir das Wort „Welt" im gewöhnlichen Sinne als die Gesammthcit der Menschheit, wie ja auch in der deutschen Sprache sehr häufig „die ganze Welt," soviel wie „alle Leute" bedeutet, so liegt die Sache einfach.! Aber auch dann, wenn wir das Wort Welt in der \ Bedeutung Universum, das ist, die ganze Schöpfung, : nehmen, können wir den Ausspruch des Weisen er-! klären. Dann schließt er sich der Meinung Derjenigen an, die da lehren, daß Gott nur um des Menschen willen die Welt erschaffen habe. Es gibt drei große Welten: 1) die Welt der reingeistigen Wesen, der Engel '»»n oby, 2) die Welt der großen Himmelskörper op,y, 3) diese Niederwclt, auf welcher der Mensch die Herrschaft führt, pnnnn ohiy. Der reingeistigen Welt entspricht die Thora, der Welt der großen Himmelskörper, die in immerdauernder Jugend, Schöne und Kraft ihrem Schöpfer dienen, entspricht die Abodah, und diese Niederwclt, die menschliche Gesellschaft, wird erhalten durch Gemiluth Ehosadim. Es gibt drei große Klaffen von Pflichten, welche der Mensch zu üben hat: Pflichten gegen sich selbst, Pflichten gegen Gott und Pflichten gegen die Nebenmenschen. Die erste Pflicht, welche der Mensch gegen sich selbst zu üben hat, ist die Vervollkommnung seines Geistes. Klein und unbedeutend ist bei der Geburt des Menschen dessen Verstand. Durch sorgfältige Pflege und Uebung kann er es dahin bringen, das Höchste! zu erfassen und in sich aufzunehmen. „Hoch sind die ' Himmel," — so äußert sich ein alter, jüdischer : Dichter*) — „und tief ist die Erde, aber unerforsch- *) Rabbi Jedaja Hapenini, Beckinoth Olam E. 1. ~