Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 34 (28.4.1884)
- Date
- 1884-04-28
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449438--20045-2509621- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 106 — sind dieselben im Augenblicke — der Zeit der Aussaat nacb dem’jFrühregen — bereits in ihrem neuen Wohnsitze installirt und in voller Thätigkeifc. Das Dorf E k ro n ist die frühere Pkiüsterstadfc gleichen Namens ■ (p“lp2), liegt eine kleine Strecke südlich von Rami eh,'der Haupfcstation der Joppe-Jerusalemer Landstrasse, und von „Lud* ans 2 Stunden nach Süden; sie war also in der alten Zeit die östlichste der 5 Bundesstädte der Philistäer-Republik (der E3TIE&3 ""O HC-WI). Während sie jetzt von Joppe aus mit gewöhnlichen Bauern wagen in 5 Stunden erreichbar ist, also von “‘^’Tw'iTpö,, aus in 4 Stunden und von der russisch-jüdischen Colonie „JVS*? pBän“ aus in noch weniger Zeit — hatte sie in der alten Zejfc nach Osten hin eine gute Landstrasse nach 1222?D^2, dessen Ruinen (Ain Scherns) heute dem Dorfgebiete A r t u t f angehören, und welche Landstrasse dann weiter in die Gebirge Judars nach Q'H;T n,'"p, dem heutigen Abu Go s ch, führte. Auf dieser Landstrasse konnte (Samuel I. Kap.6 u. s. £) die von den Philistern erbeutet gewesene heil. Lade in einem Tage aus p*13;J nach wöw H2 gebracht und die Begleitung noch gleichen Tags zurückkehren. Nach Behauptung des Herrn Consul Spanioli in Jerusalem, derzeitigen Besitzers von Art uff, soll diese Strasse noch existiren.*) Auf p'lp” zuriickkommend, bietet dessen Bodenbesckaifenheit und Lage die genügende Wasserversorgung, vor Allem aber die in jeder Beziehung liberale Ausstattung der Angesiedelten durch ihren Pariser Wohlthäter mit Häusern, Viehstand, allen nöthigen Ackerbaugeräthen und allen '3^, alle Bedingungen, die ein Gelingen erhoffen lassen. — Die. Freunde Zions in Paris, obenan Herr Erlanger, Herr Rabbiner ZadokOahn, wie Herr Veneziani, sind von den besten Hoffnungen für den Erfolg dieser Ansiedelung erfüllt. Gleiches hofft Herr Hirsch, Director der Ackerbauschule, und'.gleiche Hoffnungen hegen unsere Freunde in Jerusalem, vor Allem Herr Michel Pines, der verdiente Freund Montefior6*3. Und Allen unter uns, denen das Prophetenwort im üHpH 1218 b$ Ipbrt nTTTTTK 71 VNN W"2 ,2 "'"D') Q^LI^'2 112 »Und der Ewige wird Juda als seinen Antheil besitzen auf dem heiligen Boden und hat wiederum Wohlgefallen an Jeruschalajim“, denen Seehaijaffs begeisterte Worte von der Rückkehr aus dem Exil noch kein leerer Schall geworden, — werden sich vorstehender Nachricht freuen, werden die vorstehenden Hoffnungen theilen. — . Den elf jüdischen Familienvätern aber, die ich in „^Iw?*1 nip2tt ür voller Thätigkeit als tüchtige Bauern kennen gelernt, ihnen, denen diese Zeilen gewiss durch die Uebersetzurig der russisch-jüdischen Zeitungen zu Gesichte kommen, ihnen rufe ich von ganzem Herzen aus der Ferne „Viel Glück!“ und „Seid standhaft!“ zu. Mögen sie in unermüdlicher Ausdauer in ihrem Berufe und in ihrer Bodenarbeit ihre neue Wohnstätte auf gleichen und höheren Grad der Blütha bringen, wie sie schon jetzt nach wenigen Jahren die Ansiedelungen der deutschen Schwaben im Thale Rep ha Im, in der Sarona und in Caifa geniesen. — Mögen sie keinen Augenblick vergessen, dass ihnen, auch der Ansiedelung kein neuer prunkvoller Name gegeben, sondern das alte »P'"'p3u bescheiden beibehalten wurde, — dass aber darum doch die Augen aller Jehudim auf ihnen ruhen. — Unter den denkbar günstigsten Bedingungen ist ihre Ansiedelung gegründet: gelingt sie, so werden die Augen und die — Börsen unserer Grossen für viele, viele Andere unserer arbeitstüchtigen Brüder sich sicher öffnen, und auch sie in den Stand setzen, auf hl. Boden, Jeder unter seinem Weinstocke und unter seinem Feigenbäume, und unter der milden Regierung Sr. kaiserlichen Majestät des Sultans, der Aufgabe Israels, der Erfüllung aller DILL 2,vTTl *) Doch konnte ich keine Spur derselben entdecken, als ich mit zwei Freunden Art uff besichtigte: ebensowenig wusste der jüdische Wirth von B ab-el-Wad an der Jerusalemer Landstrasse davon. — Wir eilten in l*|t Stunden nach Artuff nnd in gleicher Zeit nach Cadron, aut gleicher Landstrasse, unweit dem aus Josua Cap. 10 berühmten Thale pb*2 zurück. — Antuff, das voriges Jahr von Spanioli mittelst eines Angeldes einem Spekulanten überlassen war; der auf den veränderten Namen, „Har Tob“, Käufer anlocken wollte, ist nun nach Verfall des Angeldes, wie das Jerusalemer Journal berichtet, von den englischen Missionären den russisch-jüdischen Flüchtlingen zur Ansiedelung angeboten, jedoch unter so ominösen Bedingungen, dass die meisten derselben auf das Danaergeschenk gerne verzichteten. VgL damit die grosshorzige Liberalität unseres Pariser Glaubensgenossen in p’Hp]?*