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Der Israelit · 1884-04-28 · Heft 34 (28.4.1884) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 34 (28.4.1884)
Date
1884-04-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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theile befangen und bedürfen nur des Scheines, um j den in neuester Zeit leider wieder auftauchenden, wahn- - ' witzigen Märchen des finstern Mittelalters den Geist j des Lebens einzuhauchen. S. Seng er. > Neustettin, 20. April. Unsere Stadtverordneten hatten sich gestern, wie der „Nat.-Ztg." geschrieben wird, über den ihnen vom Magistrat zugegangenen Antrag: „$te zur Regulirung der bei den letzten Judenkrawallen entstandenen Beschädigungen jüdischen Eigenthums die Summe von 750 M. aus städtischen Mitteln zu bewilligen", schlüssig zu machen. Zuerst siel der Antrag mit 5 gegen 17 Stimmen, indem die Majorität geltend machte, daß diejenigen Personen, welche wegen der Unruhen bezw. ihrer Betheiligung an denselben sicherlich bestraft werden würden, für den entstandenen Schaden auszukommen hätten. Entgegen sonstigem Gebrauch wurde dieser Beschluß auf Veranlassung des Stadtverordneten Oberlehrer Dr. Reclam, der auf die immensen Kosten, welche die unausbleiblichen Prozesse der Stadt verursachen wurden, hinwies, mit 12 gegen 10 Stimmen verworfen und der Antrag des Magistrats angenommen. ' Sch w e i z. Basel, im April. Die Commission der israelitischen Gemeinde hier hat in einer ihrer jüngsten Sitzungen beschlossen, eine Anstalt ins Leben zu rufen, deren Zweck darin bestehen soll, hier wohnhaften Israeliten, insbesondere Gemeindemitgliedern, welche zur Gründung oder Weiterführung eines ehrbaren Handwerkes oder anderweitigen Berufes einer Unterstützung bedürfen, kleinere Darlehen zinsenfrei zu gewähren. Ueber die Verwaltung und Verwendung der eingehenden Mittel wird die Commission alljährlich den Freunden dieser Anstalt einen eingehenden Bericht unter Bezeichnung der Geber sowie der Gaben zukommen lassen. In dem von der Commipion an die hiesigen Gemeindemitglieder versandten Circulär heißt es: „Wir halten es nicht für nöthig, speciell noch auf die Nothwendigkeit eines Institutes dieser Art hinzuweisen, es wird das Bedürfniß nach einem solchen immer dringender empfunden, je mehr arbeitsame, unternehmende und berufstüchtige Glaubensgenossen sich hier ansammeln; dagegen möchten wir besonders hervorheben, daß unser Zweck hiebei nicht die Unterstützung gänzlich Verarmter, zur Bestreitung der gewöhnlichen häuslichen Bedürfnisse sein wird, da biefür auf anderm Wege so gut als möglich gesorgt ist; Aufgabe des zu errichtenden Instituts soll es vielmehr sein, allfalliger, unverschuldeter Verarmung rechtschaffener Glaubensgenossen jeden Berufes rechtzeitig entgegen zu treten, um so das Uebel j an der Quelle zu beseitigen" > Die Commission der israelitischen Leihkasse bej steht aus den Herren Adolph Marx, Präsident Hermann Guggenheim, Caffier und Secretär und Jsaac Judis, Beisitzender. Basel, 21. April. Herr Elias Picard ans dem Elsäß gebürtig, hier seit einer langen Reihe von Jahren wohnhaft, verschied im 74. Lebensjahre, nachdem er lange einen krankhaften Zustand mit größter Ergebung ertragen. — Der Verstorbene war einer unsrer strengreligiöseften, überzeugungstreuen Glaubensgenossen, von Jedermann wohlgelitten und sehr geachtet. Derselbe i, vor seiner Uebersiedlung längere Zeit Vorsteher der früher sehr zahlreichen Israel. Gemeinde in Hegenheim und hat sich um deren Verwaltung sehr verdient gemacht. So viel in feinen Kräften stand , hat er keine Gelegenheit vorüber gehen lassen non nrm im wahren Sinne des Wortes auszuüven und zwar mehr im Stillen als mit Ostentation. Solche charakterfeste, orthodox-religiöse Männer werden täglich auch bei uns leider seltener, und wir sind überzeugt, daß die Erinnerung an dieses fromme Gemeindemitglied noch lange unter uns fortleben wird, n"3"u"2"p. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Krakau, 16. April. Ein im Dorfe Osieka im Jasloer Bezirke wohnhafter Israelit, Chajem Meer, schickte seinen Sohn Jankel nach Zmygrod Wielki, um daselbst anläßlich des herannahenden jüdischen Osterfestes verschiedene Einkäufe zu besorgen. Jankel Meer hat auch in der letztgenannten Ortschaft mannichfache Lebensmittel gekauft und trat hierauf mit Anbruch der Abenddämmerung seine Heimkehr an. Als er auf dem Wege nach Haufe in die Nähe eines Gebüsches kam. sprangen aus demselben zwei junge Strolche, der 16jährige Jan Brozy und der 14 Jahre alte Jakob Brozy, hervor und stürzten sich auf den im Felde allein sich befindenden Jankel Meer. Nachdem sie ihn der eingekauften Victualien, die kaum drei Gulden werth waren, beraubt hatten, ermordeten sie den Knaben und warfen dessen Leiche in einen Bach, wo sie am folgenden Tage gefunden wurde. Ein merkwürdiger Zufall führte zur Grtdeckung der jugendlichen Mörder. Als sie nämlich nach dem verübten Raubmorde in das gedachte Dorf kamen, verkauften sie einige von den geraubten Pasfakuchen, welche unter dem polnischen Namen „Szmygnd“ von den hierländischen Bauern als besondere

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