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Der Israelit · 1884-06-23 · Heft 50 (23.6.1884) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 50 (23.6.1884)
Date
1884-06-23
Page
– (sequence 19)
Language
German
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.hV.T»t>vWfia;rtr<-;(a;'rA.i nimmt man Abschied vom Sabbai^ «Sabbat-Ausgang". — Nun erscheint uns die Familie in freudiger Aufregung. Maskirte Musikanten spielen lustige Stückchen: es ist das heitere „Purimfest", das gefeiert wird. — DerJahrestäg der Befreiung unseres Volkes vom Sklavenjoche ist erschienen, und an den ersten Fcstesabenden ist die Familie vereint, um vom Hausvater die Erzählung der Befreiung zu vernehmen und beim gefüllten Becher Gott für alle uns erwiesene Wohlthaten zu danken: „Der Seder-Abend". — In die festlich geschmückte Synagoge — Blumen, Guirlanden, Zicrgewächse überall — führt uns das nächste Bild: „Das Wochenfest". — Einen ernsten Eindruck — in den Sterbekleidern stehen in tiefer Andacht die Frommen — macht „der Vorabend des Sühnetages". In die reich mit Blumen bekränzte „Laubhütte" versetzt uns das nächste Bild, während uns das darauffolgende den gemüthlichen Winterabend des „Chanukah-Festes" vorführt. — „Der Dorfgeher" ist eine charakteristische Darstellung aus dem Milchen Leben. Schwer mit Waaren beladen zieht der arme Hausirer in Begleitung seines Söhnchens von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus; aber auch bei diesen Armen verleugnet sich nicht die jüdische Mildthätigkeit; der Sohn des Hausirers wirft dem bettelnden Handwerksburschcn eine Gabe in den Hut. — Mitten in den großen deutsch-französischen Krieg führt uns das folgende Bild. Selbst in der Nähe der Schlacht¬ Zcitungsttachrichten i D e u t s ch l a n d. Posen, im Jnni. Eine einfache, geräuschlose, aber dennoch ergreifende Feier wurde hier in dieser Woche begangen. Am Dienstag, dem letzten Tag der Erirtr, um den verewigten r>j?2D"u»^ hipd '-i hatte der Rabbiner Herr Dr. Feilchenfcld eine Gcdächtnißfcier um den allgemein verehrten Entschlafenen angekündigt, die auf dem Friedhofe stattsindcn sollte. Eine ziemlich zahlreiche Versammlung wohnte derselben bei. Es wurde kein formeller abgchalten, den sich ja auch der Entschlafene verbeten hatte, sondern der Herr Rabbiner erklärte, er werde den Versammelten mehrere Erklärungen von Bibelstellcn mittheilen^ die von dem Verstorbenen herrührten und unter dcpen schriftlichen Aufzeichnungen gefunden wurden. Eine Stelle war cs besonders, die der Redner hervorhob und seiner darauf folgenden Ansprache zu Grunde legte. Der Raschi-Eommentar zu den Anfangsworten des Buches Jona: no n:y? iwd halten dem Entschlafenen Gelegenheit geboten, eine geistreiche Erfelder hat ein jüdischer Soldat den Tag nicht vergessen, an welchem ihm vor Jahren der Vater oder die Mutter starb: neun jüdische Kameraden, darunter ein Verwundeter, der an Krücken geht, haben sich zu ihm gesellt, damit er Kaddisch sagen und vorbeten kann «am Jahrzeitstage". Mit dem Frieden nach dem Kriege schließt die Sammlung. Als König Wilhelm III. sein Volk zur Befreiung von der Fremdherrschaft aufrief, schlossen sich viele jüdische Jünglinge dem vaterländischen Heere an: „Die Rückkehr des Freiwilligen". Diese Meisterwerke Oppenheims haben ihm die Herzen aller Söhne und Töchter unseres Volkes gewonnen. Wir glauben uns den Dank unserer geehrten Leser und Leserinnen zu erwerben, indem wir das Portrait des vor zwei Jahren zu seinen Vätern versammelten Künstlers darbictcn. Dasselbe ist gemalt von dem berühmten Maler M aper Hofer und angefcrtigt in dem renommirtcn zinkographischen Atelier von Anger er und Göschl in Wien. Alle, die das Glück gehabt haben, den verewigten Künstler persönlich zu kennen, werden bezeugen, daß das Portrait von sprechender Aehnlichkeit ist. — Vielleicht ist cs unfern geehrten Lesern und Leserinnen von Interesse, zu erfahren, daßProfcporOppenheim und feine ihm um wenige Jahre im Tode vorangegangene Gattin bis an ihr Lebensende zu den eifrigsten Lesern des „Israelit" gehörten. lid Correspoiiderrzen. klärung mehrerer auffallender, bezüglicher Midrasch- . stellen zu geben, die in dem Gedanken gipfelte, daß die Beschäftigung mit mm und mso das Höchste sei. ncn?ED p-o ms , ruft Gott dem Josna zu, das ist mm vw nnen^D und nemo gegen den ns* jnn. Diese Mahnung, deren Befolgung der Verstorbene ja durch eigenes Beispiel sein ganzes'Leben hindurch bcthätigt hatte, hob der Redner, der mit thränenerstickter Stimme sprach, eindringlich hervor; auch auf den Verewigten passe das.Wort nay rueo ne, da auch er war ein 'n mp im wahren Sinne und man könne ihm hauptsächlich dadurch die schuldige Verehrung zollen, daß die Zurückbleibenden in seinem Sinne leben, sich mit .-»sei mm beschäftigen, und dem Frieden nachstreben, wie er bis zu seinem letzten Athemzuge es gethan. Nach dieser Ansprache, die d*ns5\-, onm enthielt und deshalb nachhaltigen Eindruck machte, wurde ein nrnm *oo rccitirt und die Feier geschloffen. Noch immer laufen aus weiter Ferne, selbst aus dem heiligen Lande, für das der Verewigte ebenfalls gewirkt hat, Condolenffchreiben an den

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