Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 27 (3.4.1884)
- Date
- 1884-04-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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481 nur Frauen ans strcngrcligiösen Familien hcirathcn, seine Neffen und (Siitcl ermahnte er in frühester Jugend. brave Jchndim zu bleiben, damit die Familie Meyer und die kommende Generation den alten Glanz in religiöser Beziehung behalt und auch weiter vererbt. — Und dies ist ihm im vollsten Maße gelungen; mögen die Familienmitglieder wohnen, wo sic wollen, sie alle sind streng treu dem Judenthum geblieben. Einen Tag nach seinem Tode fand die Beerdigung unter Bctheiligüng der gcsannnten Gemeinde und vieler christlichen Mitbürger statt, sog -r von auswärts, Berlin, Hannover, , Blankenburg, Egeln, Nürnberg waren seine Neffen, soweit cs ihnen möglich war. berbcigeeilt, um unter dem Ausdruck von größter Thciluahme ihm die letzte Ehre zu erweisen Im Traucrhause sprach Herr Rabbiner Nobel, der sein. Wirken als Ehebra-Mann (er gehörte zir allen jüdischen Wohlthätigkeitsvcreinen H a l b e r st a d t s) schilderte, den Verblichenen schmerzlich beklagte, was den nahe und fernstehenden Verwandten und Umstehenden die heißesten Thronen entlockte. Unter anderen sehr schönen Worten sagte er, er glaube, daß man unter solchen Menschen, wie der Verewigte gewesen sei, ein Odom Koscher verstände zc. Auch Herr Vorsteher Benjamin Hirsch, sowie unser hochverehrter Herr Rabbiner Dr. A u e r b a ch ehrten den Verstorbenen durch ergreifende und Liesempfnndcnc Worte. n"2"s"rp. Mutterstadt. Unsere jüdische Gemeinde wurde durch das Hinscheiden eines wahren -.pns k?’V, von einem schmerzlichen Verluste betroffen. Am n'3 wurde nämlich nach langem Leiden der seit einem v halben Jahre pcnsionirte Lehrer Jakob Ehrlich zu Grabe getragen. An dem Leichenbegängnisse bcihciligtcn sich nicht blos viele Glaubensgenossen von hier und ans der Umgegend, sondern auch viele Ehristen, namentlich viele Eollcgen aus den Kantonen Speyer und Ludwigshafen — ein Zeichen,, daß sich der Verblichene des besten Zinses erfreute. Herr Lehrer Singer von Frankcnthal hob in einer sehr treffenden Rede die Verdienste des Verstorbenen hervor. Herr Ehrlich wirkte J8 Fahre in hiesiger Gemeinde, in der er seinen Pflichten als Volkscrzichcr und Kantor auf's Gctrculichstc nachkam. M. Oesterr.-Ungar. Monarchie. *) Wien, 28. März. Der im vorigen Jahrgang von uns veröffentlichte Bericht des Herrn T h. Berge r über seinen Besuch der russ.-jüdischen Ackerbaukolonieu" *) Wiederholt, weil aus Versehen nicht coatgut worden. in den Vereinigten Staaten war an den Verein „Israel. Allianz" in Wien gerichtet, was wir ans Wünsch des Verfassers hiermit bestätigen Aus Siebenbürgen, Ende März. Gar selten bringen die Spalten dieses gesch. Blattes! Berichte ans Siebenbürgen. Es war auch bisher wenig Interessantes mitzutheilcn. Wir haben G. s. D. so ziemlich Ruhe vor antisemitischen Agitationen; aber desto mehr macht uns die in unserem Kronlande jetzt ihr Haupt erhebendejüd. Neologic zn schaffen. Eine willkommene Handhabe bietet ihr dazu der jüngste Ministerial-Erlaß in Angelegenheit der Rabbiner und Jcschiboth, welcher nirgends so schnell die bösen Früchte gezeitigt hat, als eben dort, wo dem Rischnß der Verwaltungsorgane durch das weit größere Rischus; unserer Fortschrittler Nahrung zngcführt wird. ins' -jöo Vinn?- tdvio. — Ein solches Beispiel liefert die jüngstens erfolgte Auflösung der bcdentendftcu Jeschibah Siebenbürgens, nämlich in K lause nbnrg. Unter Leitung des zwar noch jugendlichen, aber nichtsdestoweniger durch seinen unermüdlichen Fleiß, sein sich anszcichnenden Oberrabbiners M. S. Glasner, Urenkel des -'.SD vpr, und Reffe des 'W dd^bch ■■ |ixanb"pu» ns-D;nn, blühte daselbst seit fünf Jahren eine 50—60 Jünger zählende Jeschibah. Den rastlosen Wühlereien dortiger Neologen ist cs aber leider gelungen, den kgl. ungar. Schulinspektor zu veranlassen, daß er vor etwa drei Wochen die Auflösung der Klauseuburger Jeschibah auordnete, und diesen Beschluß trotz des vou der Jeschibah-Leitung dagegen erhobenen Protestes mit behördlicher Assistenz auch aussührte. So mußten denn unter A n d r o h u n g der Abschiebung die fleißigen, frommen Schüler von ihrem geliebten Lehrer und Meister Abschied nehmen, und sich nach allen Richtungen hin zerstreuen?) Oh, das; sich Gott r/'j der .onpvi v'n 'ii annehmen und die Ehre seiner Thora zur Geltung bringen möge! p'V'y'n .unb. Tür k e i. Adrianvpel Der hiesige Oberrabbiner hat vom Sultan in Anerlcnnnng seiner um OstRumelien erworbenen Verdienste den Medjidie-Ordeu erhalten. Pal ä st i na. Safed. Vor Kurzem ist Rabbi Samuel Heller, welcher 60 Jahre Oberrabbiner dahier war, gestorben. Zu seinem Nachfolger wurde Rabbi Samson Goldcnbcrg ernannt. *) Ei» gleiches Schicksal hatte die jeschibah;» Tet-S.