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Der Israelit · 1884-04-03 · Heft 27 (3.4.1884) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 27 (3.4.1884)
Date
1884-04-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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»N 2 X XXV.»«. r Israelis Ein Central-Organ für das orthadoxe Judenthum. Herausgegeben von W»'. Lehmann in Mainz. Dann er st ag, Den 3. Apr t! 5644 (1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, MvNtagS und DonnerstagS, jedeSmal in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man adonnirt ganzjährig^ halbjährig oder vierteljährig. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oestereichische Baukuoten laut CourS. — Directe Francozufendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. pie nächste Wummer (eine Aoppeknumurer) erscheint Dienstag de» 8. April. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Erlösung aus dem Sklaveujoche.— Warum wird der Amora Schmuel Arjoch genannt? — Zeitungsnachrichten und Corrtfpondenzen: Deutschland: Aus Mitteldeutschland. Thüngen bei Würzburg. Altona. — Asien. — Feuilleton: Rur standhaft. —Räthsel. — ’ ' . Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel : Beiträge zur Methodik des hebr. Unterrichts. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Halberstadt. Mutterstadt. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. Aus Siebenbürgen — Türkei: Adnanopel. — Palästina : Safed. — - . - Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Oest.-Ungar. Monarchie: Pesth. — Bosnien: Serajeu». — Frankreich: Paris. — England: 4ma! London. — Asten: Smyrna- Leitende Artikel. j Die Gikösnug aus dem Sklaveujoche.! i. - i Mainz, 31. März. Eines der hervorragendsten Culturlander des Alterthums war Aegypten. Noch zeugen die ge», waltigen Steinmassen der Pyramiden von der gewaltigen Macht der Herrscher, die diese Colosse haben aufrichteu lassen. In einem der fruchtbarsten Landstriche der Erde hatte sich ein Volksstannn niedergelassen, welcher sich mit dem Ackerbau, mit den Knusten und den Wissenschaften schon zu einer Zeit beschäftigte, da die meisten andern Völker als Höhlenbewohner auf den Bergen und in den Wäldern hausten und mit den wilden Thieren um ihr elendes Dasein kämpften. Schon gab es tu jener frühen Epoche in Aegypten große und schöne Städte, in denen sich prachtvolle Paläste und großartige Tempelbauten vorsanden. Zahlreiche, in den Waffen wohlgeübte Krieger folgten dem Heeresrufe des ägyptischen Königs und unterwarfen unter seiner Anführung die benachbarten Völker Asiens und Afrikas. Eine gut organisirte Priesterschast pflegte, außer ihrem speciellen Berufe, die Künste und Wissenschaften. In den Priesterschnlcn wurde. Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Medickn und sonst noch vieles Wiffenswerthe gelehrt; nach bestimmten Gesetzen wurde» Steine zu Bilder» von Menschen und .Thieren gestaltet, auch die Musik und die Poesie fanden hier ihre Pflegstätteu. — Wie groß und erhaben mußte eill Aegypter sich dünken, wenn er sein Volk, fein Land, seine Cultur mit denen anderer Nationen verglich! Wie groß und erhaben mußte er sich erst dünken dem armen Volks stamm gegenüber, der als Gast ins Land gekommen, im Laufe der Zeiten geknechtet und zum Heloten erniedrigt worden war! — Es ist die alte Geschichte, die, wie sie sich in Aegypten abgespielt, sich seitdemunzähligemale wie. dcrholt hat. Man beginnt damit, die Juden zu fürchten. Sie werden zu zahlreich, sie sind zu intelligent, zu rührig, sie werden zu kräftig. Man sucht sie zu unterdrücken und dadurch zu 'vernichten. Das gelingt aber nicht, und man haßt und verabscheut sie. Die Mehrzahl kann es der Minderzahl nicht verzeihen, daß sie in ihr nicht ankgeht und spurlos verschwindet. Das Elend unserer Väter in Aegypten ward immer größer, schrecklicher, entsetzlicher. Alker Menschenrechte beraubt, zu den niedrigsten Sklavenarbeiten gezwungen, wurden sie zürn Gegenstände des Abscheues und der Verachtung.

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