Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 25 (27.3.1884)
- Date
- 1884-03-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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I 441 Zeitungsnachrichten rm-MÄrrefpoudenzeul | Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Dem Jahres-Ausweis über Einnahmen und Ausgaben des Vereines zur Unterstützung armer kranker Israeliten in Wien vom Jahre 1883 entnehmen wir: Dank dem bewährten Wohlthätigkeitssinne unserer Glaubensgenossen und der regen Theilnahme, deren sich der Verein seit seiner Gründung erfreut, ist der Vorstand in der angenehmen Lage, constatiren zu können, daß die Einnahmen des eben abgelaufenen Verwaltungsjahres denjenigen' des vorangegangenen gegenübergestellt, ein wesentliches Plus zeigen, so zwar, daß sie dieselben um mehr als fl. 300 überholten. Das Cassarevierement des Vereines im abgelaufenen Jahre bewegt sich in folgenden Ziffern: Den . Einnahmen per fl. 4694.90 stehen Ausgaben in der Höhe von fl. 4411.78 entgegen, sö daß ein ziffermäßiges Plus von fl. 283.12 verbleibt, welches nach Deckung des Deficites aus dem Jahre 1882 per fl. 382. — einem unwesentlichen Deficit von fl. 98.88 weicht, mit dem das Cassaergebniß des Jahres 1883 schließt. Auf die eigentliche Thätigkeit des Vereines übergehend, hatte der Vorstand desselben im vergangenen Jahre die erfreuliche Genngthuung, für Zwecke der Kraukenbeköstiguug und Unterstützung den gewiß ansehnlichen Betrag von ca. fl. 3700 aufwenden zu können, eine Summe, die allerdings hinreicht, 25—30 Kranke täglich mit rituell zubereiteter Kost versehen zu können. Allein die Zahl der Petenten erreicht oft die drei- und vierfache Höhe und standen wir im abgelaufenen Jahre wieder der betrübenden Thatsache gegenüber, eine bedeutende Anzahl Bitten um Gewährung der Koscherkost, aus Mangel der nöthigen Mittel abweisen zu müssen. Wir unterlassen eine Schilderung der Scenen, die diesen aus finanziellen Rücksichten gebotenen Maßnahmen entspringen und beschränken uns auf die Anführung der Thatsache, dass viele dieser Unglücklichen die ihnen gebotene, nicht rituell zubereitete Spitalskost zurückwessen und durch die hiedurch herbeigeführte körperliche Entkräftung, ihre Heilung sehr erschweren, ja oft unmöglich machen. Im Interesse unserer bedrängten Glaubensgenossen, die während der Zeit ihrer traurigsten Lage, heimgesucht von Krankheit und Roth, wohl den gerechtesten Anspruch auf unsere Hilfe haben, im Interesse des Gedeihens unserer menschenfreundlichen Jnstitutton, die sich zur Aufgabe stellte, solches Elend zu lindern, erheben wir hiemit neuerdings und eindringlich an unsere verehrte Gönner und Wohlthäter die Bitte: Bewahren Sie dem Vereine fernerhin Ihr Wohlwollen, lassen Sie demselben auch in Zukunft Ihre Unterstützung zu Theil werden, suchen Sie ihm neue Wobltbäter zu gewinnen, bis derselbe endlich finanziell soweit gekräftigt ist, um allen au ihn herantretenden Ansprüchen Genüge leisten zu können. Holl an d. Rotterdam. Der durch seine Manuskriptfälschnng bekannt gewordene Dr. Shapira, hat in Rotterdam seinem Leben freiwillig durch Erschießen ein Ende gemacht. Bekanntlich hatte er voriges Jahr ein angeblich echtes Manuskript, das einen Theil des alten Testaments umfaßte, aus Jerusalem nach London gebracht und dort dem britischen Museum für eine Million zum Kauf angeboten. Briefe, die man bei dem Todten fand, deuten auf Irrsinn. R u ß! a n d. Petersburg, 20. März. Auf die Petition der Israeliten des Kreises Poltawa um Sistirung der Verfügung der Gouvernementsregieruna, wonach die Israeliten, welche kein unbewegliches Vermögen befitzen, aus. den Dörfern auszuweiscn seien, ergmg ein Senats-Ükas, welcher die Ausführung jener Verfügung beanstandet und eine objektive Untersuchung des Bittgesuches anordnet. . A m e r i k a. Washington, 20. März. Das Repräsentantenhaus genehmigte die vom Ausschüsse für auswärtige Angelegenheiten einaebrachte Resolution, worin erklärt wird, die. vom Repräsentantenhause angenommene Beileidsresolution für Laster habe bezweckt, einen Tribut der Achtung des Hauses dazubrmgcn. Da das Repräsentantenhaus den Beziehungen zwischen der deutschen Exekutive und dem Reichstage fernstche, nehme es von jeder weiteren Kritik der bezüglichen Vorgänge Abstand. — ’ Asie n. Galcutta. Der in der hiesigen isr. Knaben- und Mädchenschule stattgehabten Preisvertheilung präsidirte der Bischof, welcher von den hervorragendsten Mitgliedern der persische» Gemeinde umgeben war. Die Zahl der Schüler in dieser Schule hat bedeutend zugenommen. — Die Kosten der Schule bestreitet ganz allein Herr Elias Gubbay.