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Der Israelit · 1884-03-24 · Heft 24 (24.3.1884) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 24 (24.3.1884)
Date
1884-03-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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426 menge entstand. Im Gedränge wurde Abgeordneter Ugron von seinen Genossen getrennt, die rasch ans das Stadthaus.zurückgeeilt-waren. Ugron wollte dahin folgen, da wurde er thätlich insultirt. Man schlug ihn mit Stöcken, bewarf ihn mit Eiern, Straßenkoth und Steinen. Ein Stein verletzte ihn am Stirnbein, welches von Blut überströmte; Stockhiebe verursachten leichtere Verwundungen ans dem Hinterhaupte und den Schultern. Niemand fand sich, der dem bedauernswerthen Manne, welcher zu den gemäßigsten und angesehensten Mitgliedern der Unabhängigkeits-Partei in Siebenbürgen gehört, zu Hülfe geeilt wäre. Ugron wurde aus seiner Lage erst befreit, als Militär ansrnckte und den Platz energisch säuberte. Gendarmen hatten einige Excedenten festgenommen, welche aber von der Stadthauptmannschaft sofort wieder entlasten wurden. Die Abgeordneten Ugron und Horvath kehrten Nachnnttags hieher zurück und berichteten über die Ereignisse. Ugron ist hier in ärztlicher Pflege. Horvath fuhr abermals nach Czegled, wo Abends ein Bankett stattfand. Der Vicegespan ist gleichfalls dahingeeilt, mit ihm aber auch eine Abtheilung Infanterie, um die Ruhe zu sichern. PeM, 17. März. Der ungarische Finanz-, minister Graf Szapary empfing am 16. d. M. eine Deputation aus Török-Szent-Miklos, die ihn ersuchte, abermals das Abgeordneten-Mandat dieses Wahlbezirkes anzunehmen. Bei dieser Gelegenheit machte der Sprecher der Deputation eine Anspielung auf die antisemitische Bewegung. In seiner Antwort bezeichnte der Minister den Antisemitismus als eine Schmach für Ungarn, die dem Lande einen unermeßlichen moralischen Schaden zufüge. Die Negierung werde gegen diese Agitation kein Mittel unbenutzt lasten und eventuell die äußerste Gewalt anwcnden. Kremfier. Das legt mir abermals die Pflicht auf, die in Nr. 18 Ihres gesch. Blattes gegen mich erhobenen Vorwürfe vonmir abzuwenden, an deren Berechtigung kaum Jemand glauben kann; habe ich dochkerst vorigen Samstag einen altem Kampf mit einem jüdischen Oberlehrer erneuert wegen eines NDmsp rot? der schon vor Jahren in Folge meiner Predigt an gezwungen war, den hebr. Unterricht niederzulegen und nur durch unrechtmäßiges Mitleid nach dreimonatlicher Suspendirnng und nach Abgabe seines Ehrenwortes, kein öffentliches Aergerniß zu erregen, wieder eingeführt wurde. Gewiß hat mich hiezu nicht die Sucht nach Ruhe und Bequemlichkeit bestimmt. Was die leidige Flcisch-Affaire betrifft, habe ich mit Gesinnungsgenoffen, sogar mit Ihrem Ber., darüber Berathungen abgehalten, die zu keinem Resultate führten, weil wir gegenwärtig ohne Vorsteher sind, ich aber weder Recht noch Macht besitze. Doch verpflichteten sich die Fleischer, nicht, selbst an raur Fleisch zu hacken und au Juden überhaupt nicht zu verkaufen. Meine Zllstimmung zur Abschaffung der Piutim beruht auf dem 21212 (?); ich selbst äußerte mich einmal in einem freisinnigen Blatte: Schon wegen der fünf Piutim des Juda Halcvi wollte ich alle beibehalten. Daß Kinder unter meiner Schulleitung nicht beten können, werden meine College» aus der Eisenstädter und Breslauer Schule sehr bezweifeln. Nur an meiner Begeisterung für die Sprache, in welcher uns die *Thora geoffenbart wurde, 12^271 mV’n scheiterten alle Proteste, die einen deutschen Religionsunterricht an den hiesigen Mittelschulen anstrebten. Meine allbekannten Leistungen auf dem Gebiete der hebr. Literatur bürgen dafür, daß so lange mir Gott Kraft verleiht, die Kenntniß der heit. Sprache aus dein Munde unserer Kinder nie weichen wird. Rabb. vr. F. G. gLrockhaus' Conversations-Lerrkon hat in seiner V neuen, dreizehnten Auflage mit dem jüngst ansgegebenen 105. Hefte den siebenten Band vollendet. Derselbe um- ' faßt die Artikel von Ford bis Gewindebohrer und zahlt deren im ganzen 3812. doppelt soviel als der siebente Band in der vorigen Auflage enthielt. An rämnlicher Ausdehnung sowohl wie durch präcise Fassung ragt unter ihnen ber Artikel Frankreich hervor, ein ungemein klar gruppirtes Bild von der Geschichte, der Geographie, der Statistik, den Bevöikerungsverhältniffen unserer Nachbarlandes, daS überdies noch in den besoudem Artikeln Französische Akademie, Französische Kunst, Französische Literatur, Französische Philosophie, Franzousches Recht, Französische RevölutionSkriege, Französische Sprache, Französisches Volk nach den verschiedensten Seiten im einzelnen weiter ausgesührt wird. Mit welcher Vollständigkeit die neuesten Erscheinungen aus allen Gebieten des Culturleber.s Ausnahme und Verarbeitung gefunden haben, davon zeugen namentlich die Arikel Gasbeleuchtung, Gaskraftmaschine; Gefängnißmesen, Geflügelzucht, Geheimmittet (aus fünf Spalten die Bestandthcile, den Verkaufspreis und den wirklichen Werth jedes einzelnen der angepriesenen Mittel verzeichnend, eine höchst verdienstliche Arbeit!), ferner Gelehrte Gesellschaften (ebenfalls sehr dankenswerthe specielle Nachweise bietend), Generalstabskarten, Genfer Convention, Genossenschaften, Geschoß und Geschütz, Gesundheitspflege sowie die zahlreichen Artikel unter Gemeinde, Gericht und Gewerbe (besonders Gewerbegesetzgebung). In organischem Zusammenhang mit dem Texte stehen die Illustrationen, nicht nur die demselben, beigebrucklen Abbildungen, sondern auch die 18 separaten Karten und Tafeln deren Ausführung den Forderungen der modemen Technik entspricht. Demnach bestätigt auch der vorliegende Band daS von der Kritik und vom Publikum'mit seltener Einstimmigkeit abgegebene llrtheil, daß sich die dreizehnte Auflage von BrockhauS* ConversationS - Lexikon in Bezug auf iunern Gehalt wie durch splendide und gefällige Ausstattung aus'S vortheilhafteste auS» zeichnet und mit Recht die wärmste Empfehlung verdient. Eduard Laster. Eine ausführliche Biographie sammt der letzten öffentlichen Rede LaSkerS, nebst »Drei Eedenkblättmt* auS der Feder der NeichstagSabgeordnelcn Heinrich Richert, Albert

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