Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 23 (20.3.1884)
- Date
- 1884-03-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449406-2449430--19830-2509332- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
•105 — Prücise 4y2 Uhr Nachm, begann die Feier mit dem Minchahgebet, worauf die, die rituelle Todtenfeier einleitenden Psamlenverse vom Cantor und einem aus Knaben- und Männerstimmen zusammengesetzten, gut geschulten Chor erhebend vorgetragen wurden. Als die letzten Klänge des in hebräischer Sprache vorgetragenen Gesanges verhallten, bestieg Herr Rabbiner Bloch die Kanzel und nahm das Wort zu einer etwa eine Stunde dauernden, ergreifenden Predigt. Nach der Predigt, welche in nächster Zeit gedruckt erscheinen wird, verrichtete der Prediger das übliche Gebet für das Seelenheil des Dahingeschiedenen in hebräischer Sprache. Das Schlüßgebet, vom Kantor und Chor vorgetragen, beendete die erhebende Feier, welche in den Gemüthern der Anwesenden ein bleibenden Eindruck zurückgelassen haben wird. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Karezag. Der jüngst ernannte Obergespan unseres Comitates Herr v. Beniterki, ein Mann aus einer schr geachteten ung. Familie, der am Morgen seines Lebens vom Lichtstrahl des Wissens zeitlich geweckt, die dumpfe Schlafkammer des Wahnes nie betrat und die finstern Wolken des Nacenhasses zu durchbrechen bestrebt ist — wird von den sehr wenigen aber schr kecken Antisemiten unseres Comitates so angegriffen, wie die Juden angegriffen werden. Wer in Ungarn den Versuch macht, der Wahrheit einen Altar zu bauen oder nach den Qualen "der Gerechtigkeit zu graben, der hat darauf zu rechnen, daß ein roher und ungezogener Philisterknecht kommt und die gegrabene Quelle verstopft, den Helligen Altar uiederreißt. „Wie lange noch wird Ungarn diese Schmach ertragen? Horen wir manchen fragen. Wie lange noch wird die hohe ung. Negierung diesen traurigen Zustand in Wirksamkeit lassen? — Lerne, lieber Bruder, vom großen Nabbi Hillel geduldig sein! Harre geduldig — es muß bald kommen die Hilfe von Gott der nicht schläft und nicht schlummert! Die jüngsten Tage haben es gelehrt: on iwo iv' sei o'.y. Am großen Markte hier hatten die Antisemiten eine Judcnhetze geplant, und unser Herz war betrübt und besorgt. Die Behörde hat ihre Pflicht erfüllt, und die Edlen der Stadt und des Comitates waren die Boten Gottes, welche die Ruhe nicht stören-ließen. Salomon Schück, Bez. Rabbiner. E n g l a n d. London, 13. März. In der verflossenen Nacht ist Charlotte Freiin v. Rothschild, die Mutter des Chefs des Londoner Bankhauses „N. M. v. Rothschild", Freiherrn Nathaniel v. Rothschild, im 65. Lebensjahre gestorben. Sie war gleichfalls eine geborene Rothschild, und. zwar aus dem Frankfurter Stammhause — eine Schwester der gegenwärtigen Chefs desselben, der Freiherren Meyer Carl und Wilhelm v. Rothschild. Sie wurde am 13. Juni 1819 geboren und vermählte sich am 15. Juni 1836 mit dem damaligen Chef des Londoner Hauses, Freiherrn Lionel Nathaniel v. Nothschild, der am 3. Juni 1879 gestorben ist. Aus dieser Ehe stammen drei Söhne und eine Tochter: Nathaniel, der bereits eingangs erwähnte Chef des Londoner Hauses und Mitglied des englischen Parlaments; Karl Alfred, österreichisch-ungarischer General-Consul in London und Direktor der Bank von England; Leopold und Leonore, die seit 1857 mit dem Chef des Pariser Hauses, Alphons Freiherr» v. Nothschild, vermählt ist. Die Verstorbene war. unermüdlich im Wohlthun sowohl gegen jüdische als auch christliche Mrme; den jüdischen Wohlthätigkeitsanstalten Londons namentlich war sie eine hohe Gönnerin gewesen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. MI- Abonnements- und Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kanffmaun, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen Nr. 35; für Cöln bei Leo Iran?, Steinfeldergaffe 7; für München bei 9t. Bettelheim, Färbergraben 29; für Fürth in Bayern M. Dornberger, hebr. und deutsche Buchhandlung; für-Böhmen, Mähren und österr.. Schlesien bei Jacob B. BrandeiS, Buchhandlung in Prag. /eine geb. Erzieherin, lsß I. im Amte, mukik., mit sehr guten Zergn.. sucht nach Ostern anderw. Stellung. Gef. Offerten unter Adrege S. Lewek, Santomischel. Prov. Posen, erdeten. (1321 Kine hebr. Buchhandlung sucht einen tüch-, sAine schon gebrauchte graste r»iu» irv mit v5 tigen gebildeten jungen Mann als Com-: vS ausgezeichnet schöner Schrift mid PermiS. Solche mit Kenntnitz d. hebr. Sprache! gament billigst zu verkaufen bei erhalten den Vorzug. Offerten unter Nr. j W. Grrinebaum, v"n"s irm, 1547 befördert die Exped. dfS. Bl. i 1540) Fulda.