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Der Israelit · 1884-03-17 · Heft 22 (17.3.1884) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 22 (17.3.1884)
Date
1884-03-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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385 Es würde zu weit führen, hier noch mehrere! ausführliche Beispiele über das lückenhafte Uebersetzen \ des Verf. zu bringen; wir müsicn uns mit einigen! Andeutungen begnügen.! S. 11. Aum. 2. wird von den zwei Fragen die j Tosafoth stellen, nur eine gebracht, hingegen werden j aber die beiden Antworten mitgetheilt. > S. 13 ist eine Lücke, wodurch der Zusammenhang nicht zu erkennen ist. S. 64 fehlt in der Abhandlung, ob es gestattet sei, Theile der h. Schrift auswendig niederzuschrciben, der überleitende Zwischengedanken, welcher das „aber die Weisen rc." erst verständlich gemacht hätte. Mögen diese kurzen Andeutungen genügen; wir gehen zu der wichtigsten Partie über, zu den Stellen, die ganz allein genügt hätten zu beweisen, daß der Vers, nicht der Aufgabe gewachsen sek, die er sich gestellt hat. S. 5. finden wir die Uebersetzung folgender Stelle: *o-:n -»cx un -rrt-iD un «o TiJwn *?n 'rna 'in n1? iirsn rvpa'Di jxo (f. 3 a.) „Sie sahen ihr Geschick, und jeder der erschrickt, sieht sein Geschick." Mehr kann man von einem Talmudgelehrten nicht verlangen, diese kleine Verwechslung des Subjekts mit dem Objekt ist recht possierlich; den Unsinn, der dabei herauskommt, müssen wir natürlich gratis, mit in den Kauf nehmen. Ganz besondcrn Aufmerksamkeit möchte ich mir für folgendes Tosafoth ausbitten:. D'-iö'x z-rrr? .-.rri'nai rfcsra D*wn by ->pw to D”IK Vk»V sV D5^ D'brn .nCNff CEO Tax 'oi ntj r*6an no^nx rva-o 'ja nonr*n 'aa D*can .nein DWD nnx vpvv nEixP r**» djoj -cyzö ",n nxiim -onai xanva upn xanva 'im iai -»nseai 'qi' -»ax^a »im D'D3n by na upn ’an dupdi -ick jvo n»T.i3 D'djh pp icxi ncna p"» ^»Psno -idö; rr aV. napseb xVx nrx na-on biv 'Lv deo .(f. 4 a.) jonPE' -i3T na Sehen wir uns jetzt die Uebersetzung nnsers Gewährsmannes an: . - . S. 9. „Man sagt Alhanissim in Schemoneh Esrch und im Tischgebet. Manche behaupten, man sagt das Alhanissim nicht bei Modim, weil cs sin Berachot heißt, mau soll für die eigenen Bedürfnisse weder bei den ersten noch bei den letzten Segenssprüchen etwas eiuschalten; aber das ist ganzthöricht, denn das geht nur auf die Wünsche eines Privatmannes, aber für eine. Gesammtheit darf ich besondere Gebete einschalten, demnach soll man es nicht sagen, weil es Peffachim 117 heißt, Dinge, die sich auf die Zukunft beziehen, werden bei Stellen eingeschaltet, die gleichfalls von der Zukunft sprechen und Alhanissim geht auf die Vergangenheit . Am Morgen betet man Alhanissim in der Schemoneh Esreh bei Modim, aber ohne den Namen Adonai dabei zu erwähnen, weil cs sich auf Dinge in der Vergangenheit bezieht." Man traut seinen Angen kaum, wenn man diese Stelle liest; man meint immer, man müsse sich getäuscht haben, denn ein Mensch mit seinem gesunden Menschenverstände könne doch unmöglich einen solchen Unsinn wiedergcschricben haben. Also: in der ersten Hälfte vertritt Tosafoth die Ansicht, man solle Alhanissim nicht bei Modim sagen, in der zweiten hingegen wird die entgegengesetzte Ansicht zur Norm erhoben; nur solle man nicht den Gottesnamen erwähnen, „unstreitig, gemeint", nicht in der Schlußformel des Segensspruchcs, denn in Albanissim kommt der Name nicht vor und warum. nicht, weil sich Alhanissim auf die Vergangenheit beziehe. Eine feine, ticr erdachte Begründung! Ferner: man solle das auf die Zukunft sich Beziehende nur bei solchen Stellen einschalten, die sich auf die Zukunft beziehen, Alhanissim beziehe sich aber auf die Vergangenheit; wohl! aber ganz Modim bezieht sich auf Vergangenes und gehört also Alhanissim doch recht gut hierher? Wie hat das der Uebersctzer verstanden? Wie hat er feiner den zuerst angegebenen Grund verstanden, es sei deshalb bei Modim nicht einzuschalten, weil man keine Bitte in den letzen drei Segenssprüchen. Vorträgen solle, ist denn Alhanissim eine Bitte? Nun, der Herr Vers, hat das kleine Wörtchen deo nicht verstanden, das er einmal ganz kgnorirt uitb das anderemal als den Gottcsnamcn auffaßt, wodurch dann der ganze Blödsinn entstanden ist. Wir wollen dem Vers, das Geheimnis; verrathen. Es existirte in allen Zeiten eine Formel, welche dem Alhanissim angeschlopen wurde, die lautete: ' 21 c'Di ij'ppx’n ijQy.nipp Q'G'dj N-ponc-pr.’ipyr dt3 (vergl,p"-"i"ch; auf diescFormel, die mit ceo beginnt, spielt en au, und meint man dürfe sie nicht bei Alhanissim einschalten, weil zu diesem, das ans dicBergangenhcit sich bezieht, nicht eine Formel gesetzt werden dürfe, die von der Zukunft spricht. . S. 11. Vorher, d. h. vor dem 14., darf die Mcgilla nur in der Synagoge gelesen werden, soll wohl heißen, nur in Gegenwart von 10 Erwachsenen; mit der Synagoge hat diese Anordnung nichts .zu thun. S. 14. Ratet heiß Sepphoris, „weil cs., wie ein Ufer vom Meere entfernt ist," soll wohl heißen, „weil cs sich wie der Ufcrrand über den Fluß erhebt". ..... (Schluß folgt.)

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