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Der Israelit · 1884-03-13 · Heft 21 (13.3.1884) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 21 (13.3.1884)
Date
1884-03-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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365 Fest predigen dürfe, finden wir in unserem Buche so beantwortet: „Weil zu befürchten steht, man könnte die Mcgilla in die Synagoge tragen deshalb hätte ich geglaubt, nian soll am Sabbat nicht predigen, darum steht Purim besonders." Dies ist nun ebenso ungenau wie unverständlich. „Man hätte aus dem Verbot die Megilla am Sabbat zu lese» das auch darüber zu predigen ableiten können", so hätte die Antwort gefaßt sein müssen. Das Lesen am Sabbat ist aber nicht verboten, weil man die Megilla in die Synagoge tragen könnte, sondern weil man, um das Gebot des Lesens richtig zu erfüllen, vielleicht dazu kommen könnte, sie zu einem Gelehrten zu trogen um sich von diesem darin und über dieselbe unterrichten zu lassen. S. 19. „Abaji und N. Chanina hielten jährlich das Purimessen gegenseitig ab." Soll heißen: abwechselnd Einer bei dem Andern. S. 83. „Man sagt das Tischgebet mit voller Nennung des göttlichen Namens nicht vor weniger als 10 erwachsenen Personen." Dies kann nur zu einer falschen Auffassung der betr. Textesstelle führe». Köstlich ist dieUebersetzung der Tosapoth-Stelle, in welcher gesagt wird, daß man deshalb den Abschnitt vom goldnen Kalb nicht öffentlich in der Volkssprache vortrage, damit aus dem Ausdrucke rrsn dem Volke sich nicht der Jrrthum aufdräugc, als hätte dieses Kalb übernatürliche Eigenschaften besegen, welche es zu einer selbstständigen Thätigkeit befähigt hätten. Das drückt nun der Vers, so aus (S. 91.): „Man übersetzt die Geschichte vom goldenen Kalbe nicht, damit mau nicht glauben sollte, als sei etwas Wahres daran." An der Geschichtet S. 95: „Ein vermodertes Sefer Thora verbirgt mau bei einem jüdischen Weisen u. s. w." Wer aus vorliegendem Buche den Talmud verstehen lernen soll, wird sicherlich hieraus nicht erfahren, daß diese mysteriös klingende Stelle nichts anderes sagen will, als daß man ein abgebrauchtes und unbrauchbares Sefer in der Gruft eines Gelehrten bestattet. S. 101. „In einer eingeftürzten (sie!) Synagoge darf man keine' Leichenrede halten." Wirklich nicht? S. 103. „Es ist gelehrt worden, wer sich der Krone der Thora bedient, geht frühzeitig von der Welt, dazu bemerkt Ncsch Lakisch, man meint, wer die Halachat von den Krönchen der Thora beweist." Wer versteht das? Es soll heißen: wer sich dessen bedient, der die Halachat u. s. w. S. 107. „Die Schekalim wurden nicht zu Opfern, sondern m den Füßen des Tempels gebracht." Merkwürdig deutlich drückt der Verf. hier aus, wofür die Schekalim-Abgabe verwendet wurde. (Schluß folgt.) Zeituug-uachrichlen und Sorrespoudenzeri. Deutschland. Mainz, 10. März. Der in Nr. 19 dieser Blätter abgcdruckte Brief aus Berlin war ein an uns gerichtetes Privatschreiben und ist nur aus Versehen zum Abdrucke gelangt. :— Die Wahrheit und Zuverlässigkeit des in dem erwähnten Schreiben Enthaltenen wird durch diese Bemerkung natürlich nicht tangirt. Berlin, 11. März. Im Abgeordnetenhause ist eine Interpellation eingebracht, dahingehend, ob die Negierung in der Lage ist, über die tumuttuarischen Vorgänge in Neustettin vom 8. und 9. d. M. authentisch Auskunft zu geben. Der Interpellant ist Abg. Zelle, unterzeichnet ist die gesammte Fortschrittspartei. Berlin, 11. März. Heute wird ans Neustcttin gemeldet, daß Militär imb der Regierungspräsident Graf Elairon d'Haussonville eingetroffen sind und daß jetzt vollständige Ruhe in der Stadt herrscht. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Prag. Auf Weisung der Wiener Regierung wurde das kürzlich .getaufte Mädchen des Herrn Philipp seinem Vater zurückgegeben. Aus Ungar». Vor Kurzem starb iu Teuke der allgemein verehrte Markus Weiß. Die christlichen Einwohner des Ortes fragten beim Rabbiner Dr. Kohut, der am Sarge spreche»! sollte, an, ob es gestattet wäre, während der Ceremonie die Glocken zu läuten, weil sie den Verblichenen auf diese Weise ehren wollten. Der Rabbiner hatte dagegen nichts einzuwenden und gestattete auch, daß die christlichen Bewohner den Sarg in den Friedhof trugen, wo die christliche Dalärda einige Trauerlieder sang. Arad (Ungarn). In dem benachbarten Szkgmund-Hasa wurde der einzige daselbst wohnende Jude, Herr Moses Aßud, Sohn des verstorbenen Rabbiners I. Aßud zum ersten Richter des Ortes gewählt.

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