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Der Israelit · 1884-03-10 · Heft 20 (10.3.1884) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 20 (10.3.1884)
Date
1884-03-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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!V- Jahrgang. Jgg 20. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Heransgcgeben von LS»'. Lehmann in Mainz. Montag, den 1«. Mürz 3644 (1884). iese Zeitung erscheint wöchentlich zw e i m a l, MontagS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen, beä Jahrgangs für Dentschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, siir's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig» ,,ig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die laltene Petitzeile oder deren Raum. — Oestereichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband hrgang sur Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark an die Erpedition franco einzusenden. (.Hauptblatt): Leitende Aruket: Die Freisprechung der Angetlaglen von Stenstettin — Lrnente Verhandlungen ovsseZ wegen des Neustettiner 'Synagogenbrandes. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oest.-Ung. Monarch»«: »ähren. Nng. Claliv. Pesth. — 7^alien: Rom. — Amerika: Rewyork. — Fenklleton: Alls dem Leben eines orth. RabPners. Inhalt der erste»» Beilage: Leitender Artikel: Crneule Berhandklmgen des Prozesses wegen des Reustettiner Synaaoildes. — AeitllngSrrachrichten und Correspondenzen: Deznschland : Blvtzheim. — Schwei;: Langenthal. — Oest.-Ung. Monarchie: — Türkei: Ans Haifa. --- Anhalt der zweite» Beilage: Leitender Artikel: Zu unserer Crtrabeilage snr Rr. 20. — Zeitungsnachrichten und pondenzen: Afrika: Algier. Anhalt der (<kxtra-Beilage: Sprndenverzeick'nisse. — Anhalt der zweiten «-xtra-Bellage (Mnsikbeitage): srv Lertende Artikel. > Freisprechüllg der Angeklagten von Neustettin. Mai nz, 9. März. Freitag, den 7. d.M., rhe wir in die Synagoge erhielten wir ein Telegramm, in welchem mitilt wurde, daß der königliche Staatsanwalt ein >iltdig" beantragt habe; als wir den Segen über »eiligen Sabbat gesprochen und uns eben zu Tische »t hätten, kam ein anderes Telegramm, das die Mn Worte enthielt: „A l l e s r e i.„ Unsere geil Leser tönnen sich vorstelten, wie beglückend und »rsrenend uns diese Nachricht war; wäre es Wochen- Mtvesen, wir hätten sofort durch ein Extrablatt e geehrten Leser benachrichtigt; so mußten wir darauf beschränken, die frohe Kunde in hiesiger dt mündlich verbreiten zu lassen. iwL'l nnDic* „Ein Jeder freute sich inniglich der Fügung des lächtigcn Gottes, der Recht und Wahrheit znm ge verholftn." Recht und Wahrheit wurden in traurigster Weise ch die entfesselten Leidenschaften des Racen- und igionshasses gctrnbL, und so. war es möglich ge- 'den, daß das Kösliner Schwurgericht Juden für ildig erkannte, ihre Synagoge angezülldet und die igen Thorarollen mit Petroleum getränkt und verj bräunt zu haben!!! Bisher unbescholtene und geach- » tete Männer wurden verurtheilt und mit Schmack überhäuft. Sie sollten ein Verbrechen begangen haben, das in der Geschichte der Jahrtausende ohne Beispiel ist. Wohl kennt die Geschichte Beispiele in zahlloser Menge, daß Juden mit Lebensgefahr ihre Hekligthümer den Flammen entrissen oder sie mit Aufopferung ihres Lebens vor Schändung geschützt haben; daß aber Inden um kleinlicher Vortheile willen selbst Hand au das Heiligste gelegt, das ist noch nie dagewesen. Wie uns unser Eorespondent mittheilt, wird die Angelegenheit wohl noch ein Nachspiel haben; hoffentlich wird es gelingen, diejenigen zn entlarven, die hier ein frevelhaftes Spiel gespielt und es durch Meineid und Niedertracht ermöglicht haben, unschuldigen Männern ein entsetzliches Verbrechen anzuheste». Wie beim Ausgange des Prozesses von Tisza- Eszlar wollen wir auch heute dieAntisemiten aufforder», einen Vergleich anzuftellen zwischen den angeklagten Juden und den sie belastenden und anklagenoe» Zeuncn: Buchholz, Greiser und Genossen einerseits und die Heidemann und Lesheim andrerseits. Hoffentlich werden die durch diesen Prozeß zu Tage getretenen Thatsachen so manchem verblendeten und bethörten Judenfeinde die Allgen öffnen und wird damit die! Heilung der entsevlichen Epidemie des Antisemitismus beginnen, damit endlich diese Schmach unseres Jahrhunderts, diese Schändung unseres deutschen Vaterlandes voll der Erde verschwindet

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