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Der Israelit · 1884-03-06 · Heft 19 (6.3.1884) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 19 (6.3.1884)
Date
1884-03-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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326 Frankreich. Paris, 26. Febr. Heute wurde der vorgestern hier vexstorbene berühmte Maler Ullmann, unter großem Leichengefolge beerdigt. — Man bemerkte unter den Anwesenden die größten Künstler und Notabilitäten von Parks.— Äm Grabe sprachen die Herren Oberrabbiner ZadokCahn, sowie 3 christliche Größen.. — Beinahe alle hier erscheinenden Zeitungen widmen dem Verstorbenen warme Nachrufe. - Türkei. Konfkantinopek, 26. Febr. Am vorigen Samstag bat hier zu Gunsten der deutschen israelitischen Schulen ein Ball stattgefnnden, der unter dem Patronate des österreichisch-ungarischen Botschafters, Baron Calice veranstaltet wurde. Auch der deutsche Botschafter Herr von Nadowitz erschien auf dem Feste. Der Ball, der sehr zahlreich und von einem den besten Standen angchörigen Publikum besucht war, soll ein Erträgniß von 300 türkischen Pfund ergeben haben. F e n i II e t o n Gin Schrecken in der 'Furimnacht. Von Carls. Unruhig wälzte ich mich in meinem Bette umher. Es war ein langer Thaanis Esther heute und da man spät „angebissen" so hatten wir auch spät zu Nacht gegessen. Dies mochte die Ursache sein, daß ich nicht schlafen konnte. So lag ich denn im Bette mit offenen Augen, und meine Blicke schweiften zum Fenster hinaus auf die Straße und blieben an dem gegenüberliegenden Häuschen haften, dessen kleine Fenster mit trüben Scheiben von des Mondes falbem Lichte matt erleuchtet wurden. Ich dachte an Ändersen's „Bilderbuch ohne Bilder." Wenn der Mond da hineinschante, konnte er auch etwas erzählen! In dem Häuschen wohnte nämlich unser Lehrer, Cbasan und Schochct. Ich hatte wirklich Mitleid mit dem Manne, depen magere, wankende Gestalt, sowie dessen schwermüthig blasses Gesicht mir jetzt besonders lebhaft vor Augen traten. ' Er Hatte per Rosch-Chodesch Nissan vom Vorstand unserer Gemeinde gekündigt bekommen, da seine Leistungen den Anforderungen, die. man an ihn stellte, nicht entsprachen. Von jenem Augenblicke an, wich er Jedem, der ihm begegnete, scheu aus, und man sah, wie der Kummer an seinem Herzen nagte. Eben schlug die Thurmuhr zwei. Es war mir noch nicht gelungen, einzuschlafen.. Doch was ist das? Wird es nicht hell in dem Häuschen des Lehrers? Nichtig. Der Lehrer war seinem Bette entstiegen und hatte sein Erdöllämpchen angezündct. Eben trat er an's Fenster, ich tonnte ihm gerade in's Gesicht sehen. Es war so unendlich traurig, und die Strahlen des Mondes gaben ihm ein fast geisterhaftes Aussehen. Jetzt erhob er die Hände gen Himmel, er schien zu beten. Er trat an das Bettchen seines Kindes; ein heißer Kuß und warme Thränen berührten des Schlafenden Stirn. Hastig eilt er zu einem Wänd'chranke. Noch einmal steht er sich im ganzen Zimmer um, er schien furchtbar mit sich zu kämpfen. Doch jetzt reißt er mit krampfhafter Schnelligkeit'den Schrank auf, holt ein längliches Etui heraus und---im selben Moment eile ich zum Bett heraus ans Fenster und will schreien. Zu spät! —'-- Bereits hatte der Lehrer das Etuis geöffnet und--eine alte Megillah daraus hervorgezogen, um sie für den andern Morgen noch einmal durchzngehen, denn gestern Abend hatte er beim Vorlesen derselben fchreck- . lich viel Fehler gemacht. A M ü IS I M M. Für den folgenden Thcil ist die Redactiov nicht verantwortlich. Stelle-Gesuch. Eine alleinstehende gebildete Dame., ges. Alliers. Isr. wünscht in einer anständigen Familie als Stütze der Hausfrau, bei einer Dame oder älterem Herrn, Ausnahme zu finden. . Es wird weniger aus Honorar als auf gute Behandlung reflectirt. Näheres zu erfragen bei Herrn H. FlörSheim. Bankgeschäft in Deziar. 1148! 1158) Für mein Hcrrenconfection- und Schnhwaaren-Oefchäst suche zum baldigen Eintritt einen Lehrling. Freie Station im Hanse. W. Strauß, Nachfolger Marktplatz Offenvach a. M. Ein wohlerzogener Jnnge findet bei freier Kost und Logis im Hause Stelle iu einem Schnhwaarengeschäste en groa & detaiL Eintritt sofort oder zu Ostern. Offerten unter Nr. 1074 an die Erped. I v. AiaiieS.

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