Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 17 (28.2.1884)
- Date
- 1884-02-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ein CeirLral-Organ für das ortjodoxe Jndenthum. Hcransgegcben von WL'. Lelimann in Mainz. XXV. Jahrgang. M 17. D o it it c v ft ü fl, D c n 28. Februa r 5644 (1884). Diese Ze'uung erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, fnr's Aitsland 16 Reichs-Mark., Man abonnirt ganzjährig, .halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an, — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oestereichifche Banknoten laut CourS. — Tirecte Francozusenduiig unter Ltreiiband pro Jahrgang für Deutschlattd und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., fnr's Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einznsenden. ^Uhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Der Kampf gegen die Feinde Israels. — Die orthodoxen ungarischen Rabbinen gegenüber dem Manifeste der UnabhängiakeitSpartei. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Lmal Main;. Frankfurt a. M. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. — Feuilleton: Rur standhaft. — Räthsel. — . Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Mainz. Franksnrt a. M. Neustettin. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Lmal Pesth. — Rußland: Aus Pinsk. — Leitende Artikel. Der Kampf gegen die Keiiide Israels. i. Mainz, 18. Februar. Der erste Kampf, welchen Israel, nachdem cs zum Volle geworden, zu käiupfen hatte, war der .Kampf gegen Amalek. Nicht hatte Israel gegen seine Unterdrücker in Aegypten zu kämpfen gehabt. Gott batte für sie gekämpft und sie siegreich aus dem Lande der Sklaven zur Freiheit geführt. Mit mächtigem Arm und starker Hand hatte Gott die Unterdrücker gezüchtigt, vor dem zur Freiheit ziehenden Volke, das Meer gespalten und die Verfolger hineinversenkt, die Gewässer von Mara versüßt und das Manna vom Himmel herniedergesendet; und als es nun wiederum an Waper fehlte, da murrte das Volk und bedrohete seinen Führer Moscheh und sprach: r« ex umpu 'i um, „Ist Gott in unserer Mitte oder nicht?" Wohl erfüllte Gott das Verlangen des Volkes und ließ ihm Wasser aus dem Felsen fließen; aber die Strafe blieb nicht aus: G'ts-o rr-">V' cy nnbv pbcynj^ „Und es kam Amalek und kämpfte wider Israel iu Rephidim." An demselben! Orte, an welchem Israel sich versündigt und an der l Allgcgenwart und Fürsorge Gottes gezweifelt hatte, I wurde es von dem wüthcnden Feinde ange- | griffen. I Unsere Weisen erzählen uns im Midrasch, ein Gleichniß: Ein Vater befindet sich mit einem Söhne ans der Reise; mit liebevoller Sorgfalt bemüht sich der Later um sein Kind, versorgt cs mit afftur Nöthigcn, schützt es vor Mensch und Thier, und trägt es, da es ermüdet ist, auf seinem Arm. Da wird der Knabe übermüthig und fragt die Begegnenden: Habt ihr meinen Vater nicht gesehen? Ich weiß nicht, wohin er gekommen ist. — Und der Vater zürnt ob des undankbaren Sohnes, setzt ihn aus die Erde, und allsogleich kommt, ein böser Hund, um den Knaben zu beißen. — So Israel. Gott führt sie aus Aegypten, leitet sie mit der Wolkensänle bei Tag, mit der Feucrsäule bei Nacht, und umgibt sie mit seinen schützenden Wolken, läßt ihnen das Brod vom Himmel regnen, führt ihnen die Wachteln zur 'Nahrung herbei und trägt sie ans Seinen Fittigcn wie der Adler seine Jungen trägt; trotzdem zweifeln sie an der Gegenwart, an der Fürsorge Gottes und sprechen: „Ist denn der Ewige in unserer Mitte oder nicht?" Da ziehet Gott nur einen Augenblick Seine schützende Hand von ihnen