Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1884)
- Date
- 1884-02-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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272 fui) glaube nicht daran, das; Jemand diese Frage ri-iHH] zubeainvorien in der Lage ist, da der Sachverhalt mit obigem Vergleich ganz nbereinstimmt und jeder Angriff mit demselben vertheidigt werden kann. Ten russischen^ oder Polnischen Kandidaten aber, nröchte ich rathcn, ihre Gegnern mit nichts Anderm, als mit fleißigem, gewissenhaften Wirken und durch biederen l5haraktcr entgegen zu treten. Kn Ln er. (Der Herr Correspondent ist vollkommen im Rechte. Will man Unbefähigte von der Bewerbung ausschließen, so mag man sagen: „Nur geprüfte Lehrer", oder „nur seminaristisch gebildete Lehrer re. werden berücksichtigt". Unverantwortlich ist es, die Millionen unserer Brüder, die im großen (5Zarenreiche leben oder daher stammen, durch solche Bemerkungen, wie die gerügten, zu verletzen. — Ncdakt.) , Hamburg, 18. Febr. Zmn dritten Male muß ich die Spalten des „Isr." in der Angelegenheit des von mir recensirten Geschichtsbuches des Herrn Dr. Leimdörfcr in Anspruch nehmen. Die „isr. Wochenschrift" hat nämlich aus meine in Nr. 11 des „Isr." abgedruckte Abfertigung eines von ihr gebrachten Aufsatzes neuerdings mit einem ^Artikel geantwortet, der zu charakteristisch für die ganze Kampfesweise dieses Blattes ist, als daß ich der Versuchung widerstehen könnte, denselben niedriger zu hängen. Ta sie natürlich meine sachlichen Bcmerkniigcn unmöglich widerlegen konnte, ergeht sie sich gegen mich in Schimpfereien der gröbsten Art, indem sie schreibt: - „Jener feige, anonyme Corrcspondent des „Isr." läßt sich in der neuesten Nr. jenes Blattes von dem glaubwürdigen Redactenr desselben ebenfalls bestäti-- gcn, daß er nicht Lehrer an der Talmud-Thora sei. So lauge'wir ihn für einen solchen hielten, war er uns einer Erwiderung werth, so aber lassen wir das anonyme Bürschchen gleich einem harmlos und ohne Maulkorb ans der Straße umhcrlanfendcn bekannten Vierfüßler bellen und — laufen." Ist das nicht in der That eine sehr leichte Methode, sich eine unbequeme Polemik vom Halse zu schaffen? Selbstverständlich kann ich und will ich der „Wochenschrift" aus das von ihr betretene Gebiet nicht folgen. Der mir gemachte Vorwurf, daß ich unter die von mir veröffentlichte Necension nicht meinen Namen gesetzt habe, nimmt sich allerdings höchst komisch aus in dern Munde eines Mannes, inte Herr Dr. Nahmer, der fortwährend ans hiesiger Stadt, aus Berlin, aus Halberstadt n. s. nr anonymc Berichte bringt, in denen der hiesige Odberrabbiner Stern, Dr. Hildesheimer. Dr. Anerbach n. s. w. verunglimpft und verdächtigt werden. Die eine für ihn gewiß beruhigend.- Versicherung kann ich Herrn Dr. Nahmer geben, daß durchaus keine religiöse Voreingenommenheit mich veranlasse, eine Kritik des Dr. Leimdörser'schen 'Buches zn schreiben: was mir. die Feder in die Hand gedrückt, das war vielmehr einzig und allein die Entrüstung darüber, daß ein Mann es wagen konnte, ein Buch drucken zu lassen, das eine solch unerhörte Unwissenheit des Verfassers verräth, ein Buch, das noch obendrein zum Gebrauche in Schulen bestimmt sein sollte. Uebrigens erlaube ich mir hiermit. Herrn Dr. Nahmer oder vielmehr Herrn Dr. Leimdorser eiiteit Vorschlag zur Güte zu machen, aus dem er ersehen kann, daß das religiöse Motiv bei mir hier nicht in Frage kommt. Er möge. das Buch seinem Lehrer, Herrn Professor Grätz verlegen, und wenn dieser ihm Recht gibt, wenn Herr Professor Grätz auch der Ansicht ist, daß, um nur einige drastische Beispiele anzmnhrcn, Simon ben Schetäch und Juda beu Tabbai Brüder waren, daß Mariamne, die Gemahlin des Herodes, die Tochter Hyrkans LI., daß Rasch: ein Schüler des Rabbenu Gerschom, daß Joses Aldo ein Commentator des Schulchan-Aruch war u. s. w., io bin ich gerne bereit, alles, .was ich gegen Herrn Dr. Leimdörfcr geschrieben habe, zurückznnch'men. Vis dahin aber muß'ich meine Behauptung ansrecht halten, daß die „Nachbiblische Geschichte" von Dr. Leimdörfer mit einer bodenlosen Leichtfertigkeit abgefaßt, daß dieses Buch ein Zeichen grenzenloser Ignoranz ist. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wie», 16. Febr. Bekanntlich existiren in Mähren 20 Jndengemeinden, welche von aktersher das Privileginln haben, die Rechte einer politischen Ortsgemeinde auszuüben. An diesem Zustande wurde weder durch das Gcmeindegesetz von 1840, noch durch die späteren Gesetze etwas geändert, obwohl in denselben ausgesprochen ist, das; jede politische Gemeinde einen räumlich genau begrenzte:: Bezirk ur..saffen soll. Obwohl auch der Verwaltungs- Gerichtshof in wiederholten Entscheidungen erkannt hat, daß der Bestand dieser 20 politischen Gemeinden nicht dem Gesetze entsprechend sei, wurde dennoch, da ein unmittelbarer Anlaß nicht vorhanden war, weder von der früheren noch von der gegenwärtigen Regierung an diesen von altersher begründeten Verhältnissen etwas geändert. In neuerer Zeit wurde jedoch wiederholt von jüdischen Mitgliedern dieser Gemeinden darüber Klage geführt, daß dieselben auch die Rechte einer Enltusgemeiude ausüben; in Folge dessen hat die Regierung vor einigen Tagen eine Verordnung erlassen, worin diesen Gemeinden bedeutet wird, daß sie blos politische Gemeinden und nicht ipso facto auch Cultusgemeinden seien; zugleich