Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 14 (18.2.1884)
- Date
- 1884-02-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. M. r Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Heransgegebcn von Vi'. Lebmann in Mainz. . Montag, den 18. Februar 5V44 (1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis d-S Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Märk, fnr's Ausland 16 Neichs'Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Pctrtzeile oder deren Raum. — Oestereichische Vaukuoten laut CourS. — Directe Fraucozitsendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. Lsterr., fur'S Ausland 16 Reichs-Mark an die Crpedition ^L__/ . franco einzusenden.' Inhalt (Hanptblattj: Leitende Artikel: Die Jeschiboth in Ungar». — Literarischer Bericht. — ZeitungSnachrichlen und Korrespondenzen: Sknrz in Westpr. Hannover, Nürnberg.— Oesterr.-Ungar. Monarchie: Pesth. — Rußland: 2mal Petersburg. — Feuilleton: Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners.— Inhalt der Beilage: Leitender Artikel: Die Wiederbesepung des Kasseler Landrabbinats. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. — Afrika: Tunis.— Leitende Artikel. Aie Icschiöoty in Ungarn. Mainz, 15. Februar, Wir haben bereits wiederholt auf den Erlas; des ungarischen Enltnsmii'.isters hingewiescn, welcher das Bestehen der zahlreichen Pstanzstütten dcsThorastudimns mit großen Gefahren bedroht. Wohl in keinem der civilisirtcn Länder Europa» wird gegenwärtig das Studium unsrer heiligen GoUeslehre so sorgsam und emsig gepflegt wie in Ungarn. Schon im frühen Lebensalter werden die Kinder der treuen Gläubigen in diesem Lande in der heiligen Gotteslehre unterrichtet, um später eine der zahlreichen Jeschiboth zu besuchen und sich zu tüchtigen Kennern der heiligen Gotteslehre heranzubilden. Nicht nur diejenigen, welche dereinst Rabbinen werden wollen, sondern eine große Menge von Jünglingen, die sich später den verschiedensten Berufsarten zu widmen gedenken, suchen zunächst einen großen Schatz vom talmudischem Wissen sich anzueignen. Alle treugläubigen Israeliten der ganzen Welt sollten mit einem Gefühle der Freude und oer Befriedigung auf Ungarn blicken und für die Erh altung der dortigen Jeschiboth sich auf das Lebhafteste interessiren. Daß den jüd. Neologen in Ungar» das Bestehen und Blühen der Jeschiboth ein Dorn im Auge ist, braucht wohl nicht erst gesagt zu werden. Sie haben in der Landeshauptstadt ein Rabbinerseminar errichtet und streben mit aller Macht dahin, daß dieses dereinst die einzige Pflanzstätte der künftigen Rabbiner Ungarns werde. Ans diesem Streben geht wohl die neueste Agitation gegen die Jeschiboth hervor. Der ungarische Eultusministcr ist veranlaßt worden, ein Edict in die Welt zu senden, welches vorschreibt, daß.nur solche Jünglinge zum Besuche der Jeschiboth zngelassen werden, welche wenigstens vier Klassen eines Gymnasiums oder einer Realschule mit gutem Erfolge absolvirt haben. Man merke wohl: nicht von den anzustellenden Rabbinen wird ein bestimmtes Maaß profanen Wissens verlangt, sondern von den Knaben, die sich erst dem Talmudstudium widmen wollen. Bon einem befreundeten Rabbinen und Jeschibahleiter in'Ungarn wird uns die Uebersetzung eines Erlasses des königlichen Schulinspektorats mitgetheilt. Dieselbe lautet: „Ehrwürdiger Herr Rabbiner! Im Sinne des von Sr. Excellenz. dem Herrn königlichen Cultus- und Unterrichtsminister, unter