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Der Israelit · 1884-02-11 · Heft 12 (11.2.1884) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 12 (11.2.1884)
Date
1884-02-11
Page
– (sequence 21)
Language
German
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— 6o fernen, müssten. Auf unsere Entgegnung, dass wir mit^der Wahl der Emigranten nichts zu thun hatten, , dass dies Sache der Comite’s gewesen, wollte er nicht hören, er sagte wörtlich : Awothenu choteu weenam etc., d. h. wir wären schuldig, dass wir sie nicht von hieraus refusirten. Wir schämten uns ihm die Scenen. zu erzählen, die wir hier mit den Bacauern. und Anderen hatten, dass wir und auch viele Mitglieder der Succursalcomite’s genug den Kritiken und Beleidigungen ausgesetzt waren; wir schämten uns ihm zu sagen, dass hierzulande Jedermann, der sich in Zorche Zibur mischt, allen Schmähungen ausgesetzt sei. Die bessere Glasse schimpft zwar nicht, hilft und unterstützt aber auch nicht. Herr Veneziani glaubte uns auf gleicher Höhe — im Verhältnisse — wie die Alliance in Paris, wo das dortige 0.-6. Millionen für die russischen Flüchtlinge erhalten, die sie zur Beförderung und Rückbringung derselben nach und von Amerika .verwendete ohne dort zu reussiren. Indessen hat keiner der grossen Spender kritisirt, die kleineren gewiss nicht; denn Jedermann weiss, dass die Männer, die mit der Alliance ^arbeiten, gewiss ihr Möglichstes gethan und in bester Absicht. Wenn das Unternehmen misslungen, ist es nicht deren Schuld. Aber hierzulande ist es Jedermann bekannt, wie weit es mit den Kritiken und Beschimpfungen gekommen. Das Alles konnten wir natürlich nicht sagen. Wir besuchten nun mit Herrn Vene zi an i die Herren Haifon, Farchiund Em. Rosenthal, hatten dann eine Zusammenkunft mit erwähnten Herren und noch anderen Notabein im Comptoir der Herren Haifon und im Beisein des Herrn Veneziani, wo Herr Haifon 2000, Herr Farchi 1000 und Herr Rosenthal 1000 Frcs. für die Colonie zeichneten und sich noch verpflichteten, 6000 Frcs. von den anderen Reichen in Bukarest zu sammeln und sofort nach J ass uuoüicu G eneral - Oassier abzusenden. — Nach zweitägigei Aufenthalt Veneziani nach Paris und wir nach Jassy, wo wir zwar die meisten unserer Subscribenten abwesend fanden, aber einige doch trafen. Wir erwarteten die 10,000 Frcs. aus Bukarest, um den Reichen Jassy’s ein Beispiel vor Augen zu halten und deren Spenden entgegenzunehmen; aber es scheint ein seltsames Missgeschick über die Armen zu walten, die Reichen haben jederzeit mehr Glück, nämlich: aus Bukarest traf kein Geld ein und Jassy sah sich also nicht verpflichtet seine unterschriebenen Summen zu bezahlen!!! Als rühmliche Ausnahmen erwähnen wir die Herren: D. Lothringer mit 1000 Frcs.; Dr. Taussig mit 500 Frcs.; Daniel 500 Frcs.; L L. Garfunkel 250 Frcs.; F. Byk 200 Frcs. und andere kleinere Beiträge. Wir sahen uns bereits als einfache Bettelnde — soweit wollten wir uns aber nicht degradiren. Wir wollen gerne für unsere armen Glaubensgenossen Alles thun: schreiben, fahren sprechen, bitten — aber nicht betteln! — Das wird uns Jeder' zugeben. — Es war uns traurig genug, in Jassy von einem Manne, der 500 Frcs. eigenhändig unterschrieben, vernehmen zu müssen, dass er von vornherein in der Absicht unterschrieben, — um nicht zu zahlen! Dieser und noch andere Herren ähnlichen Charakters meinten, mit ihren Unterschriften der Stadt Jassy ein Ansehen zu verschaffen, wie sie sich ausdrückten, da Sir Olip kan t bei der General-Versammlung zugegen war, als der Subscriptionsbogen circuiirte. — Herr Neuschotz liess zwar seinem Procuranten Ordre zurück, 3000 Frcs. zu geben, sobald der Betrag vervollständigt sein würde; da dieses aber nicht der Fall war, fand Jener sich auch nicht berechtigt, diese Summe unserer Casse zuzufuhren! Von Jassy gingen wir nach Folticcni; auch dort giebt es reiche Leute, die einen Unterschied machen zwischen Unterschreiben und Geben. Wir erliessen ihnen aber die -„veralteten“ Zeichnungen, und conventionirten von einigen der reichen Herren 1000 Frcs. — und noch 1000 die sie zu sammeln sich verpflichteten, in Folge einer Predigt, die der ehrwürdige Rabbiner, Herr 8. D. Tauber aus Jassy, der so freundlich war uns nach Folticcni zu begleiten, in der dortigen Synagoge gehalten. Um kurz zu sein: Auch die Folticener Gelder sind bis jetzt nicht in Jassy eingetrojfen. Den Coi •: aentar zu alledem möge sich Jeder selbst machen. —

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