Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1884)
- Date
- 1884-01-31
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XXV. Jahrgang. Zweitr Seilagc zu Nr. 9 des Israelit. ZeitungSuach» richten und Korrespondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem Bericht der Verwaltungscommission der israelitischen Volksschule zu Frankfurt a. Al. den Zeitraum von der Gründung bis zuml. October 1888 umfapend, entnehmen wir: In einem. von der Verwaltungs-Commission in Gemeinschaft mit mehreren Freunden unterm 24. Mai 1881 edcijiaieii Circulare haben wir die Wichtigkeit und Tringlichkeit der (Errichtung einer Volksschule, deren Ziele und Zwecke!klar gelegt und zu Jahresbeiträgen auf 5 Jahre sowie zu Spenden für den Fonds aufgefordert. Cs hatte dies den erfreulichen Erfolg, das; an Jahresbeiträgen auf 5 Jahre ca. 6000 Mark gezeichnet wurden und das; der von einem Freunde gespendete Grundstock von 12000 Mark auf die doppelte Summe anwuchs. Nachdem mannigfache Schwierigkeiten, wie sich solche einem jeden neuen Unternehmen cntgegenzustcllen Pflegen, beseitigt und die Unterzeichnete Verwaltungs-Commission gebildet war, konnte die Volksschule am 1. Juni 1882 in dem von der Neligionsgesellschast inzwischen aufs Zweckmäßigste hergeftellten Schullokale mit ungefähr 40 Schülern und Schülerinnen eröffnet werden. Cs wurde zunächst nur die unterste Klasse errichtet, um nicht zu verschiedenartige Schüler aus anderen Schulen aufnehmen und sie diesen entziehen zu müffen, auch wollten wir nicht sofort mit großen Lasten beginnen, vielmehr die erste Zeit benutzen, um unfern Fonds zu verstärken. Die nächste Klasse, die fünfte, wurde dann auch im April d. I. eröffnet und rückten sämmtliche Schüler und Schülerinnen in diese Klane auf, während neue 'Ausnahmen die sechste Klasse auf die ursprüngliche Höhe brachten. Dieser bedeutende jährliche Zuwachs, der auch für die Folge sortdaucrn dürfte, legt einerseits Zeugnis; dafür ab, das; die Volksschule uöthig war und einem dringenden Bedürfnine Abhilfe schafft, anderseits macht derselbe auch die Errichtung von Jahrcsklassen uothwcndig. was unsere Ausgaben in einigen Jahren auf eine unsere Mittel weit übersteigende Höhe bringen dürste, namentlich wenn das höhere Aller eine Trennung der Geschlechter erfordert und deßhalb Toppclklassen uöthig werden. Wir vertrauen indeffen auf die alte Erfahrung, daß eine wirklich wohlthätige und zweckmäßige Anstalt auf die thatkräftige Unterstützung unserer Glaubensgenoffcn rechnen darf und geben uns der Hoff nung hin, daß, wenn das Bedürsniß eintritt, auch weitere Kreise uns ihre Unterstützung nicht versagen werden. Das Schulgeld ist entsprechend dem der städtischen Mittelschulen, deren Lehrplan unsere Volksschule sich anschlicßt, auf Mark 18 für das Semester festgesetzt worden; auch wurde mit Entschiedenheit darauf gesehen, das; dies Schulgeld auch entrichtet wurde. Die Volksschule soll keine Armenschule sein, weßhalb wir eine Gegenleistung Seitens der Eltern verlangen Wir.haben dankbar anzuerkennen, daß uerschie- - dene hiesige Vereine und Stiftungen, insbesondere die Louis Mayer Maas'sche Stiftung nnd die Kasse zur Ermöglichung des Schulbesuches den bedürftig- . steir und würdigsten Ettern Schulstipcndien für ihre Kinder bewilligten und diesen dadurch den Schulbesuch dauernd sicherten. Wenn auch die Schule erst seit 1V2 Jahren in Thätigkeit ist, so berechtigt uns doch der Eifer und der Ernst, mit welchen sie ihrer Ausgabe nachzukommen sich bemüht, zu der Hoffnung, daß sie weiter gedeihen, erfolgreich wirken und sich den entsprechenden städtischen Schulen würdig an die Seite stellen werde. Damit hoffen wir unseren Schülern und Schülerinnen eine Ausbildung zu geben, die ihren Verhältnissen entspricht und sie in den Stand setzt, einen gewerblichen Beruf mit genügender Vorbereitung zu ergreifen und durch denselben eine gesicherte Lebensstellung zu gewinnen. lieber unser finanzielles Gebühren' und die uns gewordenen Beiträge und Geschenke geben die bedruckten Aufstellungen ausreichende Auskunft, wonach der Fond sich auch in diesem Geschäftsjahre — vom 1. Oktober 1882 bis dahin 1888 — um Mark 5000 ve> mehrt hat. Es ist das die Folge davon, das; wir bis 1. April d. I. nur eine Klasse und erst von da an zwei Klassen hatten, das; uns ferner das Schullokal Seitens der Neligionsgesellschaft zinsfrei überlassen wird und das; Herr Director Dr. Hirsch das Rectorat unserer Schule in uneigennütziger Weise versieht. Mit der Vermehrung der Klassen und der Anstellung neuer Lehrkräfte dürste, wie bereits erwähnt, unser Budget ein minder erfreuliches Bild bieten. Auch zur weiteren Unterstützung solcher Zöglinge,; welche die Schule absovirt haben, ist eine Grundlage; gewonnen worden, indem die Schwiegersöhne des; Stifters des ersten Grundstocks, bei Anlaß von dessen