Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1884)
- Date
- 1884-01-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. . J|$ Ern Central-Organ für das orthodoxe JnÄenthmu. Herausgcgcben von LV,'. LeHmann in Mainz. Donnerstag, den 31. Januar 5644 (1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal. MontagS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich! 2 ReichS-Mark, sür's Ausland iü Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder biicn Raum. — Oestereichische Banknoten laut CourS^— Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich . 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., sür's Ausland 18 Reichs-Mark an die ErpedUidn' franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikelr Zur Charakteristik der Antisemiten in Ungarn. — Lasters Begräbnis'. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oest.- Ungar. Monarchie: Pesth. — Rußland: Petersburg. — Feuilleton: Rur standhaft. — Räthsel. Inhalt der ersten Beilage: Leitendcr Artikel: Briese aus Rumänien. — Zeitungsnachrichten und Corresponde»;»,,: Deutschland: Lmal Berlin. Bremerhaven. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Wie». Krakau. Temesvär. Budapest. — Türkei: Konstamwopel. — Inhalt der ZweitSN Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Cöln. Inhalt der Extra-Beilage: Spenden-Berzeichnisse. Leitende Artikel. Zur MarakteriM der Antisemiten in Ungarn. Bon N. «. Der Umstand, daß das ungarische Abgeordnetenhaus dem Ansuchen des Budapester königl. Gerichtshofes um Auslieferung des Deputirten Julius Lerhovay Folge geleistet hat, welcher des Unterschleifes der bei seinem Blatte eingelausenen Spendcngclder angeklagt wird, soll mir heute zur Veranlassung dienen, die ehrcnwerthen Persönlichkeiten der antisemiLischen Koryphäen in Ungarn ein wenig zu beleuchten. Vor Allem die des Herrn Julius Berhovay selbst, der in den letzten Jahren so viel von sich reden machte, wie wenige Leute in Ungarn. Herr Verhovay ist slavifcher Herkunft und hieß von Haus aus Verchovah, doch fand er es zur Zeit, als er die publizistische Laufbahn betrat, für nothwendig seinem Namen eine magyarische Färbung zu, geben. Er arbeitete zuerst in der Nedaction des ..Ellenor," als dieses Blatt noch das erklärte Organ des ehemaligen „linken Zentrums" im ungarischen Abgeoronetenhanse gewesen war, einer oppositionellen Partei, die keinen geringeren Führer hatte, als Herrn Koloman von Tisza, gegenwärtig Ministerpräsident im Reiche der Stephanskronc. Der Ehefredacteur des „Ellenor" war damals Ludwig Esernatony, ein Mann von etwas bewegter Vergangenheit. In den revolnlionären Aufstand des Jahres 1848 venvickelt, gelang es ihm nach Niederschlagung der Landcserhcbnng, über die ungarische Grenze 'zu entkommen, und statt seiner wurde in Pesth zufolge Urtheils der eingesetzten österreichischen Militärgerichte ein Unschuldiger, welcher zu seinem Unglücke den Ramm Esernatony (iiijüe, aufgeknöpft. Die politische Rolle, die der Flüchtling spielte, war mm gewiß nicht geeignet, ihn in bcii Augen seiner Landsleute herabzuseycn, doch hastete seiner Vergangenheit noch ein anderer Make! an. Herr Esernatony hatte nämlich in seinem achtzehntes Jahre Banknoten gefälscht und ist ztisolge eines rechtskräftigen Urtheils dieses Verbrechens schuldig erkannt worden. Als er. mm aus -der Emigration heimkehrte undsich am politischen Leben seiner Ration zu betheiligen begann, erinnerte mau - sich 'der Jugendsünde des Mannes und hielt ihm dieselbe bei jeder. Gelegenheit vor. Esernatony verteidigte sich mit der Theorie,