Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1884)
- Date
- 1884-01-21
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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»ler Mission augemeldet: iür solclu* last schon Verlorene bin ich glücklich, einen kleinen Fond in Händen zu haben. Sind es also nur Einzelne, denen man die Hand zur Erlösung reichen kann, so möge trotzdem unser Eifer nicht erlahmen. Bleiben wir eingedenk des Spruches: „Wer nur eine jüdische Seele erhält, dem wird dieses Verdienst so hoch angerechnet, als hätte er eine Welt im Kleinen erhalten!*• L)r. W. Hevzberg\ ö V Diteetor des Deutsch-Jüdischen "Waisenhauses. Die Baron Lionel von Rothschild-Schule in Jerusalem. (Aus dem „Jewish Clironicle“.) Als das grösste Hinderniss für die Verbesserung der Lage der Juden in Jerusalem wird die maugelhafte Erziehung der dortigen Jugend anerkannt und die hieraus entspringende Unfähigkeit der jungen Leute beider Geschlechter irgend eine Beschäftigung zu ergreifen, die ihnen die hinlänglichen Mittel zur Existenz gewähren würde. Die schon bestehenden jüdischen Schulen beschränkten sich auf den Unterricht im Hebräischen und in «ler Religion, während die protestantischen Missionäre unentgeldliehen Unterricht in guten Schulen gewährten, mit denen überdies auch noch materielle Unterstützung für die Schule verbunden war, Eltern, die durch Annutli getrieben wurden oder in ihren Prinzipien schwach waren, ermangelten nicht., diese heimtückischen Wohl timten anzimehmen, und zahlreiche jüdische Kinder sind lereits vom Glauben ihrer Väter abgefallen oder fallen noch ab, um, dem Namen nach Christen, in der That aber Heuchler, ohne irgend welches religiöses Gefühl, zu werden. Hierdurch sind die Begriffe „weltliche Erziehung“ und „Abfall“ in den Augen der jüdischen Autoritäten so identisch geworden, dass sie gegen jeden Versuch einer solchen Erziehung seither immer Front machten, und so oft irgend einer unserer Glaubensgenossen, mit den besten Absichten, Schulen errichten wollte, um den Kindern sowohl eine religiöse als auch eine weltliche Erziehung aiigedeihen zu lassen, stemmten sich die Rabbiner, besonders diejenigen vom Aschkenäsischen Ritus, mit ihrem ganzen Einfluss dagegen, und so misslangen alle derartigen Versuche. Um diesem traurigen und sehr ernsten Zustande abzuhelfen, kam Herr Samuel Montag ne, welcher durch die werthvolle Hülfe des Sir N. W. von Rothschild und noch einem oder zwei Freunden unterstützt wurde, auf den .Gedanken, den Versuch zu machen, durch Anstellung eines tüchtigen Lehrers, dessen Strenggläubigkeit ausser allem Zweifel stände, sich die gute Meinung der jüdischen Autoritäten Jerusalems zu gewinnen und Grundstücke zu erwerben, auf welchen eine Schule für fünfzig Knaben errichtet, und wo die gewöhnlichen Gegenstände der weltlichen Erziehung mit dem Studium des Hebräischen und der Religion Verbunden werden sollte Der Versuch hat sich als höchst erfolgreich erwiesen. Ein eingeborener Herr, der in dem jüdischen College in Paris berangebildet worden ist, N iss im Be liar, wurde zum Lehrer ernannt und hat das in ihn gesetzte Vertrauen in reichlichem Masse gerechtfertigt. Ein sehr geeignetes Local, ein grosses Haus ungefähr eine'Meile (engl.) vom Jaffathor entfernt, ist von den Herren Sir N. M. v. Rothschild und Montague als Besitzthum erworben, und tüchtige Lehrer sowohl für Hebräisch und Religion, als auch - für Arabisch, Französisch und die gewöhnlichen Unterrichtsfächer einer Eier *itarschule sind angestellt worden. Die Schule ist nun seit drei Jahren