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Der Israelit · 1884-01-07 · Heft 2 (7.1.1884) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 2 (7.1.1884)
Date
1884-01-07
Page
– (sequence 24)
Language
German
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jBia dahin können wir nur 100 Lire monatlich .schicken für die uothdürfligeü Familien. Wir ersuchten Herrn Yeneziani, die Leute zu trösten und sie eindringlich zu ermahnen, auf die Felder, das Vieh etc. wohl Acht zu geben. Unsere Colonisten-Fiihrer, die mit Herrn Yeneziani sprachen, wälzten natürlich alle Schuld auf Herrn Franck resp. das 6.-0 und schimpften und verleumdeten soviel sie nur konnten. Herr Yeneziani war dadurch auch sehr verstimmt worden und wollte bereits nach Paris zurückkehren. Er besann sich indes» doch eines Besseren und ging nach Samarin, um die Colonie selbst in Augen Z hein zu nehmen. Er schrieb uns dann also: „Ich bin glücklich Ihnen anzuzeigen, dass das was ich in Samarin gesehen, mir viel mehr „Hoffnung giebt, als was mich der Zustand der Emigranten m Caifa erwarten Hess. Ich bringe „von diesem Besuche einen befriedigenden Eindruck zurück, welcher mich tröstete von den Unan- „nehmlichkeiten, die ich in Caifa getroffen, und dies belebt wieder meine Hoffnung und ändert meine „Ansichten über die Colonisation von Samarin. Ich habe hier fünfzehn Familien gefunden, zwar „ärmlich eingerichtet; aber es' ist ein Anfang einer Colonie eine Art kleinen Dorfes in einer gesunden „und angenehmen Lage. Die Männer sind gesund und scheinen thäfig zu sein; mehrere haben „irgend ein Handwerk; die Weiber unterstützen sie in ihrer Resignation und sind bei guter Gesundheit; „die Kinder sind munter und wohlauf . Ich habe hier weder Entbehrungen, noch Fieber oder Hunger ,gesehen, wie ich solche bei den in Caifa wohnenden Familien gefutiden. Diese Männer, mit Geduld „und Courage bewaffnet, arbeiten schwer; sie kämpfen gegen die Armutle. und Schwierigkeiten des „Anfanges, und sie geben die entfernteste Hoffnung, dass sie vielleicht durch ihre grossen Anstrengungen „und Mühen es dahinbringen werden, eine lebensfähige Colonie zu gründen. Im Allgemeinen also „habe ich in Samarin Männer gef unden, voll guten Willens und Geduld, fähig die grössten Entbehrungen zu ertragen, wenn sie ehrlich,' intelligent und von einer festen aber väterlichen Hand geleitet werden. •' „Ich habe einen fruchtbaren Boden gefunden, welcher gute Ernten hervorbringen kann, wenn „man ihn von den Steinen und dem Unkraute reinigen wird; ich habe Hügel gefunden, die für „Anpflanzungen von Fruchtbäumen und- Weingärten geeignet sind. Ich habe eine ausgezeichnete „Stelle für die Anlage des Dorfes gefunden, erfrischt van der Seeluft und in gesunder, reiner Lage. „Wasser mangelt, aber Samarin besitzt einen Brunnen und eine Quelle, die eine (faveur) Gunst sind „in diesen Gegenden .... Zum Schlüsse will ich nur noch sagen, die Colonie Samarin ist werth „des Interesses und der Unterstützung. Während Sie arbeiten werden, in Rumänien die nöthigen ,Gelder zu sammeln, um wenigstens den Häuserbau in Samarin fertig.zu stellen, damit die Colonisten „die schlechte Jahreszeit dort sollten zubringen können, will ich mich selbst anheischig machen, in „einigen Wochen nach Europa zuriickgekchrt, du: Aufmerksamkeit auf diese Colonie zu ziehen und „mit jener auch Protektion und Unterstützung .Wir wollten noch immer die Ehre der rumänischen Juden retten und nachdem wir 40,000 Francs subscribirter Gelder hatten, entschlossen wir uns eine Reise in's Innere des Landes zu machen, uni jene ganz oder zum grossen Theil einzukassiren. Als wir gerade abreisen wollten,, erhielten wir eine Depesche von Herrn Yeneziani ans Bukarest, dass er dort eingetroffen unduns eingeladen hinzukommen. Wir reisten sofort hin und er bestätigte uns, was er un» früher* geschrieben, mit dem Zusatze, wenn wir die 40,000 Frcs. zusammenbrächten, würde er die restirenden 60,000 Frcs. beschaffen. (Fortsetzungfolgt.) Truck von »avi- Soui» «olff in ««gftttoug»

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