Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1884)
- Date
- 1884-01-07
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 49 — -•-KH”*---: Central-Coniite zur Erleichterung der Auswanderung der Israeliten aus Rumänien. II. General-Versammlung, einberufen am 4J16. u, 5jl7. September 1883 zuGalatz. (Fortsetzung.) Was geschah aber? Von der ersten Geldsendung an Herrn Franek wurden acht- bis neuntausend Francs für Ausschiffung der zwei Transporte der Bakauer und Jassy er absorbirt, die man nirgends landen lassen wollte. Wir haben bereits vor deren Abreise hier gewusst, dass ein Ausschiffimgsverbot vorliege und deshalb waren wir auch gegen die Abreise, abgesehen von den anderen Motiven: aber es half ja nicht, die Leute waren einmal sammt und sonders mit Kind und Kegel da; zurück nach Bakauu und Jassy konnten sie auch nicht, und so gingen sie. Statt nun Gott zu danken für ihre endliche Erlösung, nachdem sie nach wochenlangen Strapazen und Mühseligkeiten endlich ihren Bestimmungsort erreichten, nach so vielen Opfern, die sie unserer Gasse verursachten; statt nun ruhig und fleissig an die Arbeit zu gehen, um das Versäumte nachzuholen fanden es die würdigen Herren für gerathener, nachdem sie Umschau an Ort und . Stelle gehalten und sich mit den Verhältnissen bekannt gemacht, Intriguen und Zwietracht zwiclien die früheren Emigranten zu säen und andererseits gegen den Administrator, Herrn Braseur, zu schüren, den Herr Franek in der Colonie' eingesetzt hatte als seinen Vertrauensmann, der die dortigen und unsere Sitten und Verhältnisse, die beiderseitigen Sprachen etc. kennt, und dies ausdrücklich nur provisorisch auf wenige Monate, wie Alles aus unserer Correspondenz zu ersehen ist. Was den Herrn Franek selbst anbelangt, haben wir es Ihnen so oft wiederholt und erklären es nochmals jetzt, dass alle Erkundigungen, die wir früher über ihn eingezogen, sämmtlich zu seiuen Gunsten lauteten, sowohl die im Orient als in Paris, wo er unserem Dr. Lippe sehr warm recomman" dirt ward, und was uns Herr Veneziani auch jüngstens in Bukarest bestätigte. Dieser edle Herr konnte auch über Herrn Brasseur, trotz der diesem zur Last gelegten Veruntreuungen und Missbräuche, nichts Bestimmtes aussagen, obschon er (Hr. V.) all unsere Rechnungen in Caifa undBeyrouth revidirte und uns ersuchte, nach Erhalt der General-Rechnung von Herrn Franek, ihm eine Copie einzuschicken, um Alles genau zu controliren und uns zu sagen, wo eine Veruntreuung stattgefunden und wo ein Verdacht begründet sei; denn er weiss Alles, was uns natürlich auch sehr lieb ist. Ohne hier die Vertheidigung des Herrn Brasseur zu übernehmen, wollen wir Ilmen nur bemerken, dass uns Herr Franek wiederholt geschrieben, er sei ein grundehrlicher Mann immer gewesen. Wir verstehen also hieraus, dass es die Schuld unserer Colonisten gewesen ist, wenn Herr Brasseur die Gelegenheit benützte, um Unredlichkeiten zu begehen, wenn dieses überhaupt geschehen jsein ^sollte. Denn hatten alle Colonisten treu ihren Beruf erfüllt, hätten sie sich alle brav