Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1884)
- Date
- 1884-01-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Deutschland. Frankfurt a. M. Eine prachtvolle Schilderung des Todten Meeres und seine Umgebung entwirft Gregorovius in einem Aufsatze „Nitt nach dem Todten Meere" („Unsere Zeit", Januarheft 1884), auf den wir hier Hinweisen, weil durch denselben im Großen und Ganzen die Miltheilungen, welche alte, oft als übertrieben angesehene Berichte, über die Eigenschaften dieses merkwürdigen See's machen, bestätigt werden, zugleich aber auch an die Stelle des dunklen Bildes, das sich infolge der schädlichen Eigenschaften, die^wir von dem See erfahrenhaben, in unserer Vorstellung entstanden ist, ein freundliches und anmuthiges setzt. „Unsere Vorstellungen vom Todten Meere", so erzählt uns Gregorovius in seiner meistcrhasten Weise, „sind ganz irrig. Da Gott die blühenden Thäler, durch welche einst der Jordan zwischen Palmenhainen herabströmte, vernichtet hat, war selbst sein Fluch schöpferisch, da er an ihre Stelle eines der wunderbarsten Gemälde der Erde gesetzt hat. Der furchtbare Salzsee strahlt in Jrisfarben, wie nur ein Golf Siciliens, oder der Meerbusen von Korinth. Aber sein Schein ist dunkler, wie von geschmolzenem Metall, seltsam und geisterhaft. Seine Wellen ruhen nicht in bleierner Unbeweglichkeit, sondern sie ziehen, wie jedes andere Meer, weiße Schaumbrandungcn um die Küsten". Die sehr verbreitete Annahme, daß kein Vogel über den See hin zu streifen wage, bestreitet Gregorovius auf Grund, eigener Anschauungen, ebenso erklärt er auch die Annahme, daß um den See herum die Natur erstorben sei. als eine irrige. Daß das Meer einen betäubenden Dunst aushauche, wird als eine von den Soldaten des Pompejus u. Titus in Europa verbreitete Fabel erklärt. Hingegen werden die sonstigen Angaben der Alten über'die Eigenschaft dieses Wassers voll bestätigt. „Kein lebender Organismus ist in ihm entdeckt worden. Wenn Fische aus dem Jordan sich ins Todte Meer verlieren, sterben sie sofort. Weder vegetabilische, noch animalische Substanzen können durch Fäulnis; seine Atmosphäre verderben. Nur Salze, Magnesia und Soda sind in ihm bis zur vollsten Sättigung aufgelöst. Das Wasser ist so dicht und schwer, daß ich mich nur mit Mühe in ihm bewegen kann; es hebt den Körper und stellt ihn aufrecht. Der Grund ist schlüpfrig wie Seife. Wenn ich mit der Hand davon hcranfhole, ist cs wie zäher weißlicher Lehm. Die Bitterkeit des Waffers ist wirklich schauderhaft. Die Augen schmerzen, wenn sie von ihm berührt werden. Das Thermometer zeigt 160 N, die Lust hat 17*. Nach dem Bade haben wir das Gefühl der Erfrischung, und keiner von uns spürt ein Brennen auf der Haut: Nur sind wir Alle mit einer Salzkruste überzogen." Kenner der Literatur über das Todte Meer werden die Angaben des Talmud. Plimus und Josephus über die geringe Möglichkeit, in diesem Wasser zu ertrinken, wie auch^ über die augcnschädliche Wirkung des aus diesem ^ee gewonnenen Salzes hier bestätigt finden. A 'Jf W, I © M iS. Für des folgendes Theil ist die Redaktion sicht verantwortlich. MI- Abonnements- und Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kauffmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen Nr. 35; für Eöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7; für München bei N. Beitelheim, Färbergraben 29; für Fürth in Bayern M. Dornberger, hebr. und deutsche Buchhandlung; für Böhmen, Mähren und österr. Schlesien bei Jacob B. BrandeiS, Buchhandlung in Prag. ' . Jknnonee. I Für mein Pfandleihgeschäft und meinen kleinen Haushalt (ohne Kinder) suche zum 1. Februar ein braves Mädchen. Hattingen a. d. Ruhr. 60) Liefm Markes. f&n brave isr. Familie nimmt ein Kind VS' iit Pflege, liebevolle n. gute Erziehung wird zugesichert. , Näheres unter Chiffre X. L. 173 besorgt die Expedition d. Bl. Abraham Schwab, Stadelgasse, J 3Vochcu - Aalender. Strassburg i. E., - Freitag, II. Januar. 13. Tebeth. empfiehlt seine äußerst kunstvolle u. solide' Samstag, \2. Januar, 14. Tebeth. Stickereien, als Porauches, Sesermäntelchen, j 'N'i Schulchandecken rc. 4828 i Sabbat-AuSgang 5 Uhr 20 Min. —-:- (Mainzer Uhr.) Gegen hohen Lohn Our Stiche der Hausfrau suche ei» tüch- . . - r - . - _! (O tiges, mit Führung der Küche und des wird auf sofort eme tüchtige und stre..g- , vertrautes Mädchen. Neflectanreligiösc Köchin gesucht. Gest. Offerten unter dünnen motten Offerten unter J. L. 174 bei )ir. 171 an die-Expedition-d-Bl._UüLJiTpebitiou d. Bl. einreichen.