Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1884)
- Date
- 1884-01-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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£XV. Jahrgang. JS?.!♦ Der Zsrae Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthnm. Heransgegeben von I)i. Lehmann in Mainz. Montag, den 3. Januar 5644 (1884). Diese Zeitung erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 NeichS-Mark, sür's Ausland 16 Reichs-Mark. Mmi abonnirt ganzjährig, > halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oestereichische Banknoten laut Conrs. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für'8 Ausland. 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Die Vorgänge in Ungarn. — Der 30. Psalm. — Zeitungsnachrichten und Conespondeuzen: Deutschland: Rexingen. — Frankreich: Paris. England: London. — Rumänien: Bukarest. — Rußland: Jannlinzi. — Bosnien: Serajewo. — Amerika: Kingston. — Austlülien: Metboulue. — sliuniänien: Tnkartst.— Rustlond: Lodz. Mmßk. — Anlerika: Baltimvte. — Fenilletou: lllnr standhaft — Zeitungsnachrichten und t-o;respo»'.enzen: Frankfurt a. M. AUona. — Oesterr.- Ungar. Monarchie: Ans Ungarn. — Feuilleton: Die Wcstu.aucr des heiligen rentpelS in Jerusalem, . sm. Leitende Artikel. Die Vorgänge in Ungarn.; . Mainz, 31. Dezember. Nicht genug, daß das Judenthum in Ungarn von äußern. Feinden, welche selbst die gröbsten Gewaltthaten nicht scheuen, unendlich viel zu leiden hat, es erheben auch die inneren Feinde wiederum das Haupt, um gcgeLdas unverkürzte und unverfälschte Judenthum und namentlich gegen das Studium des Talmuds-alle Hebel in Bewegung zu setzen. Es ivür ün Jahre 1968, als der damalige ungarische' Enltusmimster, Baron^Eotvös, ei neu C ongreß Wischer Mtabelu. .nach der Hauptstadt des Landes Venef, welche der ungarischen Jndenheit eine Organisation geben sollte. Dieser Eongreß wurde am 10. Dezember 1.868 eröffnet. In ihin waren Orthodoxe und Reformer ziemlich gleichmäßig vertreten, jedoch hatten die letzteren eine geringe Majorität. ' Es wurden in Folge dessen Statuten ausgearbeitet, welche mit den Grundsätzen der jüdischen Religion nicht immer im Einklang stehen. Die orthodoxe Minorität protestirte sofort gegen "die Majoritätsbeschlüsse, lind als das Congreßstatut, vom Könige genehmigt, zwangsweise dürchgeführt werden sollte, erhoben die Orthodoxen int Namen der Gewissensfreiheit Beschwerdebeim Landtage, der denn auch am 18. März 1870 beschloß, daß hei der Durchführung von Zwangsmaßregcln Umgang zu nehmen sei. In Folge dessen bildeten die Orthodoxen einen eigenen Verband, dessen Statuten von der Regierung genehmigt wurden. Andere beharrten auf dem bislicrigeu Zustande, 8tatu3 gucr ante, und schlössen sich weder den Eongreßleru' noch den Orthodoxen au. Es gibt daher gegenwärtig in Ungarn Gemeinden, die das Eongreßstatut, andere, die das orthodoxe Organisationsstatut befolgen und drittens solche, die bei ihren alten Lokalstatuten geblieben sind; und so kommt es, daß in einer und derselben Stadt vielfach zwei oder drei verschiedene Gemeinden nebeneinander bestehen. Die Eongreßler haben nnterdcß in Pesth aus Kosten des ungarischen jüdischen Schulfonds' ein Rabbinerscminar gegründet, das ungefähr auf dem Standpunkte des Breslauer Rabbinerseminars steht, und dessen Zöglinge später als Rabbiner das ungarische Judenthnm reformiren sollen. Die. orthodoxen Rabbincn finden ihre Vorbereitung in zahlreichen Tylmndschulen in allen Gegenden des Landes und ihre Ausbildung auf der großen Jeschi-. bah in Preßburg. Am 24. d. M. erschien bei dem gegenwärtigen, Cultnsminister, Herrn vsnTrösorl, eine Deputation,