Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 49 (9.12.1909)
- Date
- 1909-12-09
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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•**f,\~--- *•.:-' v^-- .'-'?r>'-*r->^ S. Jahrgang JS 12. üdiechcr Volksfreund Monats-Beilage r>» „israelir TmatwtrtMM Ridaiitloat Rabbiner Dr» S. RfetT bi Köln. Cöln, 7. Dez. Der Verlag der Bibliothek des jüdischen Volksfreundes bittet uns, darauf aufmerksam zu machen, daß das Abonnementsgeld von Mrrrr Mark für die Bibliothek des Jüdischen Bolksfreundes Pro 1910 vor dem 1. Januar an den Verlag des Israelit G. m. b. H. Frankfurt a. M., Hansahaus, Postscheckkonto 344, einzusenden ist, damit die Zusendung keine Unterbrechung erleidet. Für den Stipendi enfond des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands (E. V.) gingen von N. N. 3 Mk. und von N. N. 1 Mk. ein. Wir empfehlen, den Fond zu Chanukka zu bedenken. Kertchtigimg. Im Abreißkalender „Tomor" der Sana-Gesellschaft in Cleve sind folgende Jrrtümer zu berichtigen: Man höre am 10. Teweth auf zu essen 7°* nicht V1 ‘ „ 5°'nicht 5'° „ 317 nicht 335 „ „ Taanith Esther „ „ 17. Tamuß // Bericht über die ordentliche mitgiiederpersannnlung des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands (€. v.). vom 4. Kislew 5670. 17. November 1909. Der diesjährige Bericht, der Lber die Tätigkeit des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands veröffentlicht werden kann, enthält keine Mitteilungen von neuen Unternehmungen oder besonders erfolgreicher zum Abschluß gelangter Tätigkeiten auf einem speziellen Arbeitsgebiete, sondern er stellt sich nur als eine schlichte Berichterstattung der Ausführungsorgane des Vereins dar über die im Rahmen der Zwecke des Vereins naturgemäß fortgesetzten Arbeiten. In Abwesenheit des Vorsitzenden leitete dessen Stellvertreter, Herr Stadtverordneter I. B. Jonas- M.-Gtadbach die Versammlung, die er mit ungefähr folgenden Mitteilungen eröffnete: Auf der letzten außerordentlichen Generalversammlung am 21. Juni 1908, die mit einer Gedächtnisfeier für Rabbiner Samson Raphael Hirsch V'XT verbunden war, wurden die neuen Satzungen beschlossen, auf Grund deren die Eintragung des Vereins in das Vereinsregifter zu Köln am 3. Februar dieses Jahres erfolgte. Damit war eine neue Basis für das Wirken des Vereingeschaffen, die sich bereits besonders bei Verhandlungen mit Behörden vorteilhaft erwies, und an die wir für die Zukunft noch weitere Hoffnungen knüpfen. In unserer Tätigkeit fuhren wir in ruhiger und sachlicher Arbeit auf den uns vorgefchriebenen Bahnen, den Zwecken des Vereins entsprechend, fort. Wir leisteten Unterstützungen zur Anstellung von Religionslehrern und Schächtern. Wir verteilten gute Schriften, wie der ,,jüdische Sabbath" von Rabbiner Hirsch, „Vorschriften über das Familienleben" von Dr. Münz und Jugendschriften aus dem neugegründeten Bolksschristenverlag in Frankfurt. Wir hatten auch wie bisher ri tuelle SP ei sehäuser zu unterstützen und haben unser Augenmerk auch von der Schechitah nicht abgelenkt. Am 21. Februar waren die jüdischen Tierärzte der Rheinprovinz bei uns versammelt, um ihr Urteil und ihren Rat bezüglich des Niederlegens der Schlachttiere auszusprechen. Wir haben uns infolge des BotumS dieser Herren, das wir nicht allein auszuführen in der Lage waren, mit der Autorität auf diesem Gebiete, Herrn Dr. Hirsch Hildesheimer in Berlin, ins Benehmen gesetzt, um nicht ohne Fühlung mit dessen bewährter Kraft weiter auf diesem Gebiete zu arbeiten. Den Gedanken, eine Pensionskasse für die Beamten der uns angeschlossenen Gemeinden zu gründen, mußten wir wieder fallen lassen, wiesen aber unsere Gemeinden auf die unter der Verwaltung der Rheinprovinz stehende Pensionskasse hin. Gemeinden, die derselben beitreten wollen, werden wir gern, wenn und soweit es unsere Mittel zulassen, zu dem Zweck unterstützen, wenn keine sonstigen prinzipiellen Bedenken dagegen vorliegen. Der beruflichen Tätigkeit der Lehrer, die inunseren Gemeinden wirken, glauben wir dadurch wenigstens einen Dienst zu leisten, daß wir nach wie vor Fortbildungskurse in den jüdischen Disziplinen abhalten lassen und die volle Reisevergütung dazu gewähren, sowie bei Verteilung von Schriften die Herren Lehrer stets zuerst berücksichtigen. Infolge gegebenen Anlasses gründeten wir einen Stipendien fond, den wir im Laufe der Zeit erhöhen zu können hoffen, zur Unterstützung gesetzestreu lebender junger Leute für ihre Ausbildung in jedwedem Beruf. Der von dem D. I. G. B. vorgelegte Gesetzentwurf gab uns wiederholt Anlaß, uns mit der Frage der Zwangsorganisation eingehend zu beschäftigen und unsere Gemeinden über die Bedeutung einer - solchen gesetzgeberischen Schöpfung aufzuklären. Feuiltrt » «. Bas Eicht. (Fortsetzung.) „Und meiner Frau gings ebenso. Sie war ja nun eigentlich ganz unschuldig, und sie hat's Herz auf dem rechten Fleck. Nicht einen Augenblick hatte das Aelteste zu empfinden gehabt, daß es nicht seine Mutter ist. Aber das Unglück war nun mal da und ließ sich, wie wir meinten, nicht wieder gut machen, und wenn ich unterwegs war, ließ es mich auck nicht los. Da begegnete mir7 eines Tages auf dem Wege ein Mann, der mich uach der Richtung fragte. Er hatte etwas merkwürdig Zutrauen Einflößendes und als er mich wegen meines betrübten Aussehens befragt, vertraute ich ihm mein Schicksalen. „Soll ich Euch das Licht bringen?" fragte der Mann. „Das Licht? Sie sind doch nicht blind," antwortete. ich. „Soll ich Euch das Licht bringen?" wiederholte der Mann seine erste Frage. „So werdet Ihr ihnen das Licht bringen." Das Aussehen des einfach gekleideten Mannes hatte etwas so Hoheitsvolles, daß ich nicht wagte, feinen anscheinenden Irrtum nochmals zu verbessern. „O, könntet Ihr meine Kinder gesund machen." „So gebt mir fiir jeden Kops Eures Hauses 7 Goldstücke, das Sinnl che dem Heiligen zu weihen." Wortlos entnahm ich meiner Geldtasche die verlangte Summe. Er ergriff das Geld und war meinen Blicken spurlos entschwunden und ich erwachte,- ich war im Fahren eingeschlafen. Mir war so froh zu Mut. Der Mann im Traum hatte etwas so Ueberirdisches in seinem Blick gehabt, daß ich aus dem ganzen Traum neue Hoffnung schöpfte. Am anderen Morgen erzählte ich meiner Frau den Traum. Auch sie teilte meine Hoffnungsfreude. Was mag er mit dem Licht gemeint haben? Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Die kleinen Nachbargemeinden hatten sich einem gesetzestreuen Gemeindeverband angeschlossen, der einen gesetzestreuen Rabbiner angestellt hatte. Dieser kam jetzt zu einem Besuch dorthin. Er pflegte die Kinder zu prüfen und in einem leicht verständlichen Bortrag den Erwachsenen Belehrung über religiöse Vorschriften zu erteilen. Bekannte hattest mich zu den Vortrag eingeladen. Ich hatte noch nie ähnliches gehört, war unter Christen groß geworden, ohne eigentlich recht zu wissen, warum ich Jude bin. Nun trafen mich die Worte des Redners, wohl vorbereitet durch das jüngst erlebte, in ganz besonderer Weise. Vom „Neir tomid", dem ewigen Licht hatte der Rabbiner gesprochen, das am Altäre brannte, dem Symbol für das unvergleichliche Licht der Torah. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das war das Licht, von dem der seltsame Mann gesprochen. Dieses Licht mußte ich mir verschaffen. Doch wie? Rach beendetem Vortrag faßte ich mir ein Herz und bat den Rabbiner um eine Unterredung. Er hatte trotz seiner Würde etwas so Vertrauen-Einflößendes, daß ich ihm das bisher außer meiner Frau niemand anvertraute Erlebnis erzählen und seinen Rat darüber erbitten wollte. Aufmerksam hörte er zu. „Das ist ein merkwürdiger Traum. Was er auch sonst bedeuten mag, Ench hat er Hinweis auf das Licht gebracht. Sucht es zu erringen. Gern helfe ich Euch, soweit es in meinett Kräften steht, zunächst durch geeignete Bücher, damit Ihr Euer Judentum erst kennen lernt." Der edle Mann hielt Wort. Schon nach wenigen Tagen erhielt ich ein Packet Bücher mit einer ausführlichen Anweisung über die Reihenfolge, in der ich sie lesen sollte. Es war die Torah mit Uebersetzung in erster Linie, eine Reihe Gesetzesverordnungen, die Propheten, Sprüche der Väter und jüdische Erzählungen aus dem Talntud. Nun begann em neues Leben für uns, denn auch meine FraN beteiligte sich.gern am Lernen. Abends saßen wir zusammen und lernten. Da iernre ich.eist die Begriffe jüdische Ehe kennen und empfand, i-V.'