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Der Israelit · 1909-11-04 · Heft 44 (4.11.1909) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 44 (4.11.1909)
Date
1909-11-04
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 14. Nr. 44 Der J-raM. 4. November worden find. Me Brüder Zolles Waran, wie Berliner in der Einleitung bemerkt, Lemberger Talmudgelehrte, die Anschluß an die neue jüdisch-wissenschaftliche Bewegung in Deutschland suchten und Beiträge sür die von Jost begründeten Annalen lieferten. Besonderinteressant ist ein BriefJostS an Beusch JolleS, in dem er sehr empört fich über Luzzato äußert. Dieser hat nämlich auf daS Versprechen hin, für die Beiträge in den Annalen werde ein entsprechendes Honorar geleistet, ein solches, da er Geld nicht erkalten habe, in Form von zwei Büchern, die er zu besitzen wünschte, verlangt. Jost ist sehr empört über das Verlangendaß daS Versprechen nicht gehalten wurde, liege an der Verlagsbuchhandlung, die ihr Wort nicht etnlöfe, weil die Geschäfte schlecht gingenwenn aber Luzzato auf seiner Forderung bestehe, so wolle er das HonorarauS seiner Tasche bezahlen. Vergleicht man hierzu Luzzatos Brief in der Sammlung von Gräber, Nr. 274, S. 686, so steht man, daß dieser, der in bedrängten Verhältnissen damals lebte, nichts Ungewöhnlichegefordert und -aß die Form, in der es gefordert wurde, keinen Anlaß zum Empörlsetnhat geben konnte. 8. t . *ntr» niawm nia^n wrn /annax rra annax P 'an ^xanp p nn rpnx Txtpn n"n -in rra isiaai .n'nan jaxabix 'an löipa x^isö aaa nxa maw nraaaa Selbstverlag des ♦*? "an j a X » b b 1X IlVl Herausgebers: X. M Krauß, Be^irksrabbiner in Veszprbm m. Memes-Szalhk (Ungarn). DaS vorliegende Werk ruft einen Heimgegangenen Fürsten der Thora aus der Zeit des Qfln wieder in die Gegenwart zurück. Man könnte sagen, eS erweckt einen großen Toten zum neuen Leben, wenn cs fich nicht um einen der Unsterblichen handelte, die durch ihre Wirksamkeit und ihren Einfluß auf eine ungezählte- Schar vcn SckÜlern ohnedies den Tod überwunden haben uud mit unserem Leben und Wirken unaufhörlich verbunden find. Durch die vorliegende Veröffentlichung seines literarischen Nachlasses wttt» der große Mann auch den zeitlich und räumlich ferner Stehenden näher gerückt, und die Verehrung und Bewunderung ihnen erklärlich, mit der seine Zeitgenossen, wie R. Moscheh Sofer, R. Jehuda Assod u. a. in ihren Schriften von ihm sprechen. Das Werk enthält JYOIVn und Abhandlungen über JTP31D/ die allerdings zumeist bekannte und bereits vielfach behandelte Themata enthalten. Aber gerade dieser Umstand verleiht dem Ganzen einen besonderen Reizweil die Genialität des Verfassers Gegenständen, von welchen man glauben sollte, baßste bereits vollständig von allen Setten erschöpft find, immer neue, originelle GefichtSpunkte avzugewtnnen verficht. Vieles von dem literarischen Nachlaß beS Autors ist dem Zahne ,der Zei. unterlegen. Das, was ihm der Herausgeber entrissen hat,-ist auf zerstreuten, vergilbten Papieren verteilt, die auch schon so fia'k gelitten haben, daß ein weniger berufener Herausgeber ste »ich: der Oeffentltchkeit hätte unterbreiten können, Mit ungewöhnlichem Fleiß und großer ThoralenntntS, verbunden mit einer seltenen Belesenheit und feinem kritischen Scharfsinn ist eS dem Herausgeber gelungen, die Lücken zu ergänzen und ein formvollendetes Ganzes zu schliffen, das die ersten zeitgenösfischen Autoritäten der Thoramnbe in Ungarn in ihren, dem Werke vorangeschickten Zuschriften dankbar anerkennen. Dem Werke ist ein Anhang, j-p3, beigegeben, welchkr na*?n 'Vinn vom Sohne und Amtsnachfolger des Verfassers y2£T pttAblX "IN P 'an enthält, die dm Amor als würdigen, ebenbürtigen Sohn seines großen BaterS legitimieren. Bon hohem Interesse find auch die biographischen Notizen, mit welchen der gelehrte Herausgeber sein Werk einleitet, die ungemein reich an verschiedenen kulturhistorischen Momenten i nd. ES genügt, auf dieses Werk htnzuweise und einer Empfehlung bedarf es bci allen Kennern der talmudischen Literatur nicht, wie dies auch in dm darin abgedruckten Zuschriften der D^lxa Ungarns wiederholt betont wirb. I. r6x mbn pnx ^nx mawm rv6xtp naa am p pnx '^x nxa mxa*? na anaaip xiivma p"pnax 'mx 'arnv P 'iaa 'an ♦a"ann Es ist ein trrffltches Buch, welches uns zur Besprechung vorliegr. Sämtliche Partien in d.csem Buche verratendaß wir es mit einem Meister auf dem Gebiete von XfinPBV und nnax zu tun haben. Aber schon die einleitenden Wortein dir Vorrede “72*7 Dxn zeigen uns an, daß der Verfasser ein ausgesprochcner Charakter sein muß, der, wo es ihm nötig scheint, kein Blatt vor dm Mund nimmt. Satyrisch bemerkt er, wie heutzutage, so jemand ein xn-'iixn xya^ai na*?na naa herauSgtbt, er fich gezwungan fühlt, gleich\am eine Verteidigungsrede darüber zu Hallen, wie so er fich erkühnt, die hebräische Literatur mit einem neuen Werk zu bereichern. Run, ruft er aus, er habe noch nie gehört, daß jemand fich veranlaßt sühlte, fich deswegen zu verteidigen, well er fich ein neues HauS bauen will. Neberhaupt, so meint der Verfasser, und damit ziilt er auf hetrübende Erscheinungm in der Gegenwart hin, seien solche Lmte zu allerletzt berechtigt, mit einem verächtlichen Achselzucken daS Erscheinen eineS neuen M begrüßen, die auf die Erziehung ihrer minder in dm staatlichen Anstalten ein ganzes Vermögen verwenden, trotzdem daß dieselben dort gewiß nicht für sp '1 niin erzogen werden. Aus demselben Rechte — meint unser Verfasser spottweise — darf doch jemand sei« Gelb für die Drucklegung eines verwenden. Nun, das vorltgende -i£}D verdient jedenfalls die Drucklegung. Ter erste Teil *VJX!B^ 13 enthält sehr schöne, geistreiche, höchst aktuelle und auch für Rabbiner und Prediger verwertbare ,-jTax ‘Hal- Auch-ist die Sprache, worin diese ni3X Pal angeführt sind, ein selten schönes und modernes Hebräisch, eS ist nicht daS unverdaubare Hebräisch der gewöhnlichen sogenannten DPBDTimaX- Den Inhalt dieses ersten Teiles bilden ana pvw v'a'ar bv niapwm npaxa mw puni m pa Sxittr aaea*? n^aian aa nanb •'lai mn Der zweite, der eigentliche Haupttetl besteht auS 53 talmudischen Exkurfionen, größtenteils Responsen, worunter viele höchstaktuelle fich befinden, wie z. B. |XÖÖRian pla man awa nta v nx ow riv ratrat? ff’DiD omarav toaxan *pmaa pnai ,*6aan nam ava w tw aaa anaa? ampann nav Mit einem Worte, vorliegendes gewährt jedem Kenner jüdischer Lehre der dem Verfasser dankbar ist für die zahlreichen Anregungen, die er daraus empfängt, reichste Befriedigung. Rb. PH. F. Die Orientwirren. Bon Davis Triersch. Frankfurt a. M. Neuer Frankfurter Verlag. Preis 1 Mark. Bei der Bedeutung, die die neuesten Wendungen in den Angelegenheiten des Orients auch für unsere kolonisatorischen Bestrebungen in Palästina haben, ist es für den I den von großem Interesse, fich über die Orientwirren, die mannigfachen politischen und wirtschaftlichen Pro leme zu orientieren, die seit hundert Jahren zu einer dauernden Gefahr für den Weltfrieden geworden find, infolge der letzten Umwälzungen in der Türkei aber neuartigen Lösungen oder Verwickelungen entgegenzuflehen scheinen. Da die bezüglichen statistischen und historischen Angaben nur mit großer Mühe aus verschiedenartigen Werken zusammenzuholen find, so bedeutet es eine wesentliche Er-- leichter ung der Orientierung, wenn in der vorliegenden Schrift in kurzer, überfichtllcher Form eine Darstellung des Umschwungs der Dinge im Orient, seiner Vorgeschichte, dcs jetzigen Standes und der neuen Probleme — zum Teil in kurzen Darlegungen, zum Teil in statistischer Form — geboten wird. Bei dem raschen Fortschreiten der politischen Entwickelung im Orient ist eS allerdings nicht verwunderlich, wenn in der kurzen Zeit seit dem Erscheinen der Schrift schon zahlreiche Angaben (über Bosnien und die Herzegowina, Kreta, den Sultan, Bulgarien, Serb en, die Ortentbahn, den Boykott, die Konserenzfrage usw.) durch die Ere gntffe überholt worden find. Wertvoll aber bleiben die statistischen Ueberfichten und die recht prägnant geschriebenen historischen Skizzen. Sd. Joseph Bechor Schor, ein nordfranzösischer Bibelerklärer des XU. Jahrhunderts von Dr. N. Porges und Kant und das Judentum von Dr. Julius Gutmann. Leipzig, Gustav Fock, 1908. 61 S. 8*. Die anzuzeigende Schrift enthält zwei Vortrüg'', die in der Generalversammlung der G f. d. W. d. I. Ende 1907 gehalten wurd n und deren erster nicht nur sein Thema behände t, sondern zugleich eine Art Programm für die Arbeit der Gesellschaft enthält. Er untersucht auf Grund der nur zum Teile bekannten Kommentare Bechor Schvrs, dessen Exegese und will nament ich von ihm lernen, wie man zeitgemäße, freisinnige und apologetische jüdische Wissenschaft treiben müsse. Sehr richtig — weniger inb zug auf Bechor Schor, als inbezug auf die moderne Pflege jüdischer Wissenschaft — warnt der Verfasser vor gesuchter Originalität und den Fehlern, die sie leicht inl Gefolge lat. Die Begriffe „zeitgemäß" und „freisinnig sind so oft zu Sch agworten mißbraucht und so verschiedenartig gedeutet worden, daß sich über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit ihrer Anwendung im einzelnen Falle nicht diskutieren läßt, wenn nicht zuvor die subjektive Definition derselben seitens dessen, der sie anwendet, feststeht. — Zum Zwecke der Apologetik und in Verbindung mit ihr verlangt der Verfasser — wiederum mO Recht — eifrige Betätigung der jüdischen Gelehr en mit der Bibelw-.ssenschaft, die jetzt leider zumeist Domäne der nichtjüdischen Gelehrten ist. Allerdings wäre hier die sehr wichtige Forderung hinzuzusügen, daß die Arbeit der jüdischen Gelehrten aus diesem Gebiete sich nicht nach der Schablone der bisherigen Arbeiten vollziehe und die gesamten jüdischen Quellen, insbesondere den Talmud, mit dem gebührenden Fleiß und dem unen behrlichen gründlichen Verstäudni benutzt werden. Entmann behandelt das Verhältnis Kants zum Judentum, skizziert den mittelbaren und unmittelbaren Einfluß, den jener auf dieses ausgeübt hat, und versucht die Frage zu beantworten, worauf Kants absolut falsche Auffassung des Judentums beruht und inwiefern andererseits eine bedeutende Gemeinschaft zwischen seinen Grundlehren und den Gedanken des Judentums besteht Religiöse Zeitfragen. Bon Dr. L. MüNz. Zweite revidierte Auflage. Berlin 1909. Das Buch, getragen von flammender Begeisterung für daS vom Verfasser Jahrzehnte hindurch so würdevoll und erfolgreich vertretene Judentum, öffnet tiefere Einblicke in das Wesen der jüdischen Religion durch mutvolle, kampfesfrohe Behandlung der „religiösen Zeitfragen." Schonungslos deckt es die Wunden der an ReltgronSunkunde krankenden modernen Zeit auf und führt uns auf der anderen Seite im kühnen Adlerfluge erlesener »ewalt, die aber nirgends logische Schärfe verrßt, auf die Höhen jüdischer Religionsanschauung. Grade ste versteht, mit den weitesten Kullurfortschritten Harmonie zu unterhalten. DaS Buch, eigentlich nichts anderes als eine geschloffene Reihe für dm Augenblick vestimmler Vortrage, hat durchaus bleibenden literarischen Wert und erzieherische Bedeutung. xmpn- Sammlung preisgekrönter Märchen und Sage«. Herausgegeben von der Jugendschrif.m-Kommisfion des U. O. Bnei Briß. Ferdinand Carl, LoeweS Verlag, Stuttgart. Es ist eine Ar z 'hl jüdischer Märchen und sagenhafter Erzählungen, die in dem vorliegendm Bande von hüoschm Illustrationen begleitet, zusammengefaßt find. Die Geschichten find für das reifere Kindesalter geschrtebm und verbinden mit einer ansprechenden Erzählungsart die Kunst, Geschehnisse phantastisch auSzuschmücken und in das Märchenreich zu verpflanzem Die Motive find hauptsächlich der jüdischen Vergangenheit entnommen und die eldengestalten mit solch inniger Pietät gezeichnet, daß die rzählungen durchweg geeiamt find, da» Herz der jugendlichen Leser für daS Judmtum und seinenPfltchtmkrets zu begeistern. Sie erfüllen somit die Aufgabe einejüdischen Märchmbuches, dessen Fehlen in wetten Kreisen seit Jahren mit Bedauern empfunbm wurde und find Lehrern und Eltern auf wärmste empfohlen. Schade ist es nur, daß in der Ueberschrift die Besonderheit dieser Märchm nicht zum Ausdruck kommt und daß auch das Titelbild den jüdischen Inhalt in nichts verrät. Eine zweite Auflage könnte hier Wandel schaffen. 3diw. Medizinische Bibliographie für Syrien, Palä-. stina und Zypern. 2. Teil, mit einem Anhänge. Bearbeitet von Dr. med. Aron Sandler, Breslau. Sonderabdruck aus der Zeitschrift^ des Deutschen Palästina-BereinS. Die vorstehende Biblwgraphie ist als Fortsetzung und Ergänzung eines in der erwähnten Z itschrist 1905 erschienenen ersten Teiles gedacht. Sie trägt mit außerordentlichem Fletße eine große Zahl von Titeln zusammenhängmder Arbeiten und die Fundorte zerstreuter Nottzm über die nosologischen und hygienischen Verhältnisse Syrien-, Palästinas und Zypernaus Zeitschriften sonstigen periodischen Publikationen und Büchern zusammen. Die Arbeit ist um so bedeutungsvoller, als gerade auf den hier behandelten Gebieten eine ungewöhnliche Zersplitterung der in Betracht kommenden Quellm jeden vibltographtschm Versuch erschwermoft findm fich die interessterenden Notizm unter Titeln, die hygienisches Material durchaus nicht vermuten lassen. Für die jüdischen Äreife ist die Arbeit in doppelter Hinsicht wertvoll. Jeder, der ftch mit den die Kolonisation von Palästina betreffendm Fragen beschäftigt hat, weiß die Wichtigkeit der gesundyeituchen Verhältnisse für die Entwicklung der Anfiedlung zu würdigm. Alle Forschungen auf diesem Gebiete, für die eine genaue Quellenkenntnis natürlich unerläßlich ist, kommen also in Wahrheit dem ^xlV'-plX aiv in hohem Maße zugute. Auch abgesehen hiervon gewährt es besonderes wissenschaftliches Interesse, die heutigen hygienischm Verhältnisse -es Landes, die fich hoffentlich in absehbarer Zeit bessern werden, genau festzustellen und die Vorbedingungen sür eine künftige medizinisch-historische Bearbeitung dieser interessanten Entwicklung zu schaffen. 5precdzssl. Geehrte Redaktion! Zu dem in Nummer 39 in einer Besprechung des Dr. Marmorsteinschen Werkes angeregten Problem betr. die Hillelsche Lehre l^pan nN'Ipn I^LX gestatte ich mir, auf einen GefichtSpunkt htnzuwetsen, der bisher zu wenig berückfichttgt scheint. Kann bie Ehescheidung, wie dies nach der Tradition der Scham rischen Lehre der Fall ist, nur auf Grund einer konstatierten ftp# nal erfolgen, so bedeutet die stattgehabte Ehescheidung eine Brandnmrkung der geschiedenen Frau, die sür ihr ganzes Leben verhängnisvoll werden kann. TS scheint mir leicht möglich, daß diese Rückficht die SchuleHillels bezw. diejenigen, von denen Hillel die Trabttton empfangen hat, bewogen haben könnte, daS Motiv 1^'tzx nrvnpn als Ehescheidungsgrund gelten zu lassen. ES involviert dies einerseits allerdings ein starkes Zutrauen zu der Treue und sittlichen Kraft weiter BolkSkretse, verhütet aber andererseits, daß auS der zuwetlm doch zur Notwendigkeit werdenden Scheidung schädigende Schlüsse auf den Charakter der Frau gezogen werden. Brooklyn, 11. Oktober. S. M. S.

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