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Der Israelit · 1909-09-23 · Heft 38 (23.9.1909) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 38 (23.9.1909)
Date
1909-09-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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5. Jahrgang. M 9. üdiscber Volhofreimd Monalz-öeilage zum „jsraelir T«rutv«rtKdM Redaktion* Rabbiner Dr. B. <Holf in Köln. Durch Spenden für den Ktipendienfonb des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands E. V. haben sich von der Rosch Haschonoh- Korrespondenz abgelöst: Alex Heymann-Stommeln ... 3 Mk. Jacob Salomon-Cöln-Deutz ... 3 „ Lehrer Emil Silbermann-Vallendar . 2 „ Salomon Gottschalk-Mülheim a. d. Ruhr 4 „ Dr. M. Auerbach-Pessach Tikwoh (Paläst.) 5 „ Samuel Grüns feld-Cleve.5 „ Heinrich Hoffmann-Norderney und Essen 5 „ Felix Müller-Düsseldorf, Karlstraße 30 2 „ B. Lewertoff-Cöln.3 „ M. L. Munk-Cöln.5 „ Jacob L. Marcus^Rees.3 „ B. Bernhard-Reres . ^.1 „ Lehrer Levisohn-Nees e.2 „ S. Hanauer-Enskirchn, ..... 5 „ Leopold Kallmann-Cöm.2 „ Abraham Cohn-Calcar.1.50„ C. Bermann Cöln.3 „ Rabb. Dr. Wolf-Cöln.3 „ Familie Wwe. David Bier-Cöln . . 4 „ Victor Weil-Cöln.3 „ Bernhard Schwab-Cöln-Ehrenfeld . . 2 „ Frau Victoria Wolf-Frankfurt a. M. 2 „ Joseph Strauß-Siegburg.2 „ M. Gutmann-Cleve.1.50„ Hermann Cahn-Cöln, Alte Wallgasse 33 2 „ Gottfried Loewenstein-Cöln .... 3 „ A. Lewertoff-Höxter a. W. . . . . 3 „ Max Rosenthal-Cöln.2 „ Sally Benjamin-Cöln.5 Mk. Hermann-Benjamin-Cöln .... 5 „ Coßmann Bier-Cöln-Deutz .... 3 „ Lehrer Simons-Cöln-Deutz .... 2 „ Leo Munk-Cöln.3 „ Siegfried Balitzer-Karlsruhe .... 2 „ Lazarus Wolf-Cöln ..1.50,, Joseph Heymann-Stommeln . . . 5 „ Lehrer Oppenheimer-Goch .... 2 „ Benno Hrrsch-Cöln.. 3 „ Isidor Wolff-Cöln.3 „ ^tadtv. I. B. Jonas-Münch.-Gladbach 3 „ Nathan Kahn-Cöln .3 „ S. Wertheim-Marxloh.3 „ L. Hamburg (Sulzbach)-Arnheim . .10 „ Julius Cappel-Düsseldorf .... 2 „ Hermann Kaufmann-Eschweiler . . 3 „ Außerdem sind als Spenden für den Stipendienfond eingegangen: Frl. Eh. Kra-Cöln . . 3 Mk. Rabb. Dr. Wolf-Cöln . 5 „ A „ . 3 „ N. N. N. N. . . 100 „ N. N. Rees . . 1 „ N. N. Cöln . . 2 „ N. N. Cöln-Deutz 3 „ N. N. Cleve . . . 10 „ N. N. Cöln ... 5 „ Wir empfehlen den Stipendienfond des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands E. V. dem ferneren Wohlwollen der edeln Spender bei allen Familienanlässen und sonstigen Gelegenheiten. Die beiden freunde?) Gottesdienstlicher Bortrag gehalten am Bersöhnungstage5656 von Oberrabbiner M. Hirsch ^LlHambttrg. nnm nytrn vin : “pJStyö Unser Vater, unser König! Diese Stunde, in der wir unsere leibliche Schwäche fühlen, da der Gedanke an die kurze Dauer unseres Daseins, an die Nichtigkeit und Flüchtigkeit unseres Lebens unser Gemüt bewegt, da wir uns dessen bewußt werden, daß wir nur Staub find und in den Staub zurückkehrendiese Smnde und die tiefe Demut, mit der sie uns erfüllt, möge uns deine Barmherzigkeit erwirken und Vergebung bringen für alle Sünden, die wir gegen dich, unseren Vater, und gegen deine Kinder, unsere Mitmenschen, begangen haben aus sinnlicher Schwäche. Diese Stunde, da wir gedenken der verewigten teueren Eltern, die mit aufopfernder Treue über uns wachten und mit unbegrenzter Hingebung für uns sorgten, der Teueren, die durch ihre aufopferungsvolle Liebe und Treue Empfindungen der Liebe und Treue in unseren Herzen geweckt und belebt, durch ihren Lebenswandel uns gelehrt, an dich, Ewiger, glauben und auf dich, als unfern allgütigen Vater vertrauen - diese Stunde tiefer, heißer Wehmut und inbrünstiger Andacht, möge sie uns eine Stunde der Gnade sein und Vergebung bringen für all das, womit wir gegen diese geliebten Verklärten im Leben und im Tode *) Mit freundlicher Genehmigung der Frau Oberrabbiner Hirsch und deren Sohnes des Herrn Rabbiner Prof. Dr. I. Hirsch in Prag-Karolinenthal. Um Kaminfeuer. (Schluß.) Auch bei meiner Rückkehr fand ich Rosa nicht vor. Hingegen die Kinder, so munter und vergnügt wie nie, sie hatten jetzt die liebevolle Pflege einer Mutter genossen. Sie halfen mir ins Leben urück. Ihre Zutunlichkeit ließ sich auch durch ie „Erzieherin" nicht mehr einschüchtern - die Madmoiselle kündigte, da sie an mir nicht den Rückhalt fand, um die Knaben zu feineren Sitten zu führen. Nach langen Wochen entschloß sich Rosa doch zur Heimkehrunser Briefwechsel war spärlich gewesen, kein Freudegefühl empfand ich, die Gattin wiederzusehen. Mit ihrer Rückkehr hatte das schöne Zusammenleben mit meinen Kindern ein Ende. Die von mir engagierte Erzieherin mißfiel ihr, die Jungen hatten die von der Französin gelernten Manieren vergessen und benahmen sich — nun wie zwei gesunde Jungen von 6 und 8 Jahren. Ich hatte Wert darauf gelegt, eine echt jüdische Erzieherin zu nehmen, die Jungen trugen stets leichte Kopfbedeckungen, beteten regelmäßig, der Große lernte täglich bei mir Mischnajoth, der Kleine übte bei dem Fräulein hebräisch lesen. Stolz hatten es die Kinder der Mutter erzählt, fanden aber nicht die gehoffte Würdigung. „Setzt Eure Mützen ab, das schickt sich nicht im Zimmer", wurde ihnen bedeutet. Ich entfernte die Knaben, sie sollten nicht Zeugen eines Streites der Eltern sein. „Ich wünsche, daß die Knaben nicht stets im bloßen Kopfe sitzen, sie sind Juden und sollen dessen von früh auf eingedenk sein," sagte ich entschieden. Meine Frau sah mich spöttisch an. „Deine Ansicht ist etwas veraltet, mein Lieber, die Kinder werden auch Juden ohne solche Ghettomanieren. Ich war jetzt mit den vornehmsten jüdischen Familien zusammen, die sich längst über diese auffallenden Aeußerlichkeiten hinweggesetzt haben." Sie nannte in der Tat einige Namen unserer Größten, nur vergaß sie, daß sie hier die entarteten Abkömmlinge derselben meinte. Ich erwähnte das. „So, entartet nennst Du das? Die Leute gehen mit der Zeit, die deutschen Juden gehen uns ja mit dem Beispiel voran. Wir wollen teil haben an der Geistesarbeit der Zeit und dazu müssen wir uns erst befreien von diesem Wust der Aeußerlichkeiten. Die Ethik des Judentums halten wir um so höher!" „Rosa!" Entsetzt sprang ich auf. „Soweit ist es mit Dir gekommen? Was soll das werden Du, die Tochter aus solchem Hause! Du weißt ja nicht, was Du sprichst, Du schwätzest nach, was Toren Dir Vorreden!" „Toren? Geistreiche Männer waren es, die eine Rolle im öffentlichen Leben führen. Und ich gestehe es offen, daß ich gebrochen habe mit den einengenden Gesetzen." „Du hast treifah gegessen?" „Ja." Sie schaute mich herausfordernd au. Erst jetzt merkte ich, daß sie auch ihr Haar entblößt trug. Gebrochen sank ich in den Stuhl, Schwereres als des Vaters Tod hatte mich getroffenich war nicht fähig zu antworten. So fand mich nach kurzer Zeit mein Schwager, der die heimgekehrte Schwester begrüßen wollte. Ihm vertraute ich mich aner war fassungslos. „Armer Schwager, was kann man tun. Wir wollen gemeinschaftlich mit Rosa sprechen, ihr unfern religiösen Standpunkt genau darstellen, dann findet sie sich zurück," meinte der Bruder überzeugt. Ich war nicht so hoffnungsfroh. Solange die Frage theoretisch geblieben, ist das Zurückfindev leicht, hat man aber erst die Schranke niede«u-

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