Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1909)
- Date
- 1909-05-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Nr. 21 Der Israelit. 35. Mat ISOg. Stuttgart. 17. ÜJlai. Mit dem Berichtsjahre 1908 beschließt die Israelitische Religionsgesellschaft in S t u t t - gart das dritte Jahrzent ihres Bestehens. Getreu erer Aufgabe, hat die Gemeinde auch im abgelaufenen Jahre die drei Grundpfeiler, die die Basis einer echtjüdischen Gemeinde sein müssen, nämlich miD/ gepflegt und gestützt. Die Religionsschule wurde von 14 Schülern und Schülerinnen besucht, welche recht zufriedenstellende Fortschritte machten, wovon sich der Vorstand persönlich öfters überzeugte. In diesem Jahre wurde durch die regelmäßigen Talmudvorträge, welche Herr E. Kaufmann abhielt, n*J3ö rDDÖ beschlossen und wurde aus diesem Anlasse, zugleich in Verbindung mit der Jubiläumsfeier, ein Sium-Fest veranstaltet. Die Pvvu lären Vorträge übernahmen die Herren Paul M. Aron. I. S u l z b ü ch e r Vresla«, 16. Mai. Urner Oberpräsident, Gras Zedlih-Trützschler zeichnet sich, wie uns Breslauern be kannt ist, durch einen vorurteilsfreien Sinn und hochgradiges Gerechtigkeitsgefühl aus, das ihm, verbunden mit seiner Liebenswürdigkeit im Umgänge die Svmpathien weitester Kredo innerhalb der Bevölkerung gewonnen har. Diese Charakrerzttge bat der Obet-präsident übrigens nicht bloß während seiner Breslauer Amtszeit gezeigt, er bat sich dadurch auch in seinen früberen Stellungen als Regierungspräsident in Oppeln und Oberpräsident in Posen und Kassel die Herzen aller gewonnen, die mit ihm in Berührung kamen. Als der Overpräsident jüngst der Einladung zur Einweibung einer isr. Anstalt folgte, zeigte er sich als ein verständnisvoller und aufmerksamer Beobachter der Vorgänge. Auf seinem Rundgange durch die Anstalts-Räume, 'welche er mit großem Jntersse in Augenschein nahm, knüpfte er an verschiedene Einrrichmnyen seine Bemerkungen an. Der Oberpräsident erklärte sich über alles, was er gesehen mid gehört hatte, sehr befriedigt, nur eins habe ihn gestört, meinte er zu dem begleitenden Rabbiner l)r. G., die Musik beim jüdischen Gottesdienste. „Mein alter FreundKantorowtcz, Posen, würdeAugen gemacht Flnhnti Hidim ov CvmnnililinT im %’h'nnfp OpMlStl hlitte" Uerclnswe$en. haben, wenn er das Harmonium im Betsaale gesehen hätte. Denjenigen unter unseren Glaubensgenossen, welche der Außenwelt zuliebe sich so sehr für Reformen im Gotteshause einsetzen, dürfte das Wort unseres Oberpräsidenten zum Nachdenken Anlaß geben. t\ iltzen, 20. Mai. Die israelitischen Religionsgemeinden unseres Kreises erheben im Rechnungsjahre 1909 zusammen 24 495 Mk. Umlageu zur Bestreitung ihrer Bedürfnisie. lieber zwei Drittel hiervon entfallen auf die Relitzionsgemeinde Gießen, die l6 500 Mk. erhebt, während die übrigen 19 Gemeinden zusammen noch nicht 8000 Mk. erheben. Den höchsten Zuschlag auf die ganze Einkommensteller erhebt die Gemeinde Leihgestern mit 122,84 Proz. (199 Mk.): es folgen der Reihe nach Grossen-Buseck 104,346 Prozent (850 Mk.), Watzenborn-Steinberg mit Grabenteich 77,416 Proz. (145 Mk.), Londorf mit Kesselbach. Rüddingshausen und Geilshausen 76,409 Prozent (1750 Mk.), Obbornhofen mit Bellersheim und Wohnbach 63,688 Proz. (526 Mk.), Lang-Göns 60,514 Proz. (40 Mk.), Allendorf a. d. Lumda 50,121 Proz. (600 Mk.), Hungen mit Inheiden und Utphe 48,955 Proz. (1 700 Mk.), Holzheim mit Grüningen 40,436 Proz. (300 Mk.), Steinbach 38,002 Proz. (70 Mk.), Beuern 36,508 Proz. (248 Mk.), Langsdorf mit Birklar 36,205 Proz. (450 Mk.), Großen- Linden 35,769 Proz. <92 Mk.), Alten Buseck 34,670 Pro. (134 Mk.), Lollar mit Ruttershausen, Mainzlar und Danbringen 29,791 Prozent (150 Mk.), Treis a. d. Lumda 27,079 Prozent (227 Mk.), Gießen 22,870 Prozent (16 500 Mk.), Reiskirchen 22,267 Prozent (100 Mk.), Wieseck 14,075 Proz. (167 Mk.) und Licht 12,851 Proz. (247 Mk.) Neumark, 27. Mai. Der im vorigen Jahre in j New York verstorbene, auS unserer Stadt stammende Grundvefitzer Morris Littmann hat in seinem Testament die hiesige Shnagogengemeinde mit einem Vermächtnis von 43000 Mk. bedacht für den Fall, daß in der Gemeinde ein jüdisches Hospital errichtet wird. Nachdem die Bedingungen erfüllt und nachgewiesen worden sind und die landesherrliche Genehmigung zur Annahme der Schenkung nunmehr erteilt worden ist, wird die Auszahlung des Legates durch das Generalkonsulat in New Jork beantragt werden. Ober-Ramftadt, 19. Mai. Vou einem schweren Unglücksfall wurde die Familie Morgenstern heimgefucht. Herr M. fuhr geschäftlich mit seinem Fuhrwerk nach einem in der Nähe liegenden Dorfe. Unterwegs fiel das Fuhrwerk uni, wobei M. unter den Wagen kam. Nach einigen Stunden fand man ihn tot daliegen. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und zwei kleine Kinder. B alhftok. 18. Mai. Demnächst lvird hier ein Denkstein für die hiesigen Pogromopfer errichtet werden. Mit der Errichtung des Denkmals, das seiner Fertigstellung entgegengeht, befaßt sich das Komitee, ivelches seinerzeit die Verteilung von Unterstützungsgeldern an die Hinterbliebenen der Pogromopfer geleitet hat. Johannesburg, 10. Mai. Bezeichnend für den antisemitischen Geist, der sich hier in allen Kreisen seit kurzem geltend macht, ist die hier jetzt aufgetauchte Frage, rb die I u d e n E u ro p ä e r oder Asiaten seien. Hier ist ein Gesetz ausgearbeitet worden, das die Einwanderung von Asiaten in Südafrika einschränkt. Dieses Gesetz ist vornehmlich gegen Neger, Indier und Chinesen gerichtet. Die Juden dachten nicht daran, daß auch sie davon betroffen werden könnten und daß man auch sie wegen ihrer Stammesherkunft als Asiaten bezeichnen würde. Dieses ist nun Vonseiten der bibelfesten Buren doch geschehen. Die Juden in Johannesburg und die englische Presse bemühen sich daher, eine entsprechende Aenderuna im Wortlaut des Gesetzes herbeizuführen, was ihnen ohne Zweifel auch gelingen wird. Frankfurt, 22. Mai. „Die Vereinigung zur Pflege von Literatur und Geselligkeit" hielt nnl letzten Dienstag eine außerordentliche Generalversammlung ab, um an Stelle des scheidenden Präsidenten Herrn Frank, der eine Reise nach England antritt, einen neuen Vorsitzenden zu wählen. In den Vorstand wurden gewählt als erster Vorsitzender Herr Gabriel Plaut, als 2. Vorsitzender Herr Karl Isaak sind für die übrigen Vereinsämter die Herren A. L e d e r m a n u , S a l l v R o s e n h e i m e r, Ed w. Frank, L u d w. G v t th e i m e r und L u d w. Isaak II. Der Dozent des Vereins, Herr Professor A. Wehl sprach dann dem scheidenden Herrn Frank, der dem Verein drei Jahre seine Kräfte gewidmet hat, herzliche Dankesworte aus, denen sich Herr Plaut namens des Vorstandes anschloß. Berlin. 23. Mai Am Montag, den 17. Mai 1909 versammelte sich der große Ausschuß des Verbandes der Deutschen Juden in Berlin, um dem Verband wieder einen ersten Vorsitzenden zu wählen, nachdem die Stelle durch den Tod des Justizrats Lachmann verwaist geivordeu war. Die Wahl fiel auf Justizrat H o r w i tz i n Berlin. Ferner wurde die Liste der Vorträge für die am 17. Oktober in Breslau abzuhaltende dritte Hauptversammlung des Verbandes festgestellt. 1. Breslau, 23. Mai. Unter einer Beteiligung, wie sie das gesetzestreue Judentum in Breslau wohl noch nie zu verzeichnen hatte, fand am Mittwoch abend unter Vorsitz des Herrn Aron Kober eine öffentliche Versammlung der „Freien Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" statt. Bis auf den letzten Platz war der große Saal des Hotels „Bier Jahreszeiten" schon lange vor Beginn der Versammlung gefüllt. Hr. Jakob Rosenh eim aus Frankfurt a. M. sprach über „Das überliefcrte j Judentum im Kulturleben der Gegenwart". Hatte schon > die Ankündigung des Themas viele yerbeigelockt, die sonst j dem gesetzestreuen Judentum nicht so nahe sieben, so übte der Vortrag sichtlich tiefere Wirkung auf die Zuhörer aus. An der Hand eines reichen statistischen Materials zeichnete der Redner die charakteristischen Züge des modernen Kulturbegriffes und Kulturlebens und die innere Entwicklung der Judenheit im 19. Jahrhundert. Alsdann beleuchtete er die theoretischen und praktischen Gegenwartsaufgaben der Freien Bereinigung und besonder s die Tätigkeit der einzelnen Kommissionen für die Interessen des gesetzestreuen Judentums. Unter anderent betonte der Referent, daß die Freie Vereinigung keineswegs als Kampfesorganisatton gedacht sei, sondern da, wo es angehe, auch mit anderen Bereinigungen zum Heile und Wohle des Judentums zur gemeinsamen Arbeit sich zusammen finde. Falsch aber sei es, das Eintreten für unsere Interessen, besonders bet den Behörden, ausschließlich anderen, vielleicht sozial einflußreicheren Männern zu überlassen die persönlich die Anliegen des Judentums nicht als Lebensnotwendigkeit begreifen. Nur wenn alle gesetzestreuen Elemente Zusammenarbeiten, find wir, wenn auch an Anzahl die Minorität, so doch eine moralische Macht, und - nur dann können wir die Verwirklichung unserer Ideen erwarten. In der Diskusston berichtete Herr Martin Frankel von den Erfolgen, die das gesetzestreue Judentum in Berlin bei dem Deutsch-Israelischen Gemeindetage in Verbindung mit wahrhaft liberalen, jedem Gewissenszwang abholden Männern davongeiragen hat. Unter Dankesworten für das große Interesse, das durch das zahlreiche Erscheinen der B>eslauer Gemeinöemitglteder, einer großen Anzahl von Vereinen und besonders der akademischen Jugend bezeugt wurde, schloß der Borsttzende die imposante Versammlung, die der Breslauer Ortsgruppe einen vollen Erfolg brachte und sie zu weiterer, rüstiger Arbeit anspornen wt d. M. Hamburg 18. Mai. Der Israelitisch - h u m a n i t ä r e Fr a u e n v e r e i n hielt seine diesjährige Generalversammlung int Logenheim Hartungstraße unter sehr zahlreicher Beteiligung der Mitglieder ab. Die Vorsitzende Frl. Sidonie Werner gedachte zunächst des Ablebens des Gründers und langjährigen Vorsitzenden des Vereins, Herrn Gustav Tuch. Dem alsdann Volt der ersten Schrift führeriit Frau Dr. Fink erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß die Zahl der Mitglieder dank der eifrigen Propaganda nicht unerheblich zugenommen hat und auch die Kassenverhältnisse als sehr günstige zu bezeichnen sind. Wie alljährlich, so hat der Verein auch diesmal auf beit verschiedenen Gebieten seine sozial humanitäre Tätigkeit bewiesen. Manche ins Schwanken geratene Existenz wurde durch große Darlehen, durch reichliche Spenden wieder gefestigt und viele Frauen und Mädchen, die nicht imftmibe waren, fid} den Unterhalt zu verdienen, wurden wieder erwerbsfähig gemacht. Namhafte Summen wurden aufgebracht, um heimatlose Kinder in Erziehungsanstalten und verwahrloste Kinder in Fürsorgeinstituten und elternlose in Waisenhäusern unterzubringen. Rekortvaleszeittert wurde der Aufenthalt an der See oder im Gebirge erwog licht und Lungenkranken in Heilstätten. Auch für die körperliche Ausbildung der Jugend wurde gesorgt und auf dem vom Verein gemieteten großen Spielplatz ani Grindel berg konnten unter Leitung der voni Verein engagierten Turnlehrerin 80—100 Mädchen dem kräftigenden Sport und Spiel obliegen. Die Zahl der vom Verein ausgestellten Kindersparbüchsen hat das erste Tausend bald erreicht, und das im vorigen Monat stattgehabte Inkasso ergab das überraschend gute Resultat von über 400Ö Mk. Am Ende des vorigen Jahres wurde dem Verein von einem hiesigen Arzte, Herrn Dr. Oskar Emden, eine größere Summe n mit der Bestimmung, das Geld für Stillprämien enden und zwar an solche Mütter, deren Ernährer »r als 25 Mk. pro Woche verdienen utld sollett diese in den ersten 3—4 Monaten nach der Geburt des Kindes vont Verein eine pekuniäre Unterstützung erhalten. Herr Dr. med. Blank hat die ärztliche Kontrolle in bezug auf das körperliche Gedeihen der Kinder durch regelmäßige, unter seiner Aufsicht stattfindenden Wägungen gütigst übernommen. Der Initiative des Vereins ist auch die Schöpfung des ant 18. Januar 1909 eröffneten Heim für jüdische Mädchen zu danken. Mit Hülfe der Plautftistnng, die dent Verein für diesen Zweck ebenfalls einen namhaften Beitrag zur Verfügung gestellt hat, ist der Verein schon in diesen: Somnter in der Lage, 50 Kindern in vier Kolonnen einen je vierwöchentlichen Aufenthalt im Soolbad Segeberg zu ermöglichen. Außer diesen Neuschöpfungen hat der Bereiit den Institutionen, die aus seiner Mitte hervorgegangen sind, wie die Knaben und Mädchenhorte, das Gemeinschaftsheim und der Verein für Knabenhandfertigkeit fein Interesse durch Verleihung namhafter Subventionen bekundet. So bietet der Jahresbericht ein Bild segensreicher Wirksamkeit. Der Vorstand kooptierte dann noch an Stelle der ausfcheideitden Frau Goldfrecht und Frau Dr. Löwenhaupt drei andere Damen und zwar Frau Ernst Luria, Frau Dr. Mat kiel urtd Frau Alfred Levv, was von der (Generalversammlung gutgeheißen wurde. Bei den alsdann vorgenommenen'Vorstandswahlen wurden die inrsfcheidenden Damen, sowie die Vorsitzende Fräulein S. Werner per Akklamation wiedergewählt. Cöln, 18. Mai. Die jüdische Lesehalle wurde seit Eröffnung ihres neue» Lokales in der Agrippastraße Nr. 19, d. i. vom 21. März bis einschließlich zum 10. Mai d. I. von iitsgesamt 1367 Lesern besucht. Die höchste tägliche Besucherzahl betrug 78, die geringste 8. Gegenwärtig liegen 86 jüdische Zeitungen in allen Sprachen und aus Ländern, in denen Juden wohnen, regelmäßig auf. Außer den Lesestunden, die täglich von halb 8 Uhr, am Samstag und Sonntag von 1 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends stattsinden^ wird jeden Sonntag ein Vertrag abgehalten. Bisher fartden statt: 2 literarische, 1 hvgienischer und 2 Vorträge aus der jüdischen Geschichte, sowie eilt Diskussionsabend. Jeder Vortragsabend wurde von ungefähr 200 Personen besucht. Ferner wurde ab 1. Mai ein Unterrichtskursus errichtet, der vier Unterrichtsstunden in der Woche untfaßl und zurzeit von 37 Teilnehmern besucht wird. Die überaus rege Teilnahme an den bisher bestehenden Einrichtungen der Lesehalle, insbef ndere seitens der Kölner ausländischen Juden, rechtfertigt in vollstem Maße die Erwartungen, die die Gründer und Leiter dieser Institution bei der Schaffung hegten. Das Kuratorium der Lesehalle wird, ermutigt durch das bisherige gute Gedeihen, auch weiterhin an dem Ausbau der Lesehalle tätig sein. London, 16. Mai. Der Präsident des hiesigen jüdischen Spüales, Sir George Faudel-Philipps, erhielt dieser Tage von einer Dame, namens Mrs. Arnold Gabriel eil. Schreiben, in ivelchem sie b kannt gibt, daß sie aus Anlaß ihres 70. Geburtstages für die obengenannte jüdische Anstalt 5000 Pfund Sterling stiftet. In dent Schreiben sagt die hochherzige Dame: „Anläßlich meines 70. Geburtstages empfinde ich den Wunsch, eine bestimmte Sumnte eittcttt wohltätigen Zwecke zuzuführen uttd ich glaube, es tonte angesichts des neuerlichen Anwachsens der armen jüdischen Bevölkerung von London wohl das Entsprechendste, das jüdische Spital und Waisenhaus in die Lage zu versetze», eine größere Anzahl jüdischer Waisen aus,-unehmen und zu versorgen. Die einzige Bedingung die ich stelle, ist, daß die Stiftung und der Zubau der aus diesem Gelde errichtet oder erworben werden soll, den Namen „Arnold undJeanetteGabriel-Heim" zu fuhren habe." Personalien. Wesel, 20. Mai. Eine echte, rechte jüdische Frau in des Wortes wahrster und schönster Bedeutung, eine Frau, hervorragend durch wahre, innige Frömmigkeit und Tugend, ist in der Saöbatnacht des 24. Jjar dahingegangen, Frau Witwe Abraham Meyer Sie hat zwar das hohe Alter von 94 Iahten erreicht, aber ist dennoch zu früh dahingeschteden für unsere Gemeinde, der sie em leuchtendes Vorbild an nnT* gewesen ist. Schon früh hatte die hochverehrte Frau ihren Gatten verloren, aber durch ihrer Hände Fleiß hat sie ihre Kinder zu ihrer und des Judentums Ehre erzogen und ihnen allen das heilige Erbe unserer Väter •)3fi3,)OK iWnpn mit dem größten Erfolge ans Herz gelegt. Kinder und Enkel hat sie daher aufwachsen sehen, allesamt thorafest und von altjüdischer Frömmigkeit beseelt. Aber nicht nur für die Ihrigen, sondern für die ganze Gemeinde hat sie gewirkt. Wieviel rilb’ttJ *IDn sie geübt hat, ist nicht aufzuzählen. Daher war sie auch geliebt und geehrt m unserer Gemeinde, und ihre Geburtslage waren Feiertage für die Menge ihrer Freunde und Bekannten. Alle ihre Vorzüge aufzuzählen, würde den Raum eines Nachrufes überschreiten. — Trotz ihres oft schweren Leidens war sie stets heiter und zufrieden. — Am -y>K ist sie SlU ‘TDDD und, betrauert nicht allein von den Ihrigen und der Gemeinde, sondern von vielen guten B'TÜT von fern und nah, die sie alle heiß verehrten, zur ,-i*ynp geleitet worden. Ihr Andenken wird ein unauslöschliches in unserer Gemeinde bleiben. Liallea. S., 17. Mai. Herr Rabbiner Dr. S. Feßler ist nach längerem Leiden in der letzten Nacht im Alter von 61 Jahren verschieden. Der Entschlafene erhielt seine Ausbildung in mehreren Talmudschulen seiner ungarischen eimat und dann an dem Rabbiner-Seminar in Breslau, n Halle wirkte er länger als zwei Jahrzehnte. Trier. 23. Mai. Hier verstarb nach längerem Leiden der Kaufmann Simon Schloß im Alter vmt