Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 16 (22.4.1909)
- Date
- 1909-04-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Nr. 16 Bunlmvwttsch schreiben, der es wre kaum ein Zweiter verstand, den ganzen Schönheitsgehalt der hebräischen ' Quadratschrist zum Ausdruck zu bringen, und dessen -Ä tiefe, von Gelehrsamkeit getragene religiöse Gesinnung ihn zum idealen „Thoraschreiber" stempelte. Bald ward denn auch der unvergeßliche Freiherr Wilhelm von Rothschild in Frankfurt a. M. regelmäßiger Besteller auf die Kunstwerke des Heimgegangenen, und diese Beziehungen waren eS wohl, die Bunimowitfch veranlaßten, vor etwa 2b Jabren mit seiner Familie nach Frankfurt a. M. überzufiedeln. Hier lebte er ganz seiner Kunst, die im Kreise der verdiente Würdigung fand, ohne daß er jedoch den weiten Blick und das offene Herz für alle Anliegen der jüdischen Gesamtheit einbüßte. Er konnte bittere Tränen vergießen über den Abfall im jüdischen Kreise, der die Kinder von den Herzen der Eltern reißt und das Familienleben so oft vernichtet; sein Herz ging auf, wenn rr irgendwo wahrhafte Hingebung an jmn yini3J?1 gewahrte, und waStr litt und was ihn beglückte, das vermochte er als begnadeter SV2 dor Gott binauszuweinen, alle seine Hörer bannend uns ergreifend. Mt Geduld und voll gottergebenen Sinnes trug er die Jahre körperlichrn Leidens, in denen ihm seine wackere Gattin 'n aufrtchtend und tröstend zur Sette stand. Nun ist er, befreit von allem Leid, dahingegangen, den Lohn für sein EHIp.1 HWÖ 5« empfangen. Als nBID wie als Jehudi wird er schwer zu ersetzen sein. Frankfurt a. M. 18. April. Am Sonntag, 28. Nissan, wurde hierauf dem Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft Herr Koppel Michaelis unter Teilnahme einer erlesen n Schar von Verehrern z r letzten Ruhe bestattet. Schon im Anfan,; der 70er Jahre hatte dieser bedeutende BStt TttSfi sich hier riederaclaffen und durch Talmud-Unterricht, sowie durch Handel stch sein Brot verdient. Nachdem er fich hier verheiratet halte, verzog er später nach seiner Heimat Wilna in Rußland, wo er im trauten Verkehr mit seinem berühmten Stiefbruder, Rabbi Jizchok Blaser dem Talmudstudium oblag. Er hat dorr ier Kinder in Ehren versorgt und nach dem Tode seiner Gattin eine zweite Ehe geschloffen. Durch die Wirren in Rußland, sowie die Sorgen um die religiöse Erziehung seiner Kinder, sah er fich veranlaßt, die unwirtlich gewordene Heimat zu verlaßen und mit seiner Familie wieder nach Frankfurt a. M. überzustedeln, wo er sich durch einen Zigarrenladen einen ehrbaren Erwerb gründete. 1 er bisher gesunde Mann ward von einem tückisch n Leiden erwerbsunfähig gemacht und starb in dem israelitischen Siechenhaus. rfDSJn Breslau, 17. April. Profeffor Dr. Benno B a d r, Oberlehrer am hiesigen Johannes-Gynaftum, hat am 15. d. Mts im Alter von 65 Jahren seine irdische Laufbahn vollendet. Geboren zu Kurnik in der Provinz Posen, bezog er das Breslauer Seminar, studierte gleichzeitig an der Univerfität klasfische Philologie, machte sein Doktor- und — ganz wie vor ihm Michael Sachs, Manuel Joel und David Ro n — das preußische Oberlehrerexamen, worin ihm die Fakultes in Deutsch, Latein, Gri chtsch, Franzöfisch, Hebräisch für die oberen Klaffen erteilt wurde. In die Laufbahn des Gymnasiallehrers wurde der für das Rabbinat Begeisterte förmlich gedrängt, da er im Jahre 1870, als viele Lehrer zu den Fahnen berufen waren, am Elisabeth Gymnasium Hilfsunterricht mit Erfolg erteilte. Als nun die Stadtgemeinde Breslau ihr Johannes-Gymnasium erst dann er öffnete, als ihr die Anstellung Mischer Lehrer gewährleistet wurde, wurde Badt in den Lehrkörper gewählt und war zuletzt länger als »in Jahrzehnt Ordinarius der Unterprima (der norddeutsche«. Klaffe vor dem Abiturtum). Nie hat er am Sabbat geschrieben oder diktiert; ja man gestattete ihm, daß er seine Lektionen an diesem Tage so einteilte, daß die Stunden von 9—11 Uhr ihm für den Besuch des Gottesdienstes ftrt blieben. Da sah man ihn, der schon in se ner Wohnung beim Frühgottesdienst mit vollem, . auch von seinen Schülern besuchten, Minjan gehetet hatte, in tie Erklärungen deS Wochenabschnitts vertteft; man machte es fich zur Freude, ihn aufrufen zu lasten, und ein Maphtir, das er mit sonorer Stimme vorirug, war ein Genuß. — Den Religionsunterricht erteilte er anfangs n allen, später, als die Zahl der jüdischen Schüler, die man Badts wegen der Anstalt anvertraute, anschwoll, in den oberen Klasten. Hier war es, wo er vertraulich, seine jugeudlichen Glaubensgenossen zu Zucht und Sitte zu Strebsamkeit und Wahrung des jüdischen Glaubens, zur Reinhaltung des jüdischen Ehrenschtldes ermahnte. Fiel der Unterricht am Freitag oder Vorabend eines Festes in die Nähe des AbendgottesdiensteS, so gab er frei, jedoch mit der Bedingung, daß die Gymnastasten in die Synagoge gingen. An Halbfeiertagen (Chanucka, Purim, Lag c'aumer usw.) ließ er, mit ausdrücklichem Hinweis auf die religiöse Ursache, die ReligionSstu.de ausfallen. Bekannt und weit — selbst in Oesterreich — verbreitet ist Badts Bearbettung der Lewhschen Biblischen Geschichte und Bades sogenannte „Ktnderbtbel". Immer hat er es bedauert, daß fich kein Verleger finden laste für kleine, recht billige Heftchen, in denen er Lichtstrahlen aus den Midraschim und Moralschriften veröffentlichen wollte. Auch dazu hätte et fich noch Zeit genommen, obgleich er amt.ich und außeramtlich reichlich beschäftigt war. Im Jahre 1897 wurde er, wie er klasfifch fich ausdrückte, durch „Plebiszit" in die Repräsentanten-Versammlung gewählt. Hier entfaltete er im Interesse der Orthodoxie die reichen Sichen seines Geistes und Herzens, die gründliche Kenntnis der weltlichen und heiligen Diffenschaft; man rühmte an ihm die echte Frömmigkeit, Der JSraeM. die mannhaft und unerschrocken mit regem Eifer für daS von den Altvordern Hergebrachte allezeit eintrat. Ob es fich um die Subvention einer kleitren Synagoge, oder die raschere Beschaffung eines Kessels für das Tauchbad handelte, sobald eine Frage der Orthodoxie zur Beratung stand, war Badt ihr Bormmpfer und Fürsprecher. Sein Haushalt war eine Stätte der Glaubenstreue, zugleich ein Heim der Wissenschaft, der Gatten-, Eltern- und Kinderliebe, nicht minder echter Gastfreundschaft. Und auch die, welche dem praktischen Judentum fern standen, stärkte er im Festhalten an dem angestammten Bekenntnis. Manchen schwanken den Jüngling hat Badts Religionsunterricht dem Judentum erhalten, manchen Zweifler hat eine Unterredung mit dem beredt n, belesenen, scharfsinnigen, geistreichen, achtunggebietenden, vornehmen Profeffor auf den rechten Weg zurückgebracht. An seiner Bahre trauern nächst der Familie, der Freunde und der Verehrer ungezählte Scharen, das Lehrerkollegium des GhmNafiuins um den Amtsgenosten, sowie eine große Zahl jüdischer Bereii e und Organisationen. Prof. Dr. Badt war ein begeisterter Jude in Wort und Werk, in Lehre und Leben; eiae abgck ärte Persönlichkeit, auf den Höhen geistlicher und wel ltcher Wissenschaft stehend. Den Zeitgenossen wird er unvergeßlich bleiben. n"28251 Rogaien, 18. April. Am Donnerstag, 15. d. Mts., feierte Herr Lehrer I. Brock sein 25jähriges Amtsjubiläum. Anläßlich desselben wurden ihm vielerlei Ehrungen zuteil. " ormittagtz hielt der Vorsitzende des Bi.liothekveretns, Herr Hauptlehrer a. D Fr. Worm, eine Ansprache an den Jubilar und überreichte e ne kunstvoll ausgeführte Adresse. Namens ehemaliger und jetziger Schüler, deren Eltern und Freunde überbmchte Herr R. Ehrlich die Glückwünsche und Geschenke derselben. Alsdann erschien der Vorstand der jüdischen Gemeinde in corpore. Der erste Vorsteher, Herr I. Hammerschmidt, r ichiete an Herrn Brock Worte der Anerkennung und überreichte namens des l»iu atorlums der jüdischen Religtonsschule ein Sparkaffenbuch. Der Talmud-Thora-Berein war durch seinen Vorstand vertreten und Herr S. R u s ch i n widmete t ein Jubilar Worte herzlicher Gratulatton unter Ue ergäbe einer Gaslampe. Um 12 Uhr wur e die Schulfeier in dcr festlich geschmückten jüdischen Schule eröffnet, zu der sich der Königliche Kretsschultnspektor, Herr Schulrat Streich, der Gemeinderabbiner, Herr Dr. Dünner, Herr Stadtrat I a st r o w, Kollegen und Kolleginnen des Herrn Brock sowie die Schulvorsteher und Schulrepräsentanten der jüdischen Schule eingefunden hatten. Nach einlcitendenr Chorgesang der Schulkinder richtete Herr Schulrat Streich ehrende Worte an Herrn Brock, warf einen Rückblick auf »essen amtliche Tätigkeit und gratulierte als Vertreter der Schuaufstchtsbehörde. Nach Deklamationen der Schulkinder hielt Frl. Lehrerin Jakoby eine Ansprache an den Jubilar, in welcher sie die »utcn Charaktereigenschaf en des Kollegen heroorhob. In Vertretung des Vorsitzenden des Schulvorstandes richtete sodann Herr Stadtrat I a st r o w das Wort an Herrn Brock und überreichte ihm als Zeichen der Anerkennung für seine langjährige erfolgreiche Wirk amkeit als Lehrer ein Paar kostbare silberne Leuchter. Herr Lehrer Kiawek überbrachte sodann Glückwünsche und Geschenke des Rogasener Lehrerveretns. Nunmehr ergriff Herr Lehrer Brock das Wort und dankte bewegten Herzens für die Beweise der Liebe und Anerkennung und die ihm dargebrachten Ehnngeschenke. Chorgesang schloß die erhebende Feier, worauf die Festteilneymer der freundlichen Einladung des Jubilars zu einem Imbiß in dessen Behausung Folge leisteten. — Im Laufe des Nachmittags stellten sich noch viele Freunde und Bekannte in der Wohnung des Herrn Brock ein, um ihm persönlich ihre Glückwünsche zu überbringcn. Um 8 Uhr abends fand im Saale von Kaube's Hotel ein vom Rogasener Lehreroerein veranstalteter Festkommers statt, zu dem nicht nur die Kollegen des Jubilars aus Stadt und Land, sondern auch Freunde und Bekannte zahlreich erschienen waren und einen sehr annimierten Verlauf nahm. . Schlüchtern, 15. April. Am 2. Sederabend verstarb Frau Witwe Jeanette Adler hier. In derselben verliert die hiesige Gemeinde eine Frau, die noch mit ganzer Seele der njlEN zugetan war. Sie zeichnete stch durch Bescheidenheit und große Mildtätigkeit gegen Arnie aus. Wie allgeachtet und beliebt sie war, davon zeugte das stattliche Leichenbegängnis. Wegen ‘WEH Sin mußte von einer Grabrede abgesehen werden. Wien, 15. Apr«l. Dr. Friedrich Ellbogen ist heute in einem hiesigen Sanatorium an einer schweren Rippenfellentzündung im 55. Lebensjahre gestorben. Das unerwartete Hinschetden dieses glänzenden Verteidigers, der bekanntlich auch das Majestätsgesuch für Hüisner überreicht hat, wird allgemeine Teilnahme erwecken. Der Heimgegangene war auch vielfach schriftstellerisch tätig und bewährte pch stets als wackerer Kämpfer für R cht und Freiheit. Zprecdssal. Zu dem Artikel „Religion ift Privutsache". In der vorletzten Nummer dieser Zeitschrift war in Anknüpfung an eine Eingabe des Mtsrachi die Discussion beim Etat des hebräischen Gymnasiums einer Kritik unterzogen worden. Es seien mir zu diesem Aufsatze einige kurze Berichtigungen gestattet, die dazu dienen werden, die Angelegenheit richtig beurteilen zu können. __ 22. April 1909. Zunächst eine nebensächliche Richtigstellung: Das Direktorium des jüdischen Nationalfonds hatte nicht den Beschluß gefaßt, dem Gymnasium den Grund und Boden unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, sondern pachtweise. Allerdings soll der Pachtpreis m. W. sehr niedrig angesetzt sein und vielleicht nur dazu dienen, die Ueberlassung juristisch nicht als Schenkung erscheinen zu lassen. Ferner wurde gesagt, daß die Forderung des Misrachi von keiner - eite unterstützt worden sei. Das ist nicht richtig, sie ist vielmehr von dem Mitglied des großen Aktions-Comitee, Rechtsanwalt Gronentann-Berlin, sehr nachdrücklich vertreten worden. Das geht aus dem Bericht über die Jahreskonferenz (Nr. 16 der Welt) und dem Nachtrag (Nr. 14/15, die erst am selben Tage wie Ihr Artikel erschienen ist) hervor. Wem« aber das, was in der Eingabe des Misrachi behauptet wird, richtig ist, daß Ribelkritik getrieben worden ist, dann steht Rechtsanwalt Gronemann nicht allein mit seinen« Einspruch, sondern das gesamte Akt i o ns - E om i tee teilt die Verurteilung eines solchen Unterrichts. Darüber war in Köln eine Stimme.^ Der Direktor des Gvmnasiums aber bestreitet die Richtigkeit der Tatsache, daß im Unterricht bibelkritische Dinge besprochen morden sind und behauptet, es liege eilt Irrtum des Herrn Rabb. Dr. Emil Levv (von dem die Nachricht stammt vor. Recherchen des Misrachi werden wohl weitere Ausklärung bringen. Es ist selbstverständlich, daß vvlt Seiten der mit Ernst für unsere Ideen eingetreten wird, und ivir;weifln nicht daran, daß ntan ' sie respektieren wird. Wir werden, rvenn es notweitdig sein sollte, Gelegenheit haben, den Kongreß daran zu erinnern, daß von seiner Tribüne herab die feierliche Zusage gegeben worden ist, daß ltichts unternommen werdet« wird, was gegeit das überlieferte Judentum verstoßt. Berlin. V n z a r u s P a r t b. A n m e r k u n g d e r :)i edaktion. Unsere Mitteilung, daß der nbgelehnte Antrag des „Misrachi" von kein e r Seite unterstützt worden sei, gründete sich, wie wir ausdrücklich betonten, auf den o ff i - zielten Bericht der „Welt". Dort hieß es deutlich, daß auch Herr Dr. Gronemann f ü r die Unterstützung des Gmnnasiums eintrat, nachdem Besserung gelobt sei, und daß er im übrigen an die Parteidisziplin der Misrachisten appellierte. Dieser Bericht der „Welt" nun erweist sich erfreulicherweise, soweit die persönliche Stellungnahme des Herrn Dr. Gronemann iri Betracht kommt, als falsch. Die „Welt" selbst bringt in ihrer Nr. 14/15 folgende Berichtigung: Bei der Berichterstattung über die Sitzung des Aktionskomitees ist bezüglich der Ausführung von Gronemaini zur Frage des Gvmuasiums ein bedauerliches Versehen unterlaufen,'durch das gerade im elttscheidenden Teil die Ausführungen d * Redners iri ihr Gegenteil verkehrt wurden. Der Redner kam zu dem Schluffe, daß unter keinen Uiilständen der ursprüngliche Beschluß der Subventionierung des Glimnasiutiis aufrecht erhalten werden dürfe, daß vielmehr derselbe so lange zu suspendieren sei, bis die Garantien geliefert wären, daß den Mißställden im Gnmnasiutn dauernd abaeholfen wäre. D i e s e W arantien fand R ebner bislang noch nicht gegeben. Redner formulierte auch die Bedingungen, unter denen ihm die Unterstützung des Gmiinasiums möglich erscheinen würde. Es ist ein seltsames Mißgeschick, daß die „Welt" die für die religiös gesinnten Zionisten halbwegs günstigen Dinge regelmäßig zu überhören und sie dann, halb widerwillig, nachträglich an irgend einer versteckten Stelle zu bringen pflegt. ' Sv ging es vor zwei Jahren mit der Wcrrbu rg'schen Erklärung, daß der Zionismus nichts religiös Unzulässiges unternehmen werde, die im offiziellen Bericht der „Welt" fehlte und nachträglich in einer Fußnote erschien. Genau nach diesem Rezept wird jetzt Herr Dr. Gronemann behandelt. Seine Berichtigung, ans deren Bekanntwerden er mit Rücksicht aus seinen Ruf als konservativer Jude doch hohen Wert leger« muß, erscheint, sorgfältig eingekeilt zwischeil - R eklame R otizen Nttd S p err d e n v e r z e i ch n i s s e n, damit der ursprüngliche Eindruck nur ja nicht verwischt werde und die Misrachisten als vereiitsamte, fanatische Nörgler Frankfurter Observanz blamiert bleibet«! Daß diese Tat ik besonders geeignet wäre, die Slnnparhieit der gesetzestreueil Inder« für der« Zioitismus zu erhöhen, wird nieniand bebaiwren wollen. Was den letzten Teil der Ausführungen des Herrn Einsenders betrifft, so bedauern wir, daß er die Terrdenz unseres Artikels nicht verstanden zu haben scheint. Uns kam eS ja gerade darauf an, der Oeffentlichkeit zum Bewußtsein zu bringen, daß die Frage, ob tatsächlich Bibelkritik im lluterricht "getrieben wurde, von sehr geringer Bedeutung sei gegenüber dem durch die«Persönl ich - keit der Lehrer' bedingten Geist einer Schule. Glicht was unterrichtet wird, sondern wer unterrichtet, das entscheidet in erster Linie über den religiösen Charakter einer Bildungsanstalt. Wer sich nicht selbst Sand in die Auge«« streuet«, wer nicht von klugen Bersöhnungspolitikern düpiert sein will, der tnuß sich in den heute aktueller« Schulfragen mit aller Entschiedenheit auf diesen Standpunkt stellet«. Unter diesem Gesichtspunkte haben wir die Angelegenheit des Jaffaer-Ghmnasiums beurteilt und finden daher keinen Anlaß, unser Urteil zu berichtigen.