Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 13 (1.4.1909)
- Date
- 1909-04-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Bettes kamen, sondern fie sammelte mit vielem Flettze und MGdauer bei ihren Bekannten und Freunden Gelb, Kleiber, Mische und allemögliche, dasie dann den Armen nach Bedarf in» Haubrachte. To üble sie mit vielem Verständnis und streute reichen Segen aus. rtbson Wesel 25. März. In große Trauer ist unsere Gemeinde durch da- Hinscheidm eineseltenen, ehrwürdigen Mannes, de- Herrn Meher David ^"^1 versetzt worben. Er war noch ein biederer, guter, wahrhaft frommer Jehudt von echtem Schrot und Korn, der die Tradittonen seinedurch Gesetztstreue von jeher bekannten und allseitig beliebten elterlichen HiujeS in hoher Ehre gehalten hat. Trotz eines jahrr.angm schweren Leibenversäumte er, so lange eS ihm die Sh&fte auch nur einigermaßen gestatteten, niemals den Besuch de- XD32N XV2/ und allabendlich wohnte er dem pi2p NIP'V in der bet, selbst die ungünstigste Witterung hielt ihn hiervon nicht zurück. Dabet war er Q'flVI VV 1VN Söl3 und 2N1A 21?V M7V. Mehr alS 25 Jahre war er Borsteher der ,1^I2N' und ebenso lange wirkte er in der Repräsentanz der Gemeinde, fich stets alS 1'21X2 pVIV N3lMt2 erweisend. Roch im vorigen Jahre hm ihm die Thewre zu seinrm 70. Geburtstage ihrm Dank durch eine seltene Ehrung zum Ausdruck gebracht. Wie sehr der. Verblichene in Achtung gestanden hat, zeigte die n'lb/ denn trotzdem fie am Nachmittage beS stattfand, waren Fremde nicht nur allein aus umliegenden Ortschaften, sondern sogar aus weiter Ferne hergekommen, und die Beteiligung auch der Ntchrjuden war eine sehr große. ♦TT2X3X1 Neumarkt, 25. März. Am 17. März verstarb dahier Herr Kgl. Oberlehrer G. Kahn nach 48jähriger Lehrtätigkeit, und nachdem er in hiestger Gemeind. 25 Jahre gewirkt hatte, im SS. Lesensjahre. Die allgemet, große Beteiligung bei der Beerdigung legte beredte- Zeugnis von der Liebe und Beehrung ad, deren fich der Dahingeschiedene allgemein erfreute. Am Grabe sprach zunächst Herr Distrikts-Rabbiner Dr. Weinberg über den LebenSganä de- Heimgegangenen. Hteraufergriff der Rektor der Realschule Herr Dr. Knittl das Wort. Er hob die vorzüglichen Eigenschaften des Verstorbenen als Lehrer und sprach seinen Dank im Namen der Sgl. Realschule a»S. Herr Lehrer Weil sprach im Namen der Schule. Herr Lehrer Oppenheimer, Sulzbürg nahm von seinem teuer» Freunde Abschied. Herr Hauptlehrer Rosenmerkel, Gyrtaum, Borsteher de- BeztrkSlehrervereinS brachte dem Dahtngeschtedenen im Namen seiner Kollegen die letzten Grüße. .N"2X3X1 Rödel see, 25. März. Diese Blätter zu deren treurstm Anhänger ihr Haus gehört, mdgm einem weiteren Kreise Sunde bringen von dem Ableven einer überall geachteten und geliebten Frau, der Frau Lehrer Fanny Frank aus Rvdelfee in Bayern. Rach einem unsäglich qualvollen Leiden, das fie in stiller, gottergebener Gedu.d getragen, ist fie am 22. Adar ihrem Kreise durch den Tod entrissen worden. Die außergewöhnliche Verehrung, deren öle Verstorbene bet Lebzeiten fich erfreute, äußerte fich durch eine ungemein große Beteiligung seitens aller Sonfesstonen bet der Beerdigung. Im Aufträge deS Herrn Rabbiner Abler-Kttzingen schilderte Herr Lehrer Bamberger in prägnanter, eindrucksvoller Rede daS schöne, ttefreligtöse Leven der Entschlafenen, indem er daraus hinwieS, daß die Teure die enge Stätte ihrer Wirksamkeit, einem Hetligtmne gleich, allzeit treu verwaltete und behütete. Am Sarge widmeten der Schwiegersohn Lehrer Schloß -Oberlahnstein und der Sohn Dr. med. Frank au- LandSberg a. W der » utter kurze Worte beS Gedenkens. In schmerzdurchbebter Rede gedachte zum Schluß der Gotte, Herr Lehrer Frank ces unersetzlichen BeUusteS, und hob besonders daS Gemtluth Chrfed hervor, das die Verstorbene 25 Jahre lang als unermüdlich tätiges, leitende- Mitglied der Chewra-Saddtscha deS FrtedhofSbeztrk« Rödelsee auSubte. — Jarotsch n (Prov. Posen), 26. März. Herr Lehrer Lauser feiert am 2. «pril seme silberne Hochzeit. Derselbe ist 32 Jahre an der hiesigen jüdischen Bo kSschule tätig und ersreM sich allgemeine. Beliebtheit. Baden (Schweiz), 25. März. Letzten Samstag abend verschied plötzlich infolge eines Herzschlages, Herr Michael Bollag im Alter von * 9 Jahren. DaS ungewohnt groge Leichengelette von Seiten der jüdischen und Ärtcn Bevölkerung Badens, die äußerst ehrenden ife der Badener Tagespresie, leam Beweise von der großen Sympathie, deren sich der Verstorbene überall erfteut hat. Michael Bollag war ein Mann von ausgezeichneten Eigenschaften uns har stetnur das Beste zum Wühle a» derer gewollt. Die jüdische Gemeinde hast einen tteuen Anhänger, die Armen eine große Stütze verloren, die Gesetzestreuen in der Schweiz aber einen ihrer besten Förderer. <12X3X1 Bvda (ft, 28. März. Hier starb Freiherr wieg, wund von Kornfeld, nachdem erst vor ewigen Wochen chm vom König der Baromttel verliehen worden war. Er 1 and bet allen Schicht»» der Gesellschaft in hohem Ansehen. AlS Präfidem der Börse, Mitglied des UNW»- rischen Mag»-tenhauseS und Generaldttrvor der Ungarischen Credabank machte der Verstorbene auch oft seinen Einfluß zu Gunsten feiner Glaubensgenossen geltend. ifctto.Ötfttrt, 22. Mä»z. Unser allverehrter Herr OVerravbmer Dr. M. Lewin '"Z wurde von Sr. Masestitt mtt dem JubUäumSkreuze ausgezeichnet. ° Infolge mewer Anregung vetr. ritueller Verpflegung jüdischer Goldatm während der nvtz'Tage find mir von verschiedenen Seitm ermunternde Zustimmungen zugenen, u. a. berichtete Herr L. Satz, Lehrer der jüdischen ewde zu Kiel, daß z. Zeit in Siel 21 jüdische Martüesoldatm stationiert find, von denen 13 HeimatSurlaub während der Feiertage erhtettm. Die 8 übrigen jüdischen Martnesolbaten müßten also mit n2t3D und ritueller Kost während deS NOL versorgt werden, wozu ich chm 50 M. übersandte. Ich erlaube mir nochmaldie innige Bitte an die Herren Rabbwm und jüdtschm Gemeindevorstände zu richtm, für die rimelle Verpflegung der jüdtschm Soldatm besorgt zu sew. Frankfurt a. M. Lafsar Lewisohn. Brfefkaste«. B. 5k. in E. Gehört in dcn Inseratenteil. Dr. F. in L. In dieser familiärm Form konnte der Nachruf nur im Inseratenteil erscheinen. Eine entsprechende redaktionelle Aenderung war daher unumgänglich. I. 5k. Nr. 112. Darüber kann Ihnen am bestm Herr Lehrer Ehrmann in Frtedberg(Oberhefim) Auskunft geben. Lerer-in K. Gewiß stand auch dem betreffenden Herrn da- Recht zu, fich an der DiSkusston zu vetetligen. Warum sollte eS der Bericht verschweigen? W. M. in 5k. Wir werdm gelegentlich darauf zurückkommen. Betreffs der Bücher wollen - ie fich bitte an ewe der bekanntm jüdischen Buchhandlungen wenden. B. in B. Kam für dieses Jahr zu spät. Besten Dank! 5kt. in Bl. Wir find mtt Rätseln aller Art reichlich versehen. Qmittskaltnder. Verein Mekor-Ehajim. GamStag, 3. April, Nachmittag- 3'/« Uhr, chützmstr. 2, Mikro-Vortrag beS Herrn Leopold Schwad. m inderecke. Sefler. (Ein Märchen.) ES war wirklich eine auserlesene Gesellschaft, die sich in dem hellerleuchteten Zimmer zusammengefunden hatte. In der Mitte auf dem blendend weiß gedeckten Tische hatten sie alle Platz genommen und betrachteten und bewunderten sich nun gegenseitig. Allen voran die prächtige silberne Seder-Schüffel, die da blinkte und glitzerte, und die nicht wenig stolz darauf war, daß fie die Trägerin so mancher anderer Dinge sein durfte. Herrliche goldene und silberne Becher standen auf dem Tische, Leuchter und Schalen, und um den Tisch herum standen Stühle, am oberen Ende ein Sopha mit einem schönen bunt gestickten Kiffen. Uno vor diesem Platze auf dem Tische lag eine schöne Hagadah. Die begann plötzlich lebendig zu werden, sich auszurichten wie ein Feldherr, uno wie ein solcher begann fie auch ihre Truppe zu mustern. „Ich werde Aufruf halten, ob Ihr alle da seid, wie ich's befohlen," begann fie. Alles stellte sich in strammer Haltung auf. „Also: Mazzos!" „Hier!" klang eS bescheiden aus dem Innern der Seder-Schüffel, fvie es fich dem „Brot der Armut" ziemte. ' .Moror!" // zurü ter!" tönte eS bitter und griesgrämig so daß man schon daraus schließen Bonnte, das müsse ein gar unkebsamer Geselle sein. „Wein!" „Hier!" schallte es in vierfaches Echo als Antwort, zur besonderen Genugtuung der Hagadah, die daraus gleich die Beruhigung gewann, daß der Wein wisie, was er zu leisten habe heute Abend. „Seroa!" „Hier!" kam es wehmütig zurück wie aus dem Munde eines, der sich nur als geringer Ersatz für etwas Besseres, Größeres hält. „Charoßes!" „Hier!" antwortete es schlicht und einfach, wie aus dem Munde eines Kindes, und es hatte gewiß nicht darüber nachgedacht, warum man es so süß und begehrenswert herstellte, um es doch nur wieder von dem Moror, den man hineintaucht, abzuschütteln. „Ei!" „Hier!" Mit einem Seufzer kam die Antwort. Warum mußte es gerade in dieser Fest- Versammlung als Symbol der Trauer stehen, wie es ihm die Seder-Schüffel erklärt hatte. Zufrieden lächelte die Hagadah. Sie konnte aber auch beftiedigt sein, denn nicht einer aus ihrer Armee fehlte, jeden sah sie auf seinem Platze. Und gar freundlich klang ihre Stimme, als sie begann: „Es freut mich, Kinder, daß ich Euch alle an Eurem Platze sehe, ich hoffe, Ihr werdet auch alle durchdrungen sein von der Größe und Wichtigkeit Eurer Aufgabe. Ihr Mazzos wertet wissen, daß Ihr Nachkömmlinge seid, jenes Brotes, das nicht Zeit hatte zu säuern, als die Kinder Israel es auf dem Wege bucken, da sie in Eile und Hast, göttlichem Befehle gehorchend, aus der Knechtschaft flohen. Und Euch, Ihr bitteren Kräuter, brauche ich doch wohl nicht zu sagen, daß Ihr erinnern sollt an die bitteren Leiden der Knechtschaft, die Israel in Aegypten zu ertragen hatte. Und Du, unscheinbare Se'roa, Du sollst Dich nicht allzu klein fühlen, daß Du nur ein Symbol bist für das Peffach-Opferlamm, das einst in Pracht nnd Freude seiner Bestimmung zugeführt wurde, denn Du deutest ja auch hinaus in die »ukunft, auf jene herrliche Zeit hin, wo anstatt )einer wieder das Peffach-Opfer dargebracht werden wird. Noch ein Wott an Dich, 0 Wein, möchte ich richten. Wenn nachher bei Aufzählung der zehn Plagen man tropfenweise von Dir wegnimmt, so vergiß nicht, den Menschen zu künden, daß kein Freudenbecher ganz voll sein kann, und daß in die Freude über die Errettung aus Mizraim der Schmerz über das zerstörte Heiligtum in Jeruscholaim als bitterer Trop'en fällt. Ihr werdet alle zusammenstehen wie ein Mann, zu verkörpern die große alte und doch ewig neue Geschichte, wie Gott einst mtt starker Hand und ausgestrecktem Arm sein Volk Israel befreit aus Druck und Knechtschaft und es gefühtt zu Licht und Freiheit und Selbständigkeit. Ihr werdet versinnbildlichen die Wunder, die Gott geschehen ließ. Ihr werdet aber vor allem auch die Jugend aufmerksam machen und sie zum Fragen anregen: „Ma nischtanoh halajlo haße," was alles Ihr denn zu bedeuten habt, damit das Alter dann aus mir die Belehrung hole, die sie der Jugend geben kann, die Geschichte vom Auszug aus Aegypten. So dies laßt Euch einstweilen gesagt sein, alles andere werdet Ihr ja dann nochmals hören, wenn ich erst anfangen darf, meinen Inhalt darzubieten." Und klopfenden Herzens fühlte die Hagadah den Augenblick herannahen, dem ihr heißes Sehnen ein ganzes Jahr galt. j 8. R. Nullösung des Rätfels in No. 11. s’ik - armt Richtige Lösungen sandten ein: Rüben Mannheimer, Frankfurt a. M./ Rosa Stern, Brückenau/ Judtt Mignon Scheftelowitz, Johanna Scheftelowitz, Cosel- Ernestine Rafalowitz, Nürnberg; Elsa Heymann, Neuenahr; Karl