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Der Israelit · 1909-02-04 · Heft 5 (4.2.1909) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 5 (4.2.1909)
Date
1909-02-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Xr. 5. Sette 10. Der JSraeltt. Nicolai ö. S. 35. Jan. Vergangenen Donnerstag beging der htefige 60 Mitglieder zählende Krankenpflege- und Beerdigungverein TWNp N12N die Feier seines 52jährigen Bestehens. Die Feier begann vormittags mit einem Rundgang auf dem hiesigen altehrwürdigen jrnaprr?1'2, auf dem außer anderen V'LltUI 2'pNL auch der historisch berühmte 7H3C “IJ Josef bm Awrohom Stebltzik, Bürgermeister der hiesigen Stadt zur Zeit Friedrich des Großen, beerdigt ist. Abends versammelten sich die Mitglieder des Vereins zu einem Festmahl, das einen überaus schönen und würdigen Verlauf nahm. Nach dem 2'^V2°Gebete und nach einer herzlichen Begrüßungsansprache des ehrwürdigen Vorsitzenden, Herrn Stadtverordneten Nathan Danzig er, in welcher er auch der verstorbenen Mitglieder gedachte, wurde der Bericht des Rendanten, Herrn LouiS Glaß, entgegengenommen. Während des MahleS brachte zunächst Herr Louis Glaß ein Hoch auf den Kaiser aus, in welches die ganze Versammlung begeistert einstimmte. Es sprachen noch Herr Amtsrichter Posnanski und die Herren Heinrich und Max Weißler. Auch Herr Kantor Louis Cohen sprach über die Bedeutung des Vereins und seiner edlen Bestrebungen, worauf er auch die Gesellschaft durch Gesangsvorttäge ernster und humoristischen Natur erfreute. Bei der vortrefflichen Bewirtung entwickelte sich eine sehr animierte Stimmung, so daß bereits die. zweite Morgenstunde verstrichen war, als das Tischgebet, welches amerikanisch versteigert wurde und dem Verein ein nettes Sümmchen etnbrachte, gesprochen wurde. Rees, 1. Febr. Gestern hielt Sr. Ehrw. Herr RabbinerDr.Neuwirth -Bingen im hiesigen „Verein für jüdische Geschichichte und Literatur" einen tntereffanten Bortrag über „Die Ethik des Judentums". Reicher Beifall wurde dem geschätzten Redner gezollt. Die Ditzkusston gestaltete sich zu einer äußerst lebhaften. Basel, 3. Februar. Die Kommission des „Vereins zur Förderung des gesetzestreuen JudmtumS in der Schweiz" nahm in ihrer jüngsten Sitzung mit Befriedigung davon Kenntnis, daß die Mtkwo in Ge >f ihrer Bestimmung übergeben worden ist. Nach dem Berichte des Delegierten der Kommission, Herrn Dr. M. Ascher in Neuchätel, welchem der herzlichste Dank für seine Mühewaltung ausgesprochen wird, ist das Tauchbad sauber, zweckmäßig und allen hygienischen Anforderungen entsprechend eingerichtet. Die Kosten beliefen sich, die Einrichtung ungerechnet, uuf über 2000 Frs. Für den nächsten Winter plant der Verein die Einrichtung einer rituellen Speisegelegenheit für diejenige Glaubensgenoffen, welche die schweizerischen Märkte besuchen. Geeignete und zweckdienliche Vorschläge find an Herrn Abraham Erlanger in Luzern zu richten. — Auf Vorschlag von Herrn Rabbiner Dr. Cohn wird der Verein die Gründung einer jüdischen Bibliothek ins Auge fassen, die aus Werken belebenden und unterhaltenden Inhalts bestehen und allen Mitgliedern des Vereins unentgeltlich zur Verfügung stehen soll. Als Sitz der Bibliothek ist Winterthur in Aussicht genommen. — Für den „Talmud Thora Verein" in Zürich wurde ein namhafter Beitrag bewilligt. Bafel, 25. Januar. Letzten Sonntag hielt der „Schomre Thora Männer-Beretn" feine ordentliche Generalversammlung ab. Der Präsident, Herr Charles Nordmann, erstattete den Jahresbericht und gab seiner Freude über den wachsenden Besuch der vom Vereine eingerichteten D’HW’Ü Ausdruck. Am Tjytp K'IÖJJ q^in) nahmen mehr als 3 teil, deren lebhaftes Interesse sich in der regen Diskussion kundgab. Auch die anderen besonders die Lektüre des K'lp’l ILO, zu dessen Erklärung u. a. auch der jüngst erschienene geistvolle Kommentantar von Seminardtrektor Dr. David Hoffmann benutzt wird, erfreuen sich einer stets steigenden Teilnehmerzahl. Zum Schluffe sprach er Herrn Rabbiner Dr. Cohn für seine unermüdliche und uneigennützige Tärtgkeit' herzlichen Dank aus. Der Kassierer, Herr I. Haas, erstattete den Kaffenbericht. Der Verein zählte im verfloffenen Jahre 48 Mitglieder gegenüber 43 im Vorjahre. Der Ueberschuß her Einnahmen über die Ausgaben beträgt 138 Frcs., das Beretnsvermögen 3SV0 Fr cs. Hierauf folgte die Beratung aber vom Borstande vorgelegten neuen Statuten, die mit unwesentlichen Aenderungen angenommen wurden. Zum Schluß' wurde der bisherige Vorstand per Akklamation einstimmig wiedergrwählt. Pretzburg, 24. Jan. Auf Ersuchen des hiesigen „Schomre-Schabbos-Veretns" hielt Herr Rabb.-Affeffor L« Ru b inst ein am Samstag im geräumigen Turnsaale der orthodoxen Gemeinde einen inständigen Vortrag über „Sabbatheiligung" Diese formvollendete Rede machte auf die zahlreichen Besucher, ca. 500 Personen, einen tiefen Eindruck.. Der Redner schilderte in seiner beifällig aufgenommenen mit schönen *>1^1 gewürzten Rede die Wichtigkeit des fn’tttP 712V- Nachdem Vereinspräses Moritz Frey dem Redner namens der Vereinsleitung und der Zuhörerschaft in.^schönen Worten gedankt hatte, wurde die Versammlung geschloffen. Die Leitung des V"V-Bereins verdient aufrichtigen ' Dank für ihre Tätigkeit und ist zu hoffen, daßdieselbe ihre Wirksamkeit auch fernerhin zum Segen entfalten wird. Personal^». Frankfurt a. M, 3. Febr. Am vergangenen Freitag haben wir Raphael Ettlinger zur letzten Ruhestätte begleitet. Mit ihm verliert die Frankfurter Judenheit eine ihrer hervorragendsten Persönlichketten. Mit reichem jüdischen Wiffen ausgestattet, von glühender Liebe für das überlieferte Judentum beseelt, hat Raphael Ettlinger, seit er in jungen Jahren nach Frankfurt a. M. vou Karlsruhe überstedette, an dem reich bewegten jüdischen Leben unserer Stadt vollen eifrigen Anteil genommen. Strenge Rechtlichkeit, nie ermüdende Arbeitsfreudigkeit tme eine ungewöhnliche organisatorische Begabung sicherten ihm die Achtung aller Kreise und Parteien. So konnte es denn nicht fehlen, daß sich trotz des kurzen Freitag Nachmittag im Trauerhause Hunderte einfanden, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Auf dem Friedhöfe gab terr Rabbiner Dr. Horovitz dem Schmerze über den erlust des treuen Freundes und wackeren Vorkämpfers für das gesetzestreue Judentum ergreifenden Ausdruck. Für die Bnei-Brith Loge, an deren Spitze Raphael Ettlinger in früheren Jahren gestanden hatte, sprach Herr Dr. Richard Merzbach. Herr Moritz A. Loeb sprach im Namen des „Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit 712V 'NOV" und für die Ortsgruppe des „Verbandes des Sabbatfreunde' dem Heimgegangenen den Dank und die Anerkennung von beiden Vereinen aus, für die er als Vorstandsmitglied seit ihrer Gründung bis zu seinen letzten Stunden in eifrigster -Weise tätig war. Für den Centralverein isr. Gemeindemitglteder" widmete Herr Dr Jsaac Heinemann dem langjährigen Führer, der aus exponiertem Posten Bedeutendes leistete, Worte herzlichen Dankes. Es folgten noch Ansprachen des Herrn Joseph Wisloch für das Gumperzsche Siechenhaus, des Herrn Dr. Freimann für die Shnaaogen-Jnspektion und de» Herrn A. Hirsch für die Krankenkasse. Aus allen Reden klang übereinstimmend die Anerkennung für die Arbeitsfähigkeit und den Eifer, mit dem sich Raphael Ettlinger neben seinem Berufe der Interessen der jüdischen Allgemeinhet. auf allen Gebieten angenommen hat. So wird sein Andenken in unseren Kreisen stets ein gesegnetes sein. Hamburg, 1. Febr. Wenn ich Ihnen erst heute von einer Feier berichte, die nicht stattgefunden hat, so liegt der Grund der Verspätung eben darin, daß eine, eigenttiche Feier, wie sie zu Ehren des Herrn Hermann Gumpertz gedacht war und wohl auch angebracht wäre, auf den ausdrücklichen Wunsch des Jubilars nicht zustande kommen konnte. Herr Hermann Gumpertz sieht auf eine35jährige erfolgreiche Tätigkeit im Vorstände des hiesigen „Deutsch-Israelitischen Synagogenverbandes" zurück. Durch das Vertrauen der Gemeinde im Jahre 1884 ln den Vorstand gewählt, hat er während eines Bierieljahrhunderts ununterbrochen seine beste Kraft in den Dienst der Gemeinde gestellt. Seit zehn Jahren wirkt er mit gleicher Hingebung auch als Präsident des Vorstandes. Die Verdienste des Herrn Gumpertz um den Ausbau und. die Entwicklung unserer Gemeinde sind allbekannt und speziell auch seine eifrigen und energischen Bemühungen überall da, wo es galt, im Sinne der Gesetzestreue Wandel und Abhülfe zu schaffen. Ein guter Kenner des jüdischen Schrifttums, dessen ~ tudium er seit frühester Kindheit betrieb, konnte er auch oft genug als Berufener in religiösen Dingen einen segensvollen Einfluß ausüben und vorbildlich wirken. Wie schon bemerkt, hatte sich der Jubilar in feiner großen Bescheidenheit eine Jubiläumsfeier nnchdrücklichst verbeten) doch konnte der Vorstand den Ehrentag seines Präsidenten am 1. Januar nicht ganz unbeachtet vorübergehen lassen und die ihm erwiesene Ehrung war, wenn auch nicht in pompöser Weise zum Ausdruck gebracht, eine recht innige und herzliche. Herr Oberrabbiner Hirsch, sowie sämtliche Mitglieder oes Vorstandes und des Repräsentanten-Kollegiums erschienen in der Wohnung des Gefeierten, wo der Herr Oberrabtiner in einer tier empfundenen Ansprache die hohen Verdienste des Jubilars um die Hamburger Gemeinde und um die Gesamtintereffen des Judentums schilderte. Herr Gumpertz antwortete hoch erfreut und dankte für die ihm erwiesene Ehre, glaubte aber im übrigen, die Verdienste nicht für sich in Anspruch nehmen zu dürfen, sondern sie in erster Reihe der Mitarbeit seiner Kollegen und des Herrn Oberraboiners zuschreiben zu müffen. Tie ganze Gemeinde fühlte sich einig in dem Wunsche, daß es Herrn Gumpertz vergönnt sein möge, noch viele Jahre in ungetrübter Frische zum Wohle seiner Gemeinde und des Judentums zu wirken. Göttingen, 28. Jan. Dr. Minkowski, ordentlicher Professor der Mathematik in Göttingen, der am 12. Januar plötzlich aus dem Leben geschieden ist, war eine Zterve der Wissenschaft, der ihre Grenzen in geradezu genialer Weise erweiterte und der im In- und Auslande von allen Fachgenoffen als einer der allerersten Mathematiker der Gegenwart anerkannt war. Geboren 1864 in Rußland, sinterte er in Königsberg und Berlin und erhielt 1893 einen Ruf nach Bonn als außerordenütcher Professor, wurde 1894 in gleicher Eigenschaft nach Königsberg berufen, wo er dann 1895, obzwar er Jude war und blieb, ordentticher Profeffor wurde. Im nächsten Jahre wirkte er als ordentticher Profeffor am Polytechnikum in Zürich, von wo er nach Güttingen beruftn wurde. 4 Februar 1909 Brüssel, 30. Januar. Ignaz Bernstein ist hier gestern gestorben. Bernstein war ehenrals ein reicher Kaufmann in Warschau, doch hat er sich ins Privatleben zurückgezogen und betrieb folkloriftische Studien. Bon seinen Sammelarbeiten ist besonders die Sammlung jüdischer Sprichwörter (von uns in Nr. 15, 1908 ausführlich gewürdigt) bekannt. Der Verstorbene war der Begründer der jüdischen Gemeinde* bibiliothek in Warschau. Wie«, 25. Jan. In Wien ist am 22. Januar der bekannte Mitbegründer der Zionistischen Partei, Dr. Leopold Kahn, gestorben. Der Verstorbene war der intimste Freund und Mitarbeiter Herzls, langjähriges Mitglied der A. C. und nahm auch sonst t,n jüdischpolitischen Leben Wiens eine hervorragende Rolle ein. In den letzten Jahren trat er in der zionistischen Bewegung nur noch selten hervor. Die Beerdigung fand am Sonntag unter starker Beteiiigung statt. An der Bahre sprächen Rabbiner Dr. Ta glicht und Baurat Oskar Marmoreck. Warschau, 27. Jan. Vor einigen Tagen ist auf der Reise von Wiesbaden nach Warschau eine markante Persönlichkeit tm russischen Leben der Neuzeit, der Ingenieur Siegmund Frumkin, im Alter von 51 Jahren gestorben. Als geborener Grodnoer in Warschau, der polnischen Hauptstadt, lebend, hat er vermöge seiner Güte und Klugheit und seiner aufrichtigen Ehrichkeit das Vertrauen der russischen und polnischen Kreise nch erworben, ein Vertrauen, das er durch energische Arbeit zum Wohle seines Vaterlandes und durch eine ausgebreitete, zielbewußt geübte private und öffentliche Wohltätigkeit gerechtfertigt. Für seine Glaubensgenossen in Rußland bedeutet sein allzufrüher Heimgang einen doppelten Verlust insofern, als der auch in außerjüdischen Kreisen hochgeachtete Mann es verstanden hat, sich Beziehunge r zum Ausland zu schaffen und diese für seine bedrängten Glaubensgenossen fruchtbar zu machen. vrieNrarten. C. L. 10O. In den Krankenhäusern der jüdischen Gemeinden zu Berlin, Frankfurt a. M. und Breslau. H. L. in Liege (Amerika). Die gewünschten Nummern sind bei uns nicht zu haben. A. in S. Ihr Unternehmen ist lobenswert, doch würde eine Voranzeige die Freude und Ueberraschung des Gefeierten nur beeinträchtigen. Nach dem Feste find wir gern bereit, einen Bericht aufzunehmen. D. F in Boston. Geeeignete Berichte find uns stets willkommen. B. M in M. Wenden Sie sich an die hiesigen bekannten jüdischen Buchhandlungen. M. C in Kopenhagen. Der Artikel ist mit einigen kleinen Aenderungen in Nr. 4 erschienen. Lehrer F. U. in Z. Kann leider in dieser Form nicht erscheinen. 100 K- Die Barmizwoh findet D statt. I. H. in D. Eine nähere Adreffe der Fttma ist uns nicht bekannt. K. D. in G. Verein zur Förderung ritueller Speisehäu er in Hamburg. Kl. in B. Da ist unseres ErachtenS Vorsicht geboten. A. I. in Sch. Der Arttkel kann unseren Leserkreis nur wenig intereffleren. Manuskript folgt zurück. Uereinskaletuler. Jüdischer Frauenverein e. B. Am Montag, 8. Febr., abends 8% Uhr, im Hörsaale der Isr. Rel- Gesellschast, Schützenstraße 12: „Jüdische Gebete III. Der Aufbau des Morgen gebets. Referent: Herr Jacob Rosenheim. — Am Mittwoch, 10. Febr., abends 9 Uhr, in der Realschule der Isr. Rel.-Gesellschaft, Am Tiergarten: „Lektüre und Erläuterung des Buches Hiob". Herr Dir. Dr. Lange. Gäste (Damen) find willkommen. Verein Mekor-Chajtm, Samstag, 6. Februar, Nachmittags 3% Uhr, . chützenstr. 2, Mikro-Vortrag des Herrn A. M. Schwarzschtld. — Sonntag, 7. Febr., Nachmittags 6 Uhr, in der Aula der Realschule, Am Tiergarten 8: Bortrag des Herrn Dr. Raphael Breuer über das Thema: „Die Geschichte einer Jugend." Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung '22t 712N2- Mittwoch, 10. Febr. 1909, abends 9 Uhr, im Vereinslokale Schützenstr. 2: Borttag des Herrn stuckt, pdil. Marcus EliaS über „Der gesetzestreue Jude ein freier Denker". Dozent: Herr Prof. A. Weyl. — Samstag, 6. Febr., mittags 12-1 Uhr, im Hörsaale der Synagoge Friedberger Anlage: Lektüre der Neunzehn Briese unter Leitung-des Herrn Dr. I. H. Bon bi. „Monlefiore", Verein zur Pflege der idealen j Interessen jüdischer junger Leute. Mittwoch, 10. Februar,!

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