Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1909)
- Date
- 1909-01-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Der JSraelit Sette'14. Nr. 3. König ,Badis, seine rauhe Natur durch Len Einfluß seines Ministers bezähmend, trat in das Gemach und erkundigte sich teilnehmend nach dem Grunde der überlauten Unterhaltung. „Seid Ihr vielleicht durch meine Leute nicht gut bedient worden?" frug er sanft, mundet Euch vielleicht unsere Kost nicht, saget es doch, wir werden Euch reichlichere Speisen, kostbarere Teppiche und älteren und kühleren Wein beschaffen laffen. „Eure Speisen sind gut," antwortete statt Zohair, Jbn Abbas, „Eure Weine sind alt und kalt genug, auch Eure Teppiche sind tveich und gut geknüpft. Was uns hier nicht gefällt, das sind die Menschen, die gemeinen, so tief unter uns stehenden, das sind Leute, wie Dein Schrcibknecht Samuel." Vor Wut sich kaum kennend, zog der König von Grana a sein Schwert und wollte den .Übermütigen Zohair und seinen Vezier nieder- Machen, als einer der hohen Offiziere, die sich DDDWUge des Königs befanden, hervortrat. Dich, o Gebieter," sprach er, „ich kWMe" eine Versöhnung herbeiführen. Wenn es öetn Könige recht ist, so mögen sich Zohair und Jbn-Abbas vorerst in ihre Gemächer begeben." Man berief unter dem Vorsitz von Samuel einen Staatsrat und nach dessen Beschluß begab sich mit einbrechender Nacht der Offizier, der wie der Bruder des Königs Bolloguin hieß, zu Jbn-Abbas. „Fürchte doch," sprach er, als er bei ihm eintrat, „die Strafe Gottes. Du bist das Hindernis einer Versöhnung, denn Dein Herr läßt sich durch Dich leiten. Weißt Du denn nicht ebenso gut wie wir, daß die Zeit, da wir noch einig waren, für uns in allen Unternehmungen eine glückliche gewesen, so daß wir allen ein Gegenstand des Neides waren. Laß uns deshalb unser Bündnis erneuern. Der Punkt, über den wir uns bis jetzt nicht haben verständigen können, ist die Unterstützung, welche Du Mohamed von Cormona gewährst. Ueberlaß diesen Fürsten seinem Schicksal, wie unser Emir es verlangt: dann wird alles sich von selbst ordnen." Halb herablassend, halb verächtlich antwortete Jbn-Abbas: „Wie alt bist Du denn, Knabe?" „Ich zähle 32 Jahre, aber wenn Du mich noch für einen Knaben hältst, so laß Dich durch diese meine Tränen rühren," und er umarmte den Vezier und küßte ihn. Jbn-Abbas machte sich von den Umarmungen des Soldaten frei. „Spare Deine Beteuerungen und hochtrabenden Worte, denn Du richtest damit bei mir nichts aus. Was ich Dir gestern gesagt habe, sage ich Dir auch heute, wenn Badis und Samuel nicht in allen Stücken meinem Willen gehorchen, so werde ich es so einzurichten wissen, daß Ihr es bereuen sollt." Durch diese Worte im höchsten Grade erbittert/ fragte Botogguin: „Ist dies die Antwort, die ich dem Staatsrate bringen soll?" „Gewiß," antwortete ihm Jbn Abbas, „und wenn Du mir auch noch stärkere Ausdrücke unterl'geu willst, als die, deren ich mich bedient habe, so habe ich nichts dagegen." Bor Wut und Unwillen weinend, kehrte Bologguin zu Badis, Samuel und dem versammelten Staatsrate zurück. Er wiederholte die Unterredung, welche er mit dem Vezier gehabt hatte und am Schluß seines Berichtes rief er aus: „Cinhetschiten, der Stolz dieses Mannes ist unerträglich. Ihr müßt Euch allesamt erheben, um ihn niederzuwerfen; wo nicht, so werden Eure Wohnungen nicht mehr die Eueren sein!" (Fortsetzung folgt.) inderecke Königsblumen. „O Frau! Sieh' was für schöne Blumen!" rief ein kleines, hübsches Mädchen seiner Wärterin zu, als es vor einem hohen Gartengitter vorbeikam, über welchem selten schöne Blumen hingen. Das blauäugige Kind wollte einige Rosen pflücken, welche die Luft mit ihren Wohlgerüchen füllten. „Sie sind wirklich schön", sagte die Wärterin, „aber Haben wir nicht Blumen genug °m unseremeigenen Garten?" „Aber ich möchte diesen schönen Strauß", rief das Kind traurig, indem sich seine Augen mit Tränen füllten. Das war in den Morgenstunden. Der Spaziergang längs dieses Gartens war des Kindes tägliche Erholung; jeden Tag sah es die schönen Rosen und jeden Tag war es versucht, sie zu pflücken, aber es wußte, daß es nicht die scinigen waren. Da geschah eines Tages, daß sich während ihres Spazierganges das Gitttertor öffnete und ein herrlich schöner Mann mit engelhafter Güte in den Gesichtszügen dem freudig überraschten Kinde eilten prächtigen Rosenstrauß überreichte. Es war der Eigentümer des Gartens, der Tags vorher den rührenden Wunsch des Kindes gehört hatte. Tags daraus durfte das Kind auch das Gartengitter überschreiten und Rosen pflücken, so viel es nur wollte. Viele Jahre sind seitdem vergangen. Der Mann, welcher das Kind die Rosen pflücken ließ, war Sir Mosös Montefiore und das Kind - die spätere Königin Victoria. ßebräifdies Budiftaben-Rätfel. 21 I amiar 1962. Erster in Israel ruht. Ein dreiköpfig Wunderkind; Der zweite sagt: Ende gut. Doch der dritte gut beginnt. Nun sind sie treu vereint, Und herrschen hart und kalt. Doch wart', die Sonne scheint Und bricht bald ihre Gewalt. yamlllenvacbrlcbten. Geburten. Einen Sohn: Louis Kahn, bier. Ublandstrafte 48. — Eine Tochter: Meier L e v i (Greif) Alsfeld. Verlobte: Selma Kahn, Jogues Levy, Frank« lurt a. M.-Straßburg i. Elf. — Suffe Offenbacher, Willy R o se n b a n m, München-Memmingen. Verstorbene: Brendel Dornberg (Straub) Wwe. hier, S.mdweg 68. 91 I. — Joseph Mayer, hier, Röderbergweg c>2 67 I. — Clara Schönberg, hier, Gartcnstr. 229. 27 I. — Jüdle Michel, SelterS. 75 I. Vermählte: Leo Siern mit Matilde geb. Heß, beide dahier. Barmizwohfeiern: Salo, Sohn des Herrn Leopold Zuntz, hier, Börnestr. 26, in der Synagoge der iSr. Religionsgesellschaft. Sabbat-Anfang u. Ausgang. O KT: Anfang Datnm AuSgan Uhr iMin. 1009 5660 Uhr iMm 23. Jan. 1. Schewal Frankfurt a. M 4 40 5 55 Berlin . . . 5 45 München . . 4 50 5 43 Strastdurg . 4 45 5 55 Stnttgart. . 4 45 5 48 Bolen . . . - - 5 40 Nürnberg - - 5 40 Hamburg . . 5 55 Brag. — 5 35 Für den Reklamentetl ist die Redaktion nicht verantwortlich) insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene» Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angabe« religionsgeseh - liche« Charakters ans ihre Anverlüsstgkeit za prüfe«. ■=| Landeshuter | ~Wt Leinen» und Gebild-Weberei F. V. Qrünfeld Königl., Grossherzogi. u. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W.y lelpzIgintniN 20*2. Grösste Auswahl aller Wäscheartikel für den Hausbedarf. üslertisBOB ganzer Ausstattungen. Preisliste mit Abbildungen sowie Kosten' ansebläge zu Diensten. (?S5S) In kalter Winterzeit Sich drei Freunde fanden, Die sonst gar ziemlich weit Von einander standen. kur Heu Inseratenteil ist qm keaaKtum meni »sraniworuicn; insoesonoer« ist ns ausscfluessiichSache der Leser, die nn Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritnellerWaren oder sonstige Angaben rellglonsgesotzllohen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Kapelle an trabe ‘ - 81 - Kapelleastral)' - 81 - WIESBADEN Pensionat und höhere Töchterschule von Her mixte Wollt. . Aufnahme von Zöglinge« zn frder Zeit. Prospekt» n»d Referenzen dnrch die Vorsteherin. (4540 M international isr. dirigd per Dr. M. Asohvr, Neuchätel (Sulsse) Situation magnifique — langues modernes —äducation religieuse et individuelle — meiUeures r&erences. (11187 Im Erscheinen befindet sich: Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. £■ Meyers Grosses Konyersations- Lexikon. 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