Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 52 (31.12.1908)
- Date
- 1908-12-31
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Kette 14. ja such schon ihre Gunst erworben". So sprach Samuel. Ich habe nun alle meine jüdischen Kunden verloren. Und andere bekomme ich nicht. Mn Wsigas wurde nachdenklich. „So sihr ich den Vezier Haffe, „sprach er," in dieser Sache kann ich ihm njcht unrecht geben. Es ist eine äußerst kluge Politik, die er zu gunsten der Juden ausübt." „Er verdient den Namen Jude gar nicht, er muß sterben," sagte der Schuster, „er ist ein Juden ftrnd". Ein einfacher Jude in ärmlicher Kleidung drängte sich vor und verschaffte sich nach vielen vergebliche» Versuchen das Wort. - „Sage, Schuster, gab Dir Samuel nicht ein größeres f Geldgeschenk, so daß Du seit dieser Zeit ohne Arbeit leben konntest, ja noch heute davon lebest". „Ich verlange kein Almosen, ich will von meiner Hände Arbeit leben" „Du nahmst es aber doch und lebst, so wie ich Dich kenne, viel lieber ohne Arbeit". Nun wandte sich der Mann an die Gesamtheit. „Es ist mir unmöglich, es länger zu dulden, wie hier einer der besten und bedeutendsten Männer, die je gelebt, von seinen eigenen Volksgenossen ohne jeden Grund verleumdet und beschimpft wird. Me hatte ich. von Samuel auch pur üm eine PerutaVorteiL, aber ich frclge^ Euch, Ihr Jiben, wer wird die hunderte von armen Talmudjüngern erhallen, wenn Samuel nicht mehr ist, wer wird die vielen armen jüdischen Schriftsteller und Wissenschaftler unterstützen, wenn Samuel es nicht mehr kann und ist er nicht selbst ein großer Talmudgelehrter, ist er nicht Euer Rabban, Euer Fürst?" Wer ihm zu nahe tritt, deffen Blut komme über sein Haupt". Eine furchtbare Erlegung bemächtigte sich der Menge. „Spaltet chm den Schädel", schrieest die erregten Leute, einige Berber, stürzten sich böretts auf ihn. Wäre' er nicht schnell iich Freie entschlüpft, die wilden Aeaüren hatten ihn erschlagen. Nun richtete Isaak den Leon nochmals das Wort an die Berber: f Ihr maurischen Bundesgenossen, wir tuden wünschen nichtz daß Blut vergossen werde. »uchet die. Erbfolge auf trockenem Wege zu ordnen". . Die ganze Wildheit der Mauren, deren Der Israelit._ ' Kultur ja nur obenauf lag, kam nun zum Borschein. „Wenn ihr uns nicht zustimmt in allen unseren Beschlüssen," schrieen sie, „dann ist Euer Leben ebenso verwirft, wie das von Badis und des Juden Samuel. Ihr werdet noch früher sterben als sie, denn ihr werdet diese Höhle nicht lebend verlassen". Die Juden überlegten. Da stürzte aus dem .entlegensten Winkel der Höhle eine bisher völlig unbeachtet gebliebene Frauengestalt. Eilig bestieg sie den Hügel, so daß ihr scharlachroter Mantel in den Lüften stlatterte: Die Stärke ihres Zornes überwog die Anmut ihrer WeMichkeit. „Muß ich als Frau Euch an einen talmudischen Spruch erinnern?" Wißt Ihr nicht daß es heißt: „Will Dich jemand erschlagen, dann erschlage ihn zuerst". „Würde uns Samuel oder Badis das Leben schenken, wenn wir besiegt auS dem Kampfe hervorgingen? Wollt Ihr einen Mann schonen, von dessen Weibe man sich erzählt, daß sie sich viele Jahre im Harem des Emirs von Bagdad befunden, deffen Gattin geworden sei und bis heute von chm den Scheioebrief nicht erhalten habe. Auch war sie lange Zeit Sklavin und was das sagen will, braucht nicht näher erörtert zu werden". Nach dieser Rede gaben die Juden ch'e, Zustimmung zu dem Todesurteil über die beiden Männer. Da ertönten plötzlich langgezogene, durch« dringende Klagetöne ganz nahe an der Höhle, ein furchtbarer Knall ertönte durch die stille Nacht, ein tausendfaches Echo in den Gründen des Gebirges wachrufend. Bis zu Tode erschrocken, stürzten die nächtlich Versammelten aus der Höhie. Aber man konnte über den Ursprung der Geräusche nichts entdecken. Der Tag graute im Osten. Langsam und in gewaltiger Erreg-, ung ging jeder einzeln seinem Hause zu. „Wer war denn das wackere Mädchen, das - di^ Juden zur Besinnung brachte," ftug auf dem Wege ein vornehmer Berber seinen Genossen". „Es war Jbn Migas' schönes Töchterlein, die mutige Ehabbiba". (Fortsetzung folgt.)' '' U. Dezember UM8. Nr. 8-7" 5s«Me»aÄNchte«. ' fiebarten. Leo-old Schwab (Erlanger) hier, einen. Sohn. — S. Grünfeld (Jameson), Kleinwallstadt, eine~ Tochter. — Paul Aron, Stuttgart, einen Sohn. . Verlobte: Betti Kabn, Gustav Ansbachtx, Dortmund-Frankfurt a. M. — Brünna Eschwege, MoseS Stern, Thüngen'Tbalmäfftng. — Gertrud Pinzowe'r, Mar Hermann, Zabrze-Prenzlau. Vermlllilte: Zacharias Hackenbroch, Clementine geb. Schwarzschild, Frankfurt a. M. — Hermann Rothschild, Recha gev. Rosenberg, Frankfurt a. M. Verstorbene: Israel Ros ent Haler, Frankfurt a. M. — Friederike Löllbach, ged. Breslau, Frankfurt a. M., 74 Jahre alt. ‘ - „ Barmlcwohfeier: Richard, Gohn des BezirksrobbinerS vr. Weingarten, EmS. Sabbat-Anfang u. Ausgang. OT1 OBI: «ns sang Datm« «uSgqne Ubr Min. 1909 566» Uhr Min. i. Jan. S.Tebeth Ara»kf«rt n. M 4 10 5 25 Derlfn .... «— — 5 10 München . . . 4 20 6 17 Utenübneg . 4 80 5 30 Stuttgart... 4 1ö 5 22 dose» .... — 5 05 »türnherg . . — S 22 Hamvnrg. . . - — 5 35 Prag. — — 5 00 f II »I So (M mit Tol bjl we, Hali ito wol bis uni geb am 1 i f> S gl » Kür de» Reklamentett ist die Redaktion nicht verantwortltchr insbesondere ist es ansfchltehlich Sache der Leser, die tm Reklameteil enthaltene» «mpfehl»»Ueo i ttneller Ware» oder sonstige «lugaben religionSgeset - lichen «harakters ans ihre LnverlSsfigkett $» prüfe». Wir halica'ö doch henlich wut gebracht, daß man die Heilkraft berühmter Qaettttt tu der Westentasche mitnehmen und narhWdarf verwenden kan». Fays Sodener Mineral- §astillen find nämlich in' ihren wirksame» estandteilen ein reines Gnellenprodnkt und so erklärt fich's auch ohne weiteres, daß fie bei allen Affektionen des Ha st», der Luitgen, bei ernsten und selbst ganz veralteten Katarrhen so ansoezeichnete Dienste tnn. La^s ächte Sodener g hören wie Brot in jede« Hanshalt. Die Schachtel kostet 85 Pfennig »nd ist in allen Apotheken, Drogerien and Mineralwafjerhand ungen zu haben. Man hüte sich aber vor Nachahmungin. g Ma wib UM dur Ner kSn «. »o far "1 gut zur satt rat sea u jefe ein« ♦ Klb Jot B.i 8» für den Inseratenteil ist die Redaitioo ment voran tworuica.iuwasummre ist es aosscftliessucnsaclie der Leser, die l» Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritaaller Waren oder sonst geAngtheo rellglOTisgesetzllchen Charakters anf ihre Zuverlässigkeit zn prflfsa. Unter Aufstcht des Ehrwürdigen Herrn Rabbiner Dr. Bamberg«, Echönlanke stelle ich für Pesach folgende Artikel her: stlümpedrn Mamirin 8o«bov5 Lbscslaür Marripan stalrao. ' Anfragen und Bestellungen bitte mir bis spätestens I. Kebrna. 1909 zugehen zu lassen. J. Löwenstein Dampf-Chocoladen & Zuckerwarenlabrik Danzig, Mausegasse 6. NB. Sämtliche Waren ftiü£mit Siegel refp. Plomben des Herrn Rabbiners ve leben (11698 Im- Erscheinen befindet sich: =s Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. C Grosses Konversations- Lexikon. Ober 148.00OAr|ik«) und Verweisungen', 11,000 Abbildungen, 1400 Tafeln. so Bäude in Uulbltdet gebunden muje io Mark. Vertat Whttdftraphlachea lBttltiita In Ulptlf. 11/ICCD k nrII llüseslielmer- VV ICoDAlllin, Strasse s Pensionat — Rüöesheimerstrasse 9 — Israelitisches Töchter gegrfindet 1874. Geschwister Sobernhelm, Erste Referenzen. Cfrttndltebe wA»»en»eb»ttAAÄbe -nnck Mvillche Aanbllioof. <99951 Bonns Brise LfltlS&IlIlC Sulsse Pensio/ nat de jeunmm filles Mmes. Balitmer dk Haler Etablissement enti&rement remis ä neuf Instruction & education «Ls soignees — Etüde da frantjais et des langnes modernes. B&erences k disposition. [11268 Dp« Heinemann’sehe* Pensionat und höhere H&dehenschnle Frankfurt am Hain Theobaldtstrasme 6 mir Fortbildungskurse für erwachsene Mädchen. Eintritt von Penfionärmnen zu jeder Zeit. Aufnahme von Schülerinnen vom 6. Lebensjahre an. Prospekte durch die Borsteherin (11.07 Kran Dr. Heiner»««». lapellMiiralc - 81 - lipeUctstna - 81 — WIESBADEN HssMd Hd UM IkttBKMe von Hepmliie Woltf» SrMw Mi ZsUlinaen D» jeder Zeit, Peofpekt, «d ntiwaup fcarrfi Wr »iHtfirri». (4» I PtKillHt international de demoiMiifa br SS3 S” Df. U. Ascher, Heddtal (Snbn) Situation magnifique — langues modernes —4dueaH<m religieose et individuelle— meilleores rÄörenees. (11187 I Frankfurt a. 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