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Der Israelit · 1908-12-24 · Heft 51 (24.12.1908) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 51 (24.12.1908)
Date
1908-12-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 12 Rr. 50 Der Israeli!. 23. De etnber 1908.; lnsliesonflere ist es ansscMlessIlcliSaelis der Leser, die ön Inseratenteil lieber Fettsucht und Gutfettuugsbure« Uon einem Arzte. . Bei der Fettsucht fällt dem Auge sofort die außergewöhnliche Körperfülle auf, das üppige Fettpolster an den Wangen, das Doppelkinn, der kurze HalS, > ^der feiste Nacken u. s. w. Außer der Zunahme des Körpecumfanges und des sehr hohen Körpergewichtes finden wir bei fetten Personen noch Kurzatmigkeit k Infolge von beschränkter Tätigkeit des Herzens und behinderter Bewegung der Zungen, durch das ht,laufgedrängte Zwerchfell und Zunahme der Pulsfrequenz, in fpä- U -kerÄn Stadium der Fettsucht auch ausgesprochene Herzinsufficienz, die sich durch schwere astmathische Anfälle, durch Angina pectoris, Stauungserscheinungen (Oedeme) Ekundgibt und das Leben arg bedroht. Ferner klagen fette Personen auch über vermehrte Schweißbildung und ob letzterer bei Erkältungen über rheumatische Schmerzen,. Muer Über Katarrhe der Magen- und Darmschleimhaut infolge zu reichlicher Nahrungsaufnahme und besitzen eine geringe Widerstandskraft in Folge ihres schwachen *7 Hstrzüuiskels, sie oft (ganz, leichten) fieberhaften Erkrankungen (Pneumonie) erliegen. Fette Personen haben auch die Neigung, an einer Verkalkung der Gefahr? "wände, an Gicht und Steinbildung, an Zuckerharnruhr zu erkranken, die alle, wie die Fettsucht ihren Grund in Stoffwechselanomalien haben. Die Fettsucht hat ihre Ursache .in einer fehlehasten allzu reichlichen aus Amylaceen und Zucker, (Kuchen, Mehlspeisen, Süßigkeiten) bestehen den Ernährung sowie in einer fehlerhaften Lebensweise kruhiges beschäuliches Leben mit geringer körperlicher Arbeit und Bewegung) hereditäre Verhältnisse bedingen bei dieser fehlerhaften Diätetik die Entstehung der Fett- -Dicht. Begünstigt wird der Fettansatz neben der zu reichlichen Aufnahme von Nahrung noch durch Zufuhr großer Mengen alkoholischer Getränke, da der Alkohol •rr-eilte ccckorienreiche, stickstofffreie Substanz im Körper verbrennt. . Für die Behandlung der Fettsucht spielt eine zweckmäßige Ernährung die Hauptrolle. Meiden jeder Ueberernährung und Restringierung von Fett und Kohlehydraten in der Nahrung, körperliche vernünftige Bewegungen (Spaziergänge, Turnen, Zimmergymnastik, Reiten, Radfahren, Rudern, kurze Schlafenszeit, Feld £ ttnd Gartenarbeit) in Verbindung einer medikamentösen Therapie (alkalisch salinisches Wasser, Mineralwasser, Arzneien, Schilddrüsentherapie) werden bei der Fettsucht Mß'Erfolge erzielen. Die bekanntesten Diätvorschriften für Fettleibige rühren von Ebstein, Banting und Oertel her. Ebstein erlaubt mäßige Mengen Eiweiß, sehr'wenig chlehydrate, relativ viel Fett, eine höchst einförmige, den Kranken nicht zusagende Diät, Banting ertaubt viel Eiweiß, wenig Kohlehydrate und etwas Alkohol, ein« wrrkfame, aber nicht ungefährliche Diät, weil die Patienten beängstigendes Herzklopfen, Schwindel, Schlaflosigkeit, dyspeptische Beschwerden oft bekommen; Oertel tbt vrel Eiweiß, wenig Fett, sehr wenig Flüssigkeit, mäßige Mengen von Kohlehydraten. Wie wir aus diesen verschiedenen Tiätvorschriften ersehen, .ist die Ent- ' ngäus sehr verschiedenen Wegen zu erreichen. Jede Entfettungskur muß aber daher derart beschaffen sein, daß der Fettsüchtige zwar sein überschüssiges Fett vert, Äer nicht wesentlich um feinen Eiweißbedarf kommt, um nicht an Kräften einzubüßen. Er bedarf als kräftiger, arbeitender Mensch einer täglichen Nahrungsmenge, eittpu Wert von ungefähr 2500 Calorien darstellt. Jede Entfettung soll langsam vor sich gehen, über2 bis 3 kg in der Woche sollte der Körper nicht der- . Eine mäßige, gemischte vorwiegend irus Fleisch bestehende Kost wird man verabreichen und fleißig körn erliche Bewegungen machen, wodurch noch mehr Sauerin das Blut gebracht wird. 'Fette Personen^ die nicht viel aktive Bewegungen machen können, sollen durch längere Zeit massiert werden. Mhen .mit'der ‘ ... .. " Medikamenten Hand in Hand, die durch [trag her Diät und vermehrter körperlicher Bewegung noch Brunnenkuren mit alkalisch salinischen Mineralwässern oder Medikam sie Anregung der Darmtätigkeit die volle Ausnützuttg der Nahrung verhindern, so werden wohl unbestritten die besten Erfolge erzielt. Bon den TrinKur-en reuest sich die glaubersalzhaltigen, alkalisch salinischen Quellen von Marienbad, Karlsbad, Tarasp eines guten Rufes. Bon den Arzneien, die Trastika, Jodpräparate, fcrium biboracicum, ferner dre Schilddrüsenpräparate, die aber vorsichtig, unter beständiger Kontrolle des Herzens gegeben werden müssen. Als durchaus unschädlich aber prompt wirkend hat sichin vielen Fällen von Fettsucht alsAdjuvans cinrr diätetischen Kur der von Tiuchesne und Ducarp em- ©foferttättfl/ (Fuctis vesiculosus) bewahrt, in Pulverform oder alkoholisch wässerigem Extrakt, welcher reich ist an Jod und Bromverbindungen. Eine äußerst siche Kombination dieses vorzüglich wirkenden Fucüs vesiculosus mit mildwirkenben Drastieis hat das 'chemisch-pharmazeutische Laboratorium D-r. R. und Dr. O. in Frankfurt a .M. unter dem Namen „Besculan" in den Handel gebracht. Jede Pastille enthält: 0,12 gr Extract fuci vesicui, 0,02 gr Podophyllin, 0,12 gr Extr. comp. Diese braunen, wohlschmeckenden Tabletten sind nach ihrer Zusammensetzung ganz unschädlich und erregen selbst bei längerem Gebrauch keinen Ml oder . tgmiehme Nebenerscheinungen. 8«S der reichen Eafuistik sind folgende Fälle interessant, die die gute Wirkung der Besculantabletten neben beobachteter richtiger Diät und Lebensweise MMveisen. — r-'' ' : tii*!* 7 '' Eire s0 jähriger Arbeiter besaß ein Körpergewicht von 120 Kilo. Schon nach der ersten Woche nach Beginn der Entfettungskur (entsprechende Diät MWst Gebrauch von 1.Tablette Besculan früh und abends) ging das Körpergewicht um 1.1/2 Kilo zurück, nach der 2. Woche um weitere 2 Kilo, nach weiterem Gebrauch ÄMlM BesrullMtabletten 2 Stück morgens nüchtern und abends fiel das Körpergewicht nach 14 Tagen um weitere 3 Kilo und nach weitere« 3 Wochen um! 4 Kilo, jßatient h.iA ttnÄ hltrrfi 3 fvfp f.mie hie hiirnpffftnVfip KÄUS seinem Berufe nach, gebrauchte noch durch 3 Wochen die Besculantabletten, sowie die vorgefchrievene, nicht zu strenge Diät - Patient nahm verhälttttsmäßig zu jjjaJgT ip sich — und farck auf ein Körpergewicht von 95 Kilo. .Er fühlt sich wohl und gesund und arbeitet wieder fest. . ' ' •*' 110 Kilo schwerer, Mit Herzbeschwerden behafteter Postmeister brachte fein Körpergewicht bei Gebrauch der vorgeschriebenen Diät und von Besculan- £rjta&fetten (2 Tabletten früh nüchtern und avenos) durch 5 Wochen um 18 Kilo herunter. Eine 60jährige, sehr korpulente Frau, mit einem Körpergewicht von 126tyg Kilo, die wegen Verkalkung der Gefäße schon siüher einen apopleetischen fall erlitt, gebrauchte mit eclatantem Erfolg die Besculantabletten und erzielte zu ihrer Freude nach Ivwöchentlichem Gebrauch eine Reduktion des Körpers " 20 Kilo, nachdem in früheren Jahren daheim genommene Trinkkuren nach mehrwöchentlichem, wiederholtem Gebrauch kaum einen Gewichtsverlust Won 9 Kilo herbeifühwten. Tie Frau vertrug trotz ihres schwachen Herzens undihrer Dyspepsie die Besculantabletten sehr gut. _Luch Lei einem mit Arthritis behafteten, sehr starken Fleischer und Gastwirt mit einem Körpergewichte von 108 Kilo geling es mit Besculantabletten (täg- Rsich früh und abends 2 Stück) und entsprechender Diät das Körpergewicht um 14 Kilo in 6 Wochen zu reduzieren. Ter siüher sehr schwerfällige, mit Atemnot behaftete Wchierck geht j^tzt wieder rüstig seine Kellersnegen auf und ab. ' . Auch bei einem wohlhabenden Juristen, der wiederholt Brunnen und Trinkkuren mit nicht großem Erfolge gebrauchte, führten eine entsprechende Diät und «si/ Besculantabletten in derselben Dosis nach 8 wöchentlichem Gebrauch eine Reduzierung des Körpergewichtes um 14 Kilo herbei. pr.-5- ' Auch be! 2 fetten Frauen im Kliacterium, die an Gicht und an Emphysem der Lungen litten, führte der Gebrauch von Besculantabletten (2 Stück k itfil) und abends) durch 5 Wochen neben entsprechender Diät eine Reduzierung des Körpergewichtes um 10 resp. um 13 Kilo herbei. Das Präparat besserte auch fg WbE'ichteii DÄme die vorhandene atonische Obstipation^ gegen die allerhand abführende Medikamente (Aloe, 8enna, Pulv. liquir comp) fruchtlos gebraucht tpurden. - Bn einem 8jährige« Mädchen mit einem Körpergewicht von 70 Kilo und sehr starkem Fettpolster wurden neben einer nicht allzustcengen Diät — Patienttn!*- M auch cm ' hystrro -epileptische« Anfällen — Besculantabletten (täglich früh und abends 1 Stück) durch 3 Wochen verabreicht. Das Körpergewicht siel um Kilo und' das siüher so schwerfällige, faule Mädchen obliegt jetzt mit-Freude Jugendspielen. : Auch eine sehr starke korpulente Frau mit einem Körpergewicht von 115 Kilo, 32 Jahre alt, die au Kurzatmigkeit, Gallensteinkoliken und Dyspepsie litt, * * ich neben entsprechender Diätvorschreibung Besculantabletten (2 Stück früh und 1 Stück abends) durch 6 Wochen. Es gelang eine älkmähliche Abnahme Gewichtes um 15 Mo KU erzielen. Die Patientin mit ihrem so sehr empfindlichen Magen nahm die so gut wirkenden Tabletten, die keine, unangenehme Reben- . )tii verursachten, sehr gerne, da sie glaubt, daß durch den Gebrauch der Tabletten auch ihre Gallensternkoliken, von denen sie durch längere Zeit jetzt »lieb, gebessert wurden. Bet'einer neurasthensichen Dame, bei her eine zu lange durchgeführte Mastkur hochgradige Fettleibigkeit herbeiführte, und ihr diese vielfache Beschwerden (Neigung. Dhnmacht, Intertrigo in Folge allzustarker Schweißbildung) machte, wurden neben zweckentsprechender Diät und Lebensweise Besculantabletten mtt gutem Erfolge Anwendung gebracht und findet die Dame jetzt an Bewegung und Arbeit wieder Vergnügen.— Lärs den -angeführten Fällen ersehen wir, daß wir in den Besculantabletten ein äußerst wirksames, ganz und gar unschädliches Präparat zur Be- Mmpfung der Fettsucht bei Beobachtung der entsprechenden Diät und Lebensweise haben. Am Zweckmäßigsten gibt man morgens nüchtern und abends vor De« , -chDwfengehen je 1 biS. 2 Tablette«. Dü Fettsüchtige ihren Gewohnheiten .und Bequemlichkeiten nicht für immer entsagen wollen, find Rückfälle der Fettsucht nicht ' ^HMöN ^Ünd folfterr auch prophylaktisch für derartige Kranke die Besculantabletten (täglich 1—2 Stück) verabreicht werden. Die gegen die Fettsucht noch angewandjeU anheren Methoden als Blutentziehungen, Schwitzkuren, Speichelkur haben sich als für den Körper als geradezu schädlich erwiesen Und werben heute wohl' Nicht ärmlicher Seite angewandt. ' - , 1 Gvisinalschachtel Mk. b.— Aevxteprave« vm „Vesculgn" kostenlos durch De. R. St De. O. Mett, Favvttr chemischer ««d pharmazeutischer Präparate, Frankfart a. cxroocxxro» MMM M. Schmirtt |Frahkfart a. M.t Allerheiligenstr. 78. Unter Aufsicht der JSr.«ReligionSgesellsch E&tiie Frankfurter Brenten and O Beetiunännchen (Lncoilns-Gaces O —~f.— (hochfein). -—- {11396 Pstzts fonrs, Confect. 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