Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 42 (22.10.1908)
- Date
- 1908-10-22
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Nr. 42. 22. Oktoöer 1SSS. Eeite 14 ich dem Könige widersprach, wie werde ich dem hohen Amte gerecht werden können? „Ich irre mich nicht," rief der König, „und damit Du weißt, wie ich dazu komme, Dich zu erküren, so höre denn: Ich komme soeben vom Sterbelager des seitherigen Großveziers, dessen Schreiber Du gewesen. Eine Stunde vor seinem Tode drückte ich ihm mein tiefes Bedauern darüber aus, daß ich einen so treuen und klugen Diener werde verlieren müssen. Er aber sprach zu Mir: „In der letzten Zeit, Herr, habe ich Dir nie nach meinem eigenen Gutdünken geraten, sondern immer nach dem Urteil meines Schreibers, des Juden Samuel, Richte Dein Auge auf ihn und laß ihn Dir Vater und Minister sein. Tue alles was er Dir rät, so wird Gott Dein Helfer sein." „Du stehst," sagte der König, „es giebt kein Mittel und keine Ausrede für Dich dem Amte zu entstiehen. Allah selbst will es. Denn die Sterbenden sprechen in seinem Namen." Für Samuel gab es nun keinen Einwand mehr. Er nahm das Amt aus der Hand seines Königs, der an demselben Abend bereits wichtige ' politische Geschäfte, die während der Krankheit des verstorbenen Veziers ruhen, mußten mit ihm beriet und durch ihn geheime Briefeschreiben ließ, deren Sprache, Stil und Geist den König entzückten. Tags darauf wurde in den Straßen von Granada durch rotgekleidete, phantastisch aufgeputzte Neger nach vorausgegangenen Fanfarenstößen öffentlich ausgerufen, daß der dreißigjährige Gewürzkrämer Samuel aus Kordoba, Vezier, -Berater und Khatib des Königs geworden sei. - Der Israelit. Am Abende wurde bei Hofe zu Ehren dieser Ernennung ein glänzendes Fest gefeiert. Samuel benahm sich dabei wie Einer, der von jeher mit Fürsten und Königen zu verkehren pflegte. Mit der größten Ruhe, ja oft mit Hohn und Satyre, die diese aber kaum verstanden, nahm er die Schmeicheleien der Höflinge entgegen, die ihn eben kennen gelernt, aber nunmehr seinen Einfluß sich sichern wollten. Als er spät in der Nacht nach Hause kam, war er geistig noch so frisch,, daß er noch drei Dichtungen in hebräischer Sprache verfassen konnte. In einem herzlichen Psalm dankte er dem Schöpfer für die glückliche Wendung seines Geschickes und wie sein Vertrauen aus den Herrn sich bewährt habe/ in einer zweiten Dichtung verkündete er das Lob der Feder, deren geschickte Führung ihn bis zu seiner jetzigen Stellung emporgehoben, in einem dritten Liefergreifenden Poem gedenkt er der fernen Geliebten, von der er nicht weiß, welches Geschick sie getroffen. „Dacht' ich bis nun an Dich, Du Holde, So war das Unglück beinah mir ein Trost, Jetzt, da mein Stern ersteigt in reinem Golde, Wie doppelt schwer trifft mich der Trennung Los. O Vogel, der Du die heißen Lande grüßt, Verkünd' ihr, daß ich heute ihrer harre, O Wellen, die Ihr Nordens Felsgeriff begießt, Gießt mein Verlangen ihr, in ihren Blick den klaren." Immer weiter dichtete Samuel bis das erste Morgengrauen, den Großvezier, in dem die verschiedenartigsten Gefühle kämpften, an die Stunde des Morgengebetes gemahnte. — Seit dem Fall Zions war kein Bekenner des Gottes Israels mehr so hoch gestiegen wie Samuel, der Sohn Josephs aus dem Stamme der Leviten. Achtes Kapitel. Wir verließen Fatima, als sie sich beharrlich weigerte, ihrer Freundin Zabra die Ursache ihrer tiefen Bekümmernis anzugeben, doch müssen wir, bevor wir uns ihr wieder zuwenden, in wenigen Strichen die politischen Zustände, die zur damaligen -Zeit in Bagdad herrschten, streifen. Der in Bagdad residierende Kalife Al-Kadir hätte keinen ungeeigneteren Beinamen wählen können, als den eines Mächtigen (Kadir), denn er verdankte die lange Dauer seiner Regierung und seines Lebens nur seiner gänzlichen Ohnmacht und Willfährigkeit in alle Wünsche der in Bagdad herrschenden Emire. Die einzige selbstständige Tat, in welcher er aber von der ganzen sunnitischen Bevölkerung, d. h. desjenigen Tells der Einwohner, die sich streng an den Brauch und die Lehre Mohammeds halten, unterstützt ward, war die, daß er den sunnitischen Oberrichter beibehielt, welchen Beha ed-oaula, der Gemahl Zabras, durch einen Schiiten, die nur den Ali und dessen Nachkommen für rechtsmäßige Nachkommen Mohammeds halten, ersetzen wollte. Wenn auch Beha dies wegen des Ueoergewichts der sunnitischen Bevölkerung nicht durchsetzte, so mußte Al-Kadir doch darin willigen, daß für die Aliden ein besonderes geistliches Oberhaupt unter dem Titel Nakib eingesetzt ward, der gewissermaßen zu dem sunnitischen Oberrichter ein Gegengewicht bildete. (Fortsetzung folgt.) kür den Inseratenteil Ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es anssehiiessllehSaehe der Leser, die Im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben relfgtonsgesetzllchen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Statt Karten« Die Hochneltsfeier unserer Kinder Anna Robert findet am Dienstag, den- 27. Oktober mCttlna.Rh. [11283 2. ChescUwan Hotel Balerischer Hof, statt. Frau M. Aron, Frankfurt a M. Herr & Pran P. Cohn, Altona. Statt Jeder besonderen Hel dang« Betty Glüskinos David Birnbaum Verlobte. Breslaa, Carlstr. 22 Fürth i. B. Karten werden nicht versandt. (11205 PEPSIN-WEIN gegen Berdanngsstörnngen. Burk’* Elsen-Chinh-Weln gegen ülntanmt st. Schwäche in Flaschen M. i.ro» M. 2.20 u. M. 5.— Burk’sdnina-Wein f. Rekonvaleszent bewährt nach Fieber «. Influenza in Naschen k M. 1.20, M. 2.20 u. M. 5.—. 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Aufruf! dSd: *p aw Edle wohltätige, Brüder und Schwestern 17>8 *722- Vernehmt diesen Ruf, und verschließt nicht Euer Herz und Hand von dieser großen Mizwoh uiD2 fm NpiL v'7in "Np'2 D'Hpn Es steht hier vor Euch barmherzige Glaubensgenosten» eine seltene Wohltat in vollem Sinne des Wortes, eS möge jeder Jehudi stch erbarmen und nicht bei Seite stehen ihr Scherflein zur Linderung einen vieljährigen unerträglichen Qual eines großen Talmid- Chacham Amiti, verschämter Familienvater, der durch traurige UnglückSsSlle und schweren Schicksalen in eine gräßliche Lage von Armut, anhaltende Krankheit und Extstenzlos geraten ist, beizutragen. ES ist schon eben auf dieser Stelle erwähnt worden, das „wenn auch nur jeder Edelmütige der diesen Aufruf lesen wird mit eine Spende da« 1 Mk. leisten soll, so wäre es gewiß ausreichend dem Notdürftigen mit eine volle Unterstützung entgegen zu kommen" aber leider zu unserm Bedauern trotz diesem war eS noch bis jetzt erfolglos, deshalb wüsten wir diesen Aufruf wiederholen» und hoffen wir daß jeder Edeldeukeude wird stch nicht entsagen durch eine kleine Gabe stch eine wahrhafte Mizwoh Gedoloh zn verschaffen. Man richtet die innige Bitte an alle barmherigen Rabbiner, Lehrer nnd Kultusvorstände, Sammlnngen zu verunstalten, der Allmächtige wird gewiß dafür tausendfach lohnen. Gaben beliebe man an die Expedir on dieses Blattes unter Chiffre „Linderung“ oder an Sr. Ehrw. Herrn Bah Ininner Salomon Bannberger in Sennheim (Glfatz) zuzusenden. s!0952 Auch nur 1 Bark. Soeben erschien: „GedenkblLtter zur Erinnerung an die Samson Raphael Hirsch-Feier" der Bereinigung zur Pflege jüdischer LebenSanschauung '2L vom 20. Juni 1908. (11269 Inhalt; Vorbemerkung. Der Prolog. Die Festrede. Anhang. Die „Gedenkblätter" werden für alle, die stch mit Hirschs Werken beschäftigen, eine wertvolle und willkommene Gabe sein. Sie sind zum Preise von 80 Pfg. zu haben bei den Buchhandlungen von I. Kanffman«, Frankfurt a. M.» Börnestraße A. I. Hofmann, Frankfurt a. M., Allerheiligenstraße A. Rothschild, Frankfurt a. M., Börnestraße Sänger FFriedberg, Frankfurt a. M., Allerheilrgenstr. somi6 Brise Lausanne »uisse Pensionnat de Jeunss filles Mmes. Balitzer & Baier Etablissement entiereinent remis & neuf Instruction & education tres soignees — Etüde du fran^ais et des langues modernes. References ä disposition. [11268 k Dr. Heinemann’sches Pensionat und höhere Mädchenschule Frankfurt am Hain Theobaldetraeee 6 mit Fortbildungskurse für erwachsene Mädchen. 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(«wo tooditorei Selfönau Frankfurt am Main, Rechneigrabsnstrasse 15 Unter Aufsicht Sr. Ehrw. de- Herrn ^Rabbiner Dr. Breuer, Versand nach dem ln- und AnnlMdL^/