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Der Israelit · 1908-09-10 · Heft 37 (10.9.1908) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 37 (10.9.1908)
Date
1908-09-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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«rite 14. Der Israelit. Nr. 37. 10. September 1S08. Deinen Nächsten wie Dich selbst," sondern es steht auch „Tu sollst den Fremden lieben wie Dich selbst." Uno so oft steht, daß man den Fremden nicht drücken darf und nicht kränken darf und die Ecke des Feldes muß man stehen lassen für die Witttve, für die Waise und für den Fremden. Und mein Lehrer hat mir gesagt, wenn ein Jude einen andern Juden betrügt, so ist das allerdings eine große Sünde, aber unter gewissen Bedingungen kann er Sühne dafür erlangen. Wenn aber ein Jude einen Nichtjuden betrügt, so ist das eine so schwere Sünde, daß er nicht einmal am Bersöhnirngstag Sühne dafür er langen kann. Das lehrt der Talmud, der enthält die Erklärung des Alten Testamentes. Ich habe mir vorgenommen, auch den Talmud zu studieren, ich werde meinen Lehrer ersuchen, mich darin zu unterrichten alte Tage, damit ich das ganze wunderbar herrliche Gottesgesetz kennen lerne und werde dann forschen so lange ich lebe, Tag und Nacht. Dann, hoffe ich, wird Gott mir die schwere Sünde vergeben, die ich in meinen Gedanken begangen habe. Entschuldigen Sie, hochwürdiger Herr, den vielleicht nicht ganz korrekten Ton meines Schrei bens, aber ich mußte doch Ihr Wertes beantworten: in anderer Weise wäre mir das nicht möglich gewesen. Tenn, hochtvürdiger Herr, Sie haben in Ihrem werten Schreiben das Buch gelästert, das mir als Heiligstes gilt, haben den Mann geschmäht, den ich am höchsten verehre, darum dürfen Sie mir manche Ausdrücke, die Ihnen vielleicht nicht Zusagen werden, nicht verübeln. Leben Sie wohl, hochwürdiger Herr, und behalten Sie in freundlichem Andenken Ihren ergebenen Edwin Gotthold. Irma hatte den Brief noch nicht ganz zu Ende gelesen, als ihr Gatte mit freundlichem Gruße in das Zimmer trat. Er nickte seinen Angehörigen zu und reichte dem Lehrer, der sich bei seinem Eintritte erhoben hatte, die .Hand. „Halten Sic doch Platz, Herr Doktor. — Aber was geht denn vor? Ihr macht ja Alle solch feierliche Gesichter als ob euch ein großes Glück getroffen hätte." „Du hast ein scharfes Auge," versetzte seine Frau lächelnd uub doch mit leicht bebender Stimme, „auch dir ist ein großes Glück geworden, der sehnlichste Wunsch deines .Herzens ist erfüllt." Er blickte sie verständnislos an. „Der sehnlichste Wunsch meines Herzens?" „Lies," sagte sie, ihm das Schreiben reichend. Er las und Freudentränen entstürzten seinen Augen, schluchzend schloß er den Enkel in seine Arme. „Edwin. - Herzenskind! Biele sorgenschwere Stunden haben wir deinetwegen verbracht, aber in oieser Stunde hast du alle unsere Sorgen in Freuden umgewandelt. Gott segne dich! Gott segne dich!" „Und du hast mir verziehen, Großpapa?" fragte Edwin mit leiser bebender Stimme, „dtl hast mir vollständig verziehen?" „Ob ich dir verziehen habe, Kind? —- die Frage ist, ob du mir verziehen hast, denn mein allein war die Schuld. Du warft der Weisere von uns beiden, wie oft hast du mich gebeten, dir Unterricht im Talmud zu verschaffen! ich war wie mit Blindheit geschlagen, daß ich geglaubt habe, deinem Wunsche nicht entsprechen zu können —" Dann aber raffte er sich auf und trat zu dem Lehrer, dessen beide Hände er ergriff. „Herr Doktor, die Sprache hat keinen Ausdruck für das, was ich Ihnen sagen möchte, für das, tvas mein Herz Ihnen gegenüber erfüllt. Ihnen danke ich's, daß ich meinem Sohne dereinst ohne Zagen werde entgegentreten, können, denn sein Sohn, den er meiner Obhut übergeben hat, wird mit Gottes und mit Ihrer Hilfe seines Vaters würdig sein, Ihnen danke ich's." „Bester Herr Gotthold, zu danken haben Sie mir gar nichts. Daß ich Ihre freudige Erreg ung begreife und teile, davon sind Sie überzeugt, im übrigen kann ich nur wiederholen, was ich bei unserer erstell Unterredung gesagt habe, ich sage Ihnen jejaschech kochaeho! — Ende. — Für len Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere Ist es ausschliesslich Sache der Leser, die Im biseratenteil enthaltenen Empfehlungen rltnellerWaren oder sonstige begehen religlonsgesetzllchen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zn prüfen. Dame energisch, gebildet für täglich SSutnden vonKrankfurter Bnrea» gesucht. Off >nb S. 300" Berlag des Israelit» Franks, a M. Seltenes fielegeiitit irnn -in*? 0*711? piot Edelgesinntes kinderloses Ehepaar können sich durch eine Spende von nur 91k. 1(100, eines wichtigen Ehrenreiches und sicheres ewiges Andenken verschallen Oll'. ». D. Z. 0538 an Hansenstein & •'□vom \'2 □'■Jom Einer blinden tränten faft 7" jährigen Musiklehrerin will man d e bis dabin gemä rle städtische Unternützttttg entziehen, da sie ftrh weigert, das hiesige Blindenasyl zu beziehen, wodurch sie genötigt wäre ihren bis öalriu meng rruiellen Haushalt aiiszngeberr. Da st« vom hiesigen isr. Jvvauemievem eine llitteniützung erhält, w fönnte der blinden Greisin, deren Lebenslage gezählt sind, ihr lleines Stübchen sowie ihr ritueller Hausstand erhalte» bleiben, wenn edeldenkende orthodoxe Glanbensbrüder und -Schwestern ihr Scherflein dazu beitragen wollten (10966 Spenden ninnnt entgegen und quiniert L. Katz. Lehrer, Kiel, Willieliiiinenstr- 17. 2CASSEL2 E 57 Katserstraste 57 H M «Jhsrael. M 210905) V0N D Frau fiermine Heine. Bekannten und Interessenten zur gefi. Mitteilung, das; ich (11044 mein Restaurant nach Seheurenstrasse 13, I. Et. 3 Minuten vom Hanptbahnhof verlegt habe. Düsseldorf, September 1908. M. FTRük. Auch nur 1 Mark. Aufruf! Aufruf! □*»1 "p DIE?’ Edle wohltätige, Brüder und Schwestern "IJ1X1 "ins Bernelunt diesen Ruf, und verschließt nicht Euer Herz und Hand von dieser großen Mizwob moo fno, npis D'bin -np’o 0'"icn niS'OJ. Es steht hier vor Euch barm- Herz ge Glaiwensgenossen, eine seltene Wohltat in vollem L-iiine des Wortes, es möge jeder Jehud! sich erbarmen und nicht bei Seite stehen ihr Scher flein zur Linderung einen vieliährigen unerträglichen Onal eines grossen Talmid- Chacham Amit, verschämt» r Familienvater, der durch traurige Unglückssälle und schweren Schicksale» in eine grässliche Lage von Armut, anhaltende Krankheit und Existenzlos geraten ist, beizirtragen. Es ist schon eben ans dieser Stelle erwähnt worden, das „wenn auch nur jeder Edelmütige der diesen Aufruf lesen wird mit eine <&tpenbe von 1 Mk. leisten soll, so wäre es gcwist ausreichend dem Notdürftigen mit eine volle Unterstützung entgegen zu kommen" < her leider zu iinscrm Bedauern trotz diesem war es noch bis jetzt erfolglos» deshal' müssen wir diesen Aufruf wiederholen» und hoffen wir daß jeder Edeldenkende wird sich nicht entsagen durch eine kleine Gabe sich eine wahrhafte Mizwoh Gcdoloh zn verschaffen» der Allmächtiger wird gewist dafür tausendfach lohnen. Gaben beliebe inan an die Expedit on dieses Blattes unter Cdifsrc „Linderung“ oder an Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Salomon Bamberger '-z in Sennheim (Elsast) zn zuse..den. [10952 #Jom Kippur-Kerzen# von 25 Stück an franko jever deutschen Bahnstation offerire zn billigsten Tagespreisen. Ko«cher-Seife für Wasch- und Toüettezwecke, bekannt pr. Qualit, unt. Aufsicht des Rabbinats Darnmadt hergestellt. JOSEPH HESS« Frankfurt am Muin MiertieiNgenLlrstze 9Z o Telephon Ho. 3262 Nene Geschäftsfreunde bitte um Aufgabe von Referenzen. Versand nach dem Auslände nur gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages. (10908 r Conditorei stlljuiM Frankfurt am Main, ftechneigrabenStrasse 15 Unter Aufsicht Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner Dr. Breuer, Versand nach dem In- und Ausland. Moritz u. Johanna Oppenheimer'’ eher Kindergarten für Israeliten inFrankfart a M. . Zum 1. November d I. wird eine religiöse geprüfte Kindergärtnerin als Gehilfin gesucht. Auster Gebalt wird freie Station innerhalb der Anstalt gewährt. Gesuche mit Angabe des Lebensgangs und Beifügung des Prüinngszeuguisscs und des Gesundheitszeugnisses sind bis Ende September an den Unterzeichneten zrr richten. Die Zeugnisse sind nur in amtlich beglaubigter Abschrift einznre chen. (11038 Frankfurt a. M. Uhlandstr. 55. Prof. Dr. A. Sulzbach. Espogim, IiUloflm, Heidelbers. Israelitische junge Mädchen finde« zur weiteren Ausbildung liebevolle Aufnahme in der Famiiien-Penfio« der Unterzeichnete« Gleichzeitig ist denselben zur Erlernung weiblicher Handarbeiten sowie des Haushalts. englischer «. französischer Konversation volle Gelegenheit geboten. (10714 Beste Referenzen stehen zu Gebot. krau Julie Bermann, Ludwigsplatz 18. Aafterpnlver, schwach und stark» 75 Pfennige, per Tarton im Inland. (8605 Dr. Falke, Gelnhausen. Flsüsser Adassim zvvein. dreiblättrig, an Wiedcrverkiiuf er zn den billigsten Preisen. (10624 loch, Hehr. Buchhandlg. Straßburg 1. E. Große Stadelg. 3. Aufruf I Am 4. August ist hier einer einer armen Witwe ihr nicht versichertes Mobiliar verbrannt, wgar ihre Kleider, sodast sie und ihre Kinder nackt und verlasten dafteben. und kein Geld haben für sich wieder das Nötigste anzuschaffen. Hilfe tut schleunigst notwendig. Milde Gaben nimmt der KultuSvvrsteher Leopold Löw, Mögen darf, Westerwald, dankend entgegen. 11054 PJ5J 11 TecJmiJcuxnXI ü Mittweida. Ll Direktor: Professor A. Holzt. Höhere technische Lehranstalt für Elektrou. Maschinentechnik. Sondersbteilungen f. Ingenieure, Techniker u. Werkmeister. (8397) ■^Klaktr.n, M»*cli.-L»bor*torien.|-™ Ml Iiehrtebrik-Werkstätten. II ■ iHOofiste bisherige Jehresfroquenz:! I 11 8010 Besucher. Programm «to. 11 M 1 kostenlos S"1™™ ■ — | v. 8ekroterlst. | WM - nnensi - nur befte Dualität in groster Auswahl. Ansichtsskndnng gerne zu Diensten. (10972 I. Kauffman«, Buchhandlung, Frankfurt a. Main. Wichtig für Rabbiner u. Kanzelredner. Zu de« hohen Feiertagen. Soeben erschien in meinem Verlage: (10948 Festpreisen v. Dr. F Gillel lRabbiner in Leipnik) ul Heft: Bestach, Wochenfest. Neujahrsfest und Abend des Berföhnnngstages. Preis geb Mk. l 50. Frankfurt a. M. im Ang.08. J.Kauffm in«,Verlag, Stellung finden Sie am besten durch ein Inserat am richtigen Platze. 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