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Der Israelit · 1908-08-20 · Heft 34 (20.8.1908) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 34 (20.8.1908)
Date
1908-08-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 14. Der Mraeltt. 20. August 1908. 9h. 84 „Meinen Sie?" fragte Edwin zögernd „ich weiß nicht —" „Aber ich weiß," fiel der Andere ein „und ich werde es Ihnen im Vorhinein sagen, was der hochwürdige Herr Ihnen antworten wird." '„Woher können Sie das wissen^ Herr Doktor?" „Das werde ich Ihnen sagen, sobald Sie sich überzeugt haben werden, daß ich es in Wirklichkeit im Voraus gewußt habe. — Also merken Sie sich, Edwin, wenn Sie den hochwürdigen Herrn jetzt aufmerksam machen, daß die Aufforderung in seinem Briefe, dem widerspricht, was er selbst Sie gelehrt hat, so wird er vor allem die Aufforderung wiederholen und Sie ermahnen, an seinen Worten als an denen eines Priesters nicht zu mäkeln/ er wird Ihnen erklären, daß der Zweck die Mittel heilige und daß Ihr kindlicher Sinn noch nicht imstande ist, das Gute vom Bösen, das Rechte vom Unrechten zu unterscheiden, das müßten Sie Ihrem Seelsorger überlaffen." Edwin blickte ihn betroffen an. „Ich wäre in der Tat neugierig, ob er so antworten würde." „Mißverstehen Sie mich nicht, 'Edwin, daß er wörtlich so antivorten wird, behaupte ich keineswegs, aber dem Sinne nach wird er so antworten, das glaube ich mit Bestimmtheit — Wissen Sie was? zum lernen scheinen Sie heute nicht aufgelegt, die Antwort an den Pater Anastasius liegt Ihnen im Kopse. Also schreiben Sie gleich jetzt in meiner Gegenwart, da geht es vielleicht rascher, wenn Sie um einen Ausdruck verlegen sind, helfe ich Ihnen gern. Und wenn Sie fertig sind, kouvertieren Sie den Brief und bringen denselben sofort auf die Post, dann wird Ihnen der Kopf leichter sein und dann gehen wir in die Stadtbibliothek, ich möchte Ihnen dort verschiedenes zeigen, was Sie interessieren wird." Edwin atmete sichtlich erleichtert auf und machte sich sofort an's Werk, und mit Hilfe des Doktors war auch das Konzept zu der Antwort an den Pater Anastasius sehr bald entworfen und die Reinschrift ebenso rasch. „Also geschwind, Edwin, machen Sie Ihren Brief fertig und dann kommen Sie. Ich glaube Sie haben heute zum Leser: ebenso wenig Lust als zum Lernen, machen wir darum einen Spaziergang, meinethalben in den Stadtwald, wenn es Ihnen recht ist." Edwin war gerne einverstanden, der Kopf war ihm wüst und schwer, er fühlte sich in der Tat weder fähig zu arbeiterr noch Ernsteres zn lesen. „Kommen Sie" drängte der Doktor „im Freien wird Ihnen leichter werden." Arm in Arm schritten Sie die Straße entlang, der Doktor tat sein Möglichstes seinen heute überaus einsilbigen Schüler zu unterhalten, er atmete erst auf als sie wen nächsten Briefkasten erreicht hatten und Edwin, wie es schien, mechanisch seinen Brief in den Briefkasten hatte gleiten lassen. Etwas rascher zog ihn der Andere mit sich fort, doch sehr bald gewahrte er, daß Edwins Schritt langsamer und langsamer ward. „Was ist Ihnen, Edwin? strengt das Gehen Sie an? — Sollen wir eine Droschke nehmen?" Edwin schüttelte energisch den Kopf. „Ich bin nicht müde," sagte er gepreßt „es ist nur —" „Wenn Sie nicht müde sind, lassen Sie uns nicht stehen bleiben, ich diene den Paffanten nicht gerne als Augenweide." (Fortsetzung folgt.) für d«n Inseratenteil ist di« Redaktion nicht rsrantforffleh; insbesondere ist ys ^pssehllesslle^Sache der Leser, die ln Inseratenteil enthaltenen EmpfehlDnijen ritueller Waren oder sonstigeÄngahen reUglonsgesetzllehen Charakters anf Ihre Zuverlässigkeit zn prüfen. — ' - . .. . ■ » - ' > ..—--- -> ■ — . - ------- "1*50 *1220 Hotel Moos, Luzern Frankenstraße No. 18, 2 Minuten vom Bahnhofe altrenommiertes Haus (früher Pension Moos, Seidenboi). Modern eingerichtet. Fein möblierte Zimmer. Elektr. Licht. Zentralheizung. Bäder im Hause. Eleganter Speisesaal. 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