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Der Israelit · 1908-08-06 · Heft 32 (6.8.1908) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 32 (6.8.1908)
Date
1908-08-06
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 14. Der JSraeltt. 6. August 1908. Nr. 32. «Nun, was sagst du dazu?" Sie zuckte die Achseln. „Was soll ich dazu sagen? Daß Edwin begeisterst ist von den Lehren der Religion der Liebe, das habe ich oft genug von ihm gehört." „Du siehst doch, wie sorgend der Pater schreibt. Edwin scheine unter dem Einfluß eines alten Rabbis zu stehen, auf dessen Veranlassung er gar seltsame fragen an ihn gerichtet habe. Es wäre unsere Pflicht, ihn diesem Einflüsse zu entziehen, denn wenn er selbst auch nimmer Nachlassen würde, in seinen Ermahnungen, so dürsten wir doch nicht die Hände in den Schoß legen und uns einzig und allein auf ihn verlassen, es stände zu viel auf dem Spiel." „Nun ja, ich weiß was der Pater schreibt, ich habe den Brief doch gelesen, aber ich weiß nicht, was wir in der Sache tun könnten. Uebrigens glaube ich nicht, daß Edwin unter dem Einfluß eines alten Rabbi steht. Gestern habe ich Marie gefragt, ob sein früherer Talmudlehrer wieder zu ihm kommt, aber sie sagte, der wäre leidend, und ginge schon lange nicht mehr aus. Aber sie habe gehört, Edwin werde von einem ganz jungen Lehrer unterrichtet, der nicht älter aussieht, als er selbst, aber doch schön Doktor der. Philosophie ist." „Die Philosophie ist allerdings keine Freundin der Religion, ich glaub?, da wärst Du als Mutter wohl berechtigt Dich ins Mittel zu legen." „Ach Unsinn, wer die Macht hat, hat das Recht, und die Macht hat jetzt mein Schwiegervater. Du siehst, Edwin war noch nicht ein einziges mal bei mir." „Darüber könntest Du Dich auch beschweren." „Werde mich hüten. — Die Entführung, zu der Du mich verführt hast, hat viel Staub aufgewirbelt, viel böses Blut gemacht. Gestern sagte mir noch der Dr. Schmidt, der langjährige Rechtsfreund unserer Familie, ich sollte froh sein, daß mein Schwiegervater die Sache auf sich beruhen lassen zu wollen, scheine." Der Baron rieb sich die Stirn. „Mein Vetter Max hat mir auch schon ähnliches gesagt. Aber alles wäre gut gegangen, wenn nicht die dumme Nachricht von dem Ableben deines Vaters dazwischen gekommen wäre." „Nun ja fteilich, dann wären wir doch noch nicht heim gekommen und Edwin hätte in der Christenlehre noch mehr befestigt werden können." „Ja, aber wir sind nun doch zu Hause — mit den gegebenen Faktoren muß man rechnen, du bist doch sonst so finderisch, fällt Dir denn gar nichts ein, wie wir dem Doktor der Philosophie den Laufpaß verschaffen könnten?" „Aber ich bitte Dich, Du kennst doch die Verhältnisse so gut wie ich. Du sagst zwar, 'die Philosophie ist keine Freundin der Religion, aber du weist doch, in allen Mittel- und höheren Schulen sind, die meisten Lehrer Doktoren der Philosophie. Wie könnte ich da verlangen, daß Edwins Lehrer kein Doktor der Philosophie sein darf? Ich würde mich durch ein derartiges Verlangen nur lächerlich machen und mein Schwiegervater würde sich nicht darum kümmern." „Aber was schreibe ich dem Pater Anastasius?" - „Genau wie es sich verhält, daß wir in dieser Beziehung absolut nichts tun können, sondern uns einzig und allein auf seine Ermahnungen verlaffen müssen. „Du behandelst diese Sache sehr sehr kühl. Denkst Du denn nicht daran, daß unser Glück davon abhängt?" „Unser Glück? — Du weißt es kostete Dich nur ein Wort, ich würde sofort übertreten und wir würen sofort für's Leben verbunden. — Und dennoch zögerst Du —" Sie warf sich jauchzend an seine Brust, gleich am folgenden Tage veröffentlichten sie ihre Verlobung in den Tagesblättern. Edwin litt schmerzlich darunter, daß nun zur Tatsache geworden, was er so lange gefürchtet, daß derjenige, den er so sehr verachtete, der Einzige von allen Menschen, den er haßte, daß grade der der Nachfolger seines so heiß geliebten, seines über alles von ihm verehrten Vaters werden sollte. — Sein frisches Aussehen verlor sich, unter seinen Angen zeigten sich dunkele Halbringe, die von schlaflos verbrachten Nächten und von heimlich vergossenen Tränen zeugten. (Fortsetzung folgt.) Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; lnsnesonnere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die ln Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religiöse gesetzlichen Charakters anf ihre Zuverlässigkeit zn prüfen. Statt besonderer Anzeige! SARA. ANSBACH ER MAX NEUBERGER Verlobte (10844 Nürnberg Jfiut. hnrtnusery. 10 He rlin) Frankfurt «. M. Kl. Obennalnntr. 17 Menachem Av 5668 August 1908. Israilitiscbe Realschflle iielistllBrseiiiile iss FArth (Bayern). Das neue Schuljahr beginnt am 7. September. Die Reifezeugnisse der Anstalt berechtigen zum einjährig' freiwilligen Militärdienst und zum Eintritt in die Ober- Realschule- Kleine Klassen, daher energische Förderung der einzelnen Schiller. Auch diesmal bestanden sämtliche Absolventen die Prüfung. Jahresbericht sowie jede nähere Auskunft durch den Direktor 10855) Dr. A. Feilchenfeld. Iwgelhard IlfPli Dieses Präparat enthält das bekannte heilkräftige Diachylon- Pflaster fein verteilt in Puder unter Beimischung von Borsäure, Unübertroffen als Einstreumittel für kleine Kinder gegen Wundlaufen der Füsse, übelriechenden Schweiss, Entzündung und Rötung der Haut etc. Herr Dr. Vttmel, Chefarzt an der hiesigen Entbindungs-Anstalt, schreibt über die Wirkung des Puders: Der in der Fabrik pharmacentischer Pr&parate von Herrn Karl Engelhard antiseptische Diachylon-Wandmir seit Jahresfrist vielfach, nahezu dargestellte puder wird von ausschliesslich angewendet und immer mit vorzüglichem Erfolge. 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