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Der Israelit · 1908-08-06 · Heft 32 (6.8.1908) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 32 (6.8.1908)
Date
1908-08-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein Cratralorgan für das orthodoxe Judentum Begründet dob Dr. Lehmann in mainz 49. Jahrgang. ssa Fnmhfurtfl.ni, Sen 6. flugufl 1908. 9. Um 5668. M 32. Der JSraMt erfWWWM Donnerstag. HlmmmeaU r Gewöhnliche Ausgabe 9H. USO vierteljährlich» HeftauSgabe auf ikunftbruckpapier Ml. 1viertüjährüch. (Auslandspreise flir dir ge»M^iche AuStzabsi VMerreich'Ungarn » Kr* Suftanb 1 Run* Lnglmü»2 «hu, AmerikaöO das., Niederlande 1,90 fl.) LblmuefllmM bei allen Postaostalte». MchDMMmflMWM ftfertt bei d» «MwiSnMlWWWWe rmrdUM ÄstUeEer« Pfennig für die sechHMoStme Golsnel-Zeile; Rabatt nach Larif. Jnseratrnannahme unrdmch ». UU»Psr *»#. «anta m ft y»BÜMTiiffi «tan«a. m«, ~ Frankfurt a. M. und derm MKalm. «—ta »et Oe» m*M* UgWWM,«H»» i»«O» Der NachSruck 9er Hrfiftel unfl Correfponöenjen Oes „Israeli!“ if! nur unter genauer Quellenangabe, unö, foroeif es ficfi um größere Rttffltfe hanöelt, nur nadi nurheriger Genehmigung geftaftef an* Die Juden in Oe$terrcid>. Das „Bureau für Statistik der Juden" hat sich u. a. die dankenswerte Aufgabe gestellt, die Verhältnisse der Juden in den wichtigsten Staaten in kurzen Monographien zu behandeln. Wiein Heft 2 der Veröffentlichungen des genannten Vereins die sozialen Verhältniffe der Juden in Rußland behandelt wurden,. so bringt das jetzt erschienene Heft 4 Untersuchungen ühep die Juden in Oesterreich, die unser Interesse umsomehr in Anspruch nehmen müssen, da Oesterreich nach Rußland unter allen Staaten die stärkste jüdische Bevölkerung aufweist. Die Resultate der Untersuchungen sind in 11 Kapiteln niedergelegt, die für die Allgemeinheit selbstverständlich nicht alle ein beanspruchen können. gleichmäßiges Jntereffe Wir haben uns bemüht, nachfolgend das meiste von dem wiederzugeben, was auf allgemeinere Beachtung Anspruch erheben darf. Die Zahl der Juden in Oesterreich belief sich im Jahre 177k auf 2064555 „ „ 1785 „ 281878 „ „ 1830 „ 355695 ‘ „ „ 1850 „ 476423 Diese Zahlen können allerdings auf Genauig' keit keinen Anspruch machen, da die vor Ein-' führung der allgemeinen Wehrpflicht (1880) vorgenommenen Volkszählungen weder vollständig waren, noch bezüglich der Methode den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechen. Bei der letzten Volkszählung, im Jahre 1900, wurden in Oesterreich 1224899 Juden gezählt, die über 41/* °/o der Gesamtbevölkerung ausmachen. Die Verteilung der Juden auf die einzelnen Kronländer ist eine sehr ungleichmäßige. 7s aller österreichischen Juden entfallen auf Galizien, Nieder-Oesterreich (Wien) weist 12,84 X der jüdischen Bevölkerung auf, die Bukowina 7,85 X und Böhmen 7,57 X} alle anderen Kronländer bleiben/unter dem Durchschnitt. Die folgeUhU. Tabelle zeigt die Verteilung tzrr Juden auf die einzelnen Kronländer in abden"' P^ozeNtfätz>^ den Gesamtbevölkerung Kronland. Jüdische Bevölkerung: in absoluten in X der Ge- Zahlen samtbevölkerung 1900 1900 Nieder-Oesterreich Obe - Salzburg Steiermark Kärnthen Krain Triest und Gebiet Görz u. GradtSca Istrien Tirol u. Boralberg Böhmen Mähren Schlesien Galizien Buk.wina Dalmatien 308«' 82 809918 193247 1356058 367344 508949 178672 832338 344173 979878 6318380 24350Ä 680826 7295538 729921 157278 1280 199 2283 212 148 2283 295 285 1125 92745 44255 11988 811371 96150 334 5,07 0,16 0,10 0,17 0,06 0,03 2,77 0,13 0,08 0,11 1,47 1,82 1,76 11,09 13,17 0,06 591597 Bei der ausschlaggebenden Stellung, die Galizien inbezug auf oie Zahl der jüdischen Bevölkerung einnimmt, rechtfertigt es sich, wenn noch einige Ziffern, die dieses Kronland speziell betreffen, hier Platz finden. Mehr als 10000 jüdische Einwohner finden sich in folgenden 8 Städten: Lemberg 43412 Tarnopol 13330 Krakau 25430 PrczcmySl 13319 Kolomea 16417 Tarnow 12484 Stanisiau 13826 Brodh 11854 Städte, in denen die Juden mehr als 50 X der Bevölkerung ausmachen, finden sich 10: Brodh Buczacz Rawa Kalusz Chczanow 72.1 X 57,3 °/o 57.1 X 55.1 % 54.1 % Sanok 52,7 % Zloczow 51,9 X Stanislau 51,3 °/0 G orlice 51,2 °/0 Kolomea 50,8% In dem Kapitel über die -Bevölkerungsbewegung erweisen sich die Zahlen über Eheschließung und Geburten als sehr mangelhaft, weil die große Zahl der nur nach jüdischem Ritus geschloffenen Ehen und die aus diesen Ehen hervorgehenden Kinder von der amtlichen Statistik teils überhaupt nicht erfaßt, teils falsch rubriziert werden. So werden z. B. für Galizien 7« aller Geburten als unehelich angegeben, während faktisch außereheliche Geburten dort kaum Vorkommen dürften. Die Sterblichkeitsziffer ist gegenüber der der christlichen Bevölkerung eine recht günstige,- im Durchschnitt der Jahre 1895/1900 starben, unter je 1000 Christen 26,6 v „ 1000 Juden 19,1. Allerdings weisen die Juden anderer 88nfccr noch Webst güiPhzere Sterblichkeitsziffern unter je 1000 Juden in Preußen „ „ 1000 „ „ Bayern Hierbei dürfte als Ursache neben der Wohlhabenheit dieser Länder auch geringere Geburtszifser in Betrag Ueber die Berufsgliederung der Bevölkerung unterrichtet die nachfolgende 14,29 12,11. größeren noch die kommen, jüdischen TabÄle: Es stnb Berufszugehörige zu Juden Christen Von je ivOO Berufl!- zugebflrtgen dieser Klaffe find Jude« Christen Landu. Forst wt tschaft. . 139.810 13.568.793 10 990 Industrie . . . 351.212 6.649 714 50 950 Handel und Verkehr . . . 535.247 2.067.762 205 794 Oeffentl.Dienst und freie Berufe . 198.442 2.630.884 70 929 im Ganzen 1.224.711 24.917.153 sie zeigt, daß 7* im Handel und Industrie ihren Unterhalt finden. Immerhin ist die Zahl der der Land- und Forstwirtschaft zugehörigen Juden eine weit höhere als in Deutschland. Währenbei uns nur 1,38 X Juden in der Landwirtschaft ihren Erwerb finden, sind es hier beinahe zehnmal so viel, nämlich 11/38 %. Noch weit günstiger gestaltet sich das Verhältnis in Galizien, das vorwiegend Agrarland ist. Berufsklasse Berufstätige tu 7» Juden Christen 17.7 36.4 29.4 0,8 6,0 11.7 44 3,9 86,3 4,2 1,0 0,1 8,0 3,1 1/8 05 Landwirtchaft Industrie Handel und Gewerbe Liberale Berufe Armee und öffentlichen Dienst Lohndienst Rentner rc. Ohne Beruf Wohl widmet sich auch hier mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Juden (55,8 %) dem Handel, Verkehr und -er Industrie, aber es sind daneben doch 17,7 X in der Landwirtschaft beschäftigt. Es ist das ein Prozentsatz, der kaum in einem anderen Lande der Welt erreicht werden dürfte. Wir haben umsomehr Ursache auf diese relativ hohe Beteiligungsziffer hinzuweifen, als die Antisemiten nach wie vor das Märchen von der Abneigung der Juden Pgen die „produktive" Tätigkeit un Allgemeinen uttb gegen die Arbeit innerhalb der Lm^irtschaft tat BeMiderrn vostzwwagen nicht srüdrw^HeG

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