Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 29 (16.7.1908)
- Date
- 1908-07-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Gelte 14. Der Israelit. „Gebe der Himmel, daß Ihre Hoffnung sich verwirkliche" entgegnete der Doktor, indem er den Händedruck erwiderte. Es entstand eine kurze Pause, dann nahm Gotthold die Unterredung wieder auf. „In was beabsichtigen Sie meinen Enkel zu unterrichten, Herr Doktor?" Der Andere fuhr sich mit der Hand über die Stirn. „Das wäre zu überlegen, im Augenblick habe ich noch keinen Plan." „Er hat vor ungefähr vier Jahren in den letzten Tagen seines Vaters Unterricht im Talmud erhalten, aber höchstens vier Wochen. Doch hat er Freude davon gehabt, namentlich da er eschen hat, daß er seinem Vater dadurch Freude ereitet. Wäre es nicht vielleicht richtig damit wieder zu beginnen?" „Mit dem Talmudunterricht beginnen?" wiederholte der Andere den Kopf schüttelnd „ich lege gewiß den größten Wert auf das Talnrudstudium für jeden Juden, doch nach den Mitteilungen der gnädigen Frau bezweifle ich, daß der junge Herr gegenwärtig geneigt wäre, sich damrt zu befassen. Ein Machtspruch Ihrerseits würde vermutlich seine Abneigung zurückdrängen, doch, offen gestanden, ich bin kein Freund von Machtsprüchen nach dieser Richtung hin — Warten Sie, ich habe eine Idee — Ich setze voraus, daß Sie mir in dieser Sache vollständig freie Hand lassen." „Gewiß Herr Doktor, Sie haben vollständig freie Hand." „Und daß der Betreffende es nicht erfährt, daß ich für den Unterricht kein Honorar erhalte — Sie kennen doch das Sprichwort, einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul, dementsprechend werden Gratisleistungen häufig unterschätzt, wofür man nicht zu zahlen braucht, das betrachtet man häufig als nicht der Bezahlung wert. Aber grade weil ich noch sehr jung bin," eine Blutweüe überflutete bei diesen Worten das jugendliche Angesicht des Sprechenden, _ Nr. 2». 16. Juli 1908 „grade darum muß ich dafür sorgen, daß bei meinem Schüler eine derartige Anschauungsweise nicht aufkomme, sie könnte meinem Unterricht wenig förderlich sein." „Seien Sie unbesorgt, Herr Doktor, Edwin wird es ohne Ihre Zustimmung nie erfahren, wie hoch wir uns verpflichten. Was jedoch Ihre in Ihrem Stande ungewöhnliche Jugend betrifft, so gebe ich Ihnen mein Wort, wer mit Ihnen spricht, vergißt daran vollständig. Ich bin doch drei und einhalb mal so alt wie Sie, dennoch beuge ich mich vor Ihrer besseren Einsicht." „Meine sogenannte bessere Einsicht ist nicht weit her" sagte der junge Mann errötend „aber Ihre Versicherung, daß man in der Unterhaltung mit mir an meine Jugend vergißt, die freut mich, dafür bin ich Ihnen dankbar." „Sie wollten uns Ihren Plan in Betreff des Unterrichtes mitteilen —" (Fortsetzung folgt.) Ffir des Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; lnsnesoniiere ist es aisschllessllchSache der Leser, die i» Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zn prüfen. Sanatorium XnseTbnd mit Ottilienqneile d«I Paderborn Medizinalrat Dr. Liedtke. Vorzüglicher K«r- und Erholungsaufenthalt bei Beizn. Hervenleldei, o,,26r* Asthma. -Man verlange Prospekt 81. —- Berlin W.9 Achenb&cbstr. 3. Wollmann’sciies Tödjlerpensional Schulunterricht u. Fortbildungskurse Marie Kutneveky. (88M Rüöesheimer- WIEQDAllEN Rüöesftelmersfrasse 5 IV ludDAlJJull« strasse 5 — Israelitisches Töchter'Pensionat — ••gründet 1874. Geschwister Sobernhelm, Erste Referenzen. Gründliche v* issenschnftliche und hüusliehe Ausbildung. (9990) WIESBADEN Pensionat and hebere Töchterschule woift. von non Zöglinge» gn jeder Zeit. Prospekte «*> «eferenze» d«rch die «orstehert». (4540 Franitat a. M. 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