Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1908)
- Date
- 1908-06-04
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Vrzid^ung und t*zl> PaJ^o^isJ^ fielt Die «irtzcdaMicbe Lage der jidlscben Cebrer. Zwei Broschüren, die sich, mit demselben Gegenstand befassen, liege,, uns zur Bessrrechuna vor: der Vortrag des Herrn Häuptkührer Andorn in Crefeld „Me wirtschast- ~ liche Lage der jüdischen Lehrerschaft im dentz scheu Reiche", gehalten auf dem BerbandstaHr* in Hannover und die vor einigen Tagen erschienene „Denkschrift über die soziale Lage bet israelitischen Lehrer, insbesondere der Religionslehrer und Vorschläge zu deren Besserstellung", herausgegeben von der Verwaltung des bayerischen Lehrervereins. Sie gleichen sich insofern, als sich beide auf eine Fülle stattstischen Materials stützen; in ihrem inneren Werte aber sind sie. grundverschieden, denn während man Die bayerische Denkschrift als ein Muster an Klarheit, Gediegenheit und Sachlichkeit bezeichnen muß, dem man nur e i n ähnliches literarisch^ Produkt der jüngsten Zeit, die von der „Freien Bereinigung" herausgegebenen „Materialien und Ratschläge" an die Seite setzen kann, ist das Gleiche von dem Bortrag leider nicht zu sagen; es fehlt in ihm vor allem an einem klaren, scharf begrenzten Programme zur Besserung der Verhältnisse der jüdischen Lehrer. Dieser und jener Vorschlag wird flüchtig gestreift und nur ein Punkt des gar nicht vorhandenen „Selbsthilfeprogramms" wird etwas ausführlicher behandelt: die Schaffung eines unabhängigen Verbandsorgans, ohne daß aber auch hier nur mit einem Worte angedeutet wäre, wie sich der Referent die Sache eigentlich denkt. Aus diesem Mangel an praktischen durchführbaren Vorschlägen erklärt sich der Mißerfolg des Referats. Sollte dasselbe nämlich irgend eine Bedeutung haben, sollte es etwas mehr sein als eine verbesserte Aussage der Lamentattonen, die man auf den Konferenzen der einzelnen Vereine zur Genüge vernommen hatte, .sollte es insbesondere den aufgebotenen Apparat rechtfertigen — man hatte fast alle jüdischen Verbände und Organisationen feierlichst eingeladen —, so mußte man ihnen klar und bestimmt sagen: „Diese Und diese Hilft erwarten wir von Euch, wollt Ihr Sie lnsten? Diese Mittel müssen aufgebracht werden, um dem dringendsten Bedürfnis Rechnung zu tragen, können wir auf Eure materielle Unterstützung in dieser Höhe rechnen?" Nichts von alle dem; eine praktisch wertlose -Resolution war das Resultat der langen Werhaudlungen. Schon auf dem Berbandstage kam in der Diskussion, tue sich an den Borttag anschloß, Me leise Enttäuschung zum Ausdruck; man war mit gar zu großen Hoffnungen nach Hannover gegangen! Jetzt, wo er gedruckt vorliegt, kommt man auch bei nüchterner Prüftmg zu der Ueberzeugung, daß dort Besseres, Wertvolleres hätte geleistet werden können, wenn man etwas bescheidener gewesen wäre. Nicht den Referenten ttifft der Borwurf, sondern die Verbandsleitung. Der Schwerpunkt der Tätigkeit muß selbstverständlich nach wie vor in den Einzelvereinen liegen und insbesondere alle Bestrebungen zur Hebung der wirtschaftlichen Lage der Lehrer müssen von dort ihren Ausgang nehmen; wer sich in dieser Beziehung auf den Verband verläßt, der ist von vornherein verlassen. Die Verhältnisse liegen ja in den einzelnen deutschen Staaten so grundverschieden, daß man ganz unmöglich zu allgemein gülttgen, für das ganze deutsche Reich passenden Vorschlägen gelangen kann. Kollege Spatz-Rexingen yat vor einiger Zeit in den „Blättern 'für Erz. ’U. Unterr." die Lage und soziale Stellung per jüdischen Reliionslehrer Württembergs als recht befriedigend argestellt; für ihre noch übrig bleibenden Wünsche und Bestrebungen wird man in Norddeutschland kaum Verständnis haben. Die badische „Suppenanstalt" wurde s. Zt. auf der Nürnberger Tagung von einem badischen Kollegen mit begeisterten Worten gepriesen; Man weiß zwar, daß auch in dem „Musterländle" nicht alles Gold ist, was glänzt, die Bemühungen um Besserstellung müssen aber ausschließlich den badischen Lehrern überlassen bleiben. Nur sie können wissen, wo der Hebel anzusetzen ist; jedes ftemde Eingreifen würde störend wirken. Genau so liegt der Fall in den Reichslanden, in Hessen, in Bayern, in den thüringischen Staaten, überall sind die Verhältnisse, die Aussichten auf Besserung anders geartet als in dem Nachbarstaat; hier kann nur der Einzelverein eine ersprießliche Tättgkeit entfalten. Grundverschieden ist ferner auch die Lage der jüdischen Bolksschnllehrer von denen der Religionslehrer. Auch die Ersteren haben noch spezielle Wünsche, besonders die im ehemaligen Kurhessen und in Hannover, deren Erfüllung sie mit aller Macht anstreben, aber sie bilden eine scharf getrennte Gruppe für sich, ihre Schmerzen sind nicht die der Religionslehrer und umgekehrt. Für die Relighmslehrer Preußens fehlte es bisher an einer Gefamtvertretung; ihre Verhältnisse in den alten preußischen Provinzen sind auch ziemlich gleicharttg; diese zu besprechen, und genau nachzuweisen, wacher Mittel es bedqxf, um jenen zu einer einigermaßen erttäglichen Existenz zu verhelfen, die Quellen autzuspüren, aus welcher diese fließen sollen, das wäre eine verdienstvolle Tat gewesen. Statt dessen hat man unter Außerachtlassung eines sehr bekannten txcknmdischen Grundsatzes dem Referenten eine recht umfang-?» reiche und weite Aufgabe gestellt, an der er scheitern mußte. (Schluß folgt.) Zur CebrerbildungsTrage. (Schluß). In dem Nachruf auf den verdienstvollen Leiter der Höchberger Präparandenschule, den Hauptlehrer Nathan Eschwege V'Xf, wurde davon ihm verfaßte Merkchen rVTirr m rühmlichst erwähnt. Wir können uns diesem günstigen Urteil umsomehr anschließen, da es u. W. das einzige methodisch gearbeitete und für unsere Verhältnisse vollständig geeignete Lehrmittel ist, das den Versuch unternimmt, die Einführung in das rabbinische Schrifttum zu erleichtern. Für jeden fremdsprachigen Klassiker gibt es eine Anzahl von Hilfsmitteln, die dem Schüler das Eindringen in den Inhalt und den Geist der Sprache ungemein erleichtern; unsere Schulausgaben der Werke französischer und englicher Schriftsteller versuchen es, jede sprachliche und inhaltliche Schwierigkeit zu beseitigen, um deren Lektüre leicht, angenehm und interessant zu machen und wir westeuropäischen Juden, die wir so stolz auf unser methodisches Wissen sind, gehen meistens ohne jede genügende Vorbereitung an das Studium der rabbinischen Literatur, verschmähen stolz jedes Hilfsmittel, das den Schülern ihre Aufgabe erleichtern könnte, lehren nach der Methode der alten Zeit, die ihre Berechtigung nur für ganz anders geartete Verhältnisse hatte, kämpfen gegen die etwaige Unlust der Schüler mit ganz veralteten Waffen und unterstützen so wenig die Verfasser von Lehrbüchern, die eine Bresche in den alten Schlendrian legen wollen. Nur ganz vereinzelt wird der "p"HDn, diese methodisch geordnete Auswahl leichter Stücke aus der *023, benutzt. Diese geringe Beachtung läßt sich .immerhin noch rechtfertigen, denn man kann in jeder eine selbständige Auswahl der für den Anfang geeigneten Piecen vornehmen, obwohl es in der Regel bei dem in einem Jahre durchgenommeneu Pensum heißt: von rp .. . bis . . . pp. Aber ein anderes sehr beachtenswertes Werk, der von Rabbiner Lederer in Gablonz herausgegebene Vaa bv rmD^n, Lehrbuch zum Selbstunterricht, dessen zweiter Teil von dem unvergeßlichen Mäcen Selig Goldschmidt V'T pekuniär unterftüßt wurde, hat, wie es scheint, keines Schulleiters Anfmerksamkeit auf sich gezogen und wird, wtt befürchten se ein interessanter Versuch bleiben, wie so vieles andere. So wird jeder Fortschritt auf diesem Gebiete verhindert, denn wenn Lehrbücher niM über die erste Auflage hinauskommen, fo ist das Pvür noch lange kein Beweis, daß sie schleP au wc ha un mi „L Ge gv an ge» vo S, thc vo Z« un ist A, die Bei W eri wc zu Ei wc d S> Ar Ar wc Boi kai wr Ol B M ve G. mc wi ha .iv sch da die fet die Ge Le rer Ft -u „E an sch hei nie ‘SfeCA,