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Der Israelit · 1908-06-04 · Heft 23 (4.6.1908) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 23 (4.6.1908)
Date
1908-06-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Bi Ceitralorfaa firias »rftrtRe JucBfifl 49. Jahrgang. __„_. m „„ 4. Juni 1908. &SI Sranhfurf a.M.. den 5 siroan gßßg M 23. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag, «bomremeuts: Gewöhnliche AnSgade Mk. ILO vierteljährlich, HeftauSgabe auf Kunstdruckpapier ML 3.— vierteljährlich. (Auslandspreise für die gewöhnliche Ausgabe: OeSerreich»Ungarn 8 Kr., RMand 1 Bno., England 8 sh., Amerika 60 cts., Niederlande 1,20 fl.) Abonnements bei allen Postanstalten. Buchhandlungen, sowie direkt bei der ßftpedition, HeftauSgabe nur direkt. Inserater 30 Pfennig für die sechsgespaltene Colonel-Zeile; Rabatt nach Tarif. Jnseratenannahme nur durch inHaaseustein u. Bögler 8L-G. Skonto bei der «. K. Poftspbrkafie «Sie» Ro. VS605. Frankfurt a. M. und deren Filialen. Skonto bei der Rigaer Skommerzbank in Riga Skonto Lei dem St* Postsparkassenamt Budapest Ro. 18484. ___und deren Filialen in DwinSk, Libau, BialtzstoL Reval und Lodz Her Nachdruck Ser Hrtihel und Correfpondenjen des „Israelit“ iff nur unter genauer Quellenangabe, und, foroeit es fleh um gröbere fluffäfee bandelt, nur nach porheriger Genehmigung gebattet Samson Raphael Birsch* Jubiläums-ITummer. Die zu Ehren des hundertsten Geburtstags Samson Hlaptzaet Kirsch's V'XT zu veröffentlichende Sondernummer des „Israelit“ gelangt am Montag, den 22. Juni zur Ausgabe. .Das in elegantem steifem Umschläge broschierte Heft wird etwa vierzig bis fünfzig Seiten in Israelit-Format auf feinstem Kunstdruckpapier umfassen, zahlreiche Aufsätze, Gedichte, ungedruckte Briefe und Dokumente enthalten und illustrativ reich ausgeftattet sein. Der Preis der Nummer ist unter Berücksichtigung der sehr bedeutenden Selbstkosten wie folgt normiert: Bel VorausbefMung für Abonnenten des Israelit broschierte Exemplare . . . . . Mk. 1.20 gebundene Exemplare (in seinem Ganzleinwandband) ..„ 2.20 Der Subskribtionspreis erlischt am 22. Juni, für das überseeische Ausland am 6. Juli, und es tritt alsdann ausnahmslos der Verkaufspreis von Mk. 2.50 für das broschierte Exemplar „ 3.50 für das gebundene Exemplar in Kraft. Die Versendung erfolgt innerhalb Deutschlands und Oesterreich-Ungarns Postftei, ins Ausland unter Berechnung der 20 Pfg. übersteigenden Postgebühr. Behufs Bemessung der Austage wären wir für die baldige Uebermittlung der beabsichtigten Bestellungen mter Benutzung der dieser Nummer beigefügteu Karte dankbar. Vorlag Äes IsraalU, Q. m. b. Jk. Zeit und Ort der Gesetzgebung. Es ist merkwürdig, das seit undenklichen Zeiten eine Meinungsverschiedenheit über die Zeit, den Tag bestehen kann, an dem sich Gott seinem Volke am Sinai zur Mitteilung seines Gesetzes offenbarte. Das Gesetz selbst befindet sich in unseren Händen, über hunderte, tausende seiner einzelnen Bestimmungen hält die treue Ueberlieferung eines ganzen Volkes gewissenhaft Wacht, um sie unverändert den folgenden Geschlechtern vererben zu können. Aber die genaue Kenntnis des Tages selber ist ihr entschwunden, an dem sich das wichtigste Ereignis der jüdischen und der gesamten Menschengeschichte vollzog, an dem der Himmel die Erde küßte und Gott der Menschheit sein Gesetz verkündete. Die ältesten Träger unserer Ueberlieferung gehen darüber auseinander ob die Sinai-Offenbarung am 6. oder am 7. Siwan nach dem Auszug aus Mizrajim erfolgte, wie diese Eontroverse im Talmud (Sabbat fol. 86. 87.) ausführlich dargestellt wird. In unserer Zeit der Jubiläen und Festfeiern aller Art, die das Datum jedes nur irgendwie bedeutsamen Geschehnisses sorgfältig notirt und festhält mag man es noch auffallender finden, daß die Erklärer des Talmud durch die Jahrhunderte sich in die Tatsache dieser Eontroverse und ihre Begründung der sich gegenüber stehenden Ansichten vertiefen, ohne an dieser Verschiedenheit selbst irgendwie Anstoß zu nehmen. Diese merkwürdige Eigentümlichkeit wird nur durch eine einzige andere noch übertroffen, daß nämlich dieselbe Ungewißheit hinsichtlich der Zeit auch betreffs des Ortes der Sinai-Offenbarung besteht. Daß am Sinai Gott zu seinem Volke gesprochen, steht fest, aber wir wissen heute nicht mehr, welcher, unter den vielen hier in Betracht kommenden Bergen derjenige ist, zu dem Moscheh empor stieg und auf den sich Gottes Herrlichkeit herniederließ. Der Berg Sinai ist eine fast zwei Meilen lange Bergmasse. Er ist am nördlichen Ende ungefähr eine halbe Meile breit und am südlichen eine Meile. Die Araber identificiren den Sinai mit dem Jebel Musa. Reisende, welche die Gegend bis auf die jüngste Zeit ausgesucht haben, bezweifeln die Richtigkeit dieser Annahme. Rüppel sagt: „Die wilden, schroffen Felsen des Sectal und die einsame Lage dieses Berges ist weit merkwürdiger und großartiger als irgend eine awfapff itt ■ MwMm und er Pilgerfahrten. Ebers teilt diese Ansicht und setzt sich über den Umstand, daß die ganze Gegend nicht den topographischen Angaben der Thora im 2. Buch entspricht, leicht durch die Bemerkung hinweg, die letzteren seien „eine spätere dichterische Schilderung des großen Schauspiels auf dem Sinai." „Wir müssen uns zufrieden geben", führt er fort, „wenn wir an dieser.Stelle .... einen majestätischen Berg seine Spitzen kühn erman heben sehen, und wenn wir finden, daß eme große Menge von Wanderern sich derartig unter ihm legen konnte, daß sie die heilige Höhe zu erblicken vermochte." Beide Annahmen weist Urquhart als unmöglich zurück und erklärt den Ras Suftafeh als den richtigen Sinai, einer Ansicht der sich auch Tischendorf anschließt. Alle diese Angaben beruhen auf beschwerlichen Untersuchungen an Ort nnd Stelle mit Berücksichtigung der Schilderungen, welche die Thora von der Lage des Sinai nnd seiner Umgebung giebt. Es ist ungemein schwierig sie aus der Ferne nachzuprüfen und sich für die eine oder andere Oertlichkeit zu entscheiden. Für nnseren Zweck genügten die hier kurz mitgeteilten Forschungsresultate um festzustellen, daß der Ort so wenig wie der Tag der Sinai-Offenbarung uns mit Sicherheit bekannt ist. Je erstaunlicher dieser Umstand gerade bei einem weltgeschichtlichen Ereignis ersten Ranges erscheint, wie es eben die Offenbarung Gottes an die Menschheit ist, um so unabweisbarer legt er die Erwägung nahe, ob diese Unkenntnis nicht etwa selber zu den Mitteln zählt, welche die Eigenart der Thora, ihre Erhaltung, Verbreitung und richtige Würdigung zu sichern bestimmt find. Seitdem der Vater der Menschheit sein ewiges Wort schwachen, sterblichen Händen anvertraut hat, seitdem hat sich menschuche Weisheit und Torheit, haben sich Leichtsinn und Trotz, sinnlicher Verstand, Leidenschaft gegen dieses Gottesgesetz erhoben, um ihm die Herrschaft über die Geister und Gemüter und seine Berwirklchung durch die freie Menschentat streittg zu machen. Der Unwille über die Schranken, die es der Willkür, dem Eigennutz, der Sinnlichkeit und Lebensgemächlichkeit zieht, hat die davon Betroffenen zusammengeführt, um es zu reformieren, abrogieren und zunächst es zu kritisieren, hat eine ganz neue Religion, die Reform, und eine ganz neue Wissenschaft, die Bibelkritik, geschaffen. Die junge Wissenschaft sollte der noch jüngeren ModerEWM «e Waffen str den Kampf gegen d«

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