Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1908)
- Date
- 1908-03-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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12. März 1906. Der JSraeUt. Gette 18. Nr. 11. Empfang des neuen Eigentümmers mit Laub¬ und Blumengewinden verziert, doch es war Malerei. „Prachtvoll! wunderbar!" rief Malwine einmal über das andere, „Papa, du hast dich selbst übertroffen. Und das alles für den kleinen Kerl!" „Alles für den kleinen Kerl. Aber lastet, uns weiter gehen, die Zimmer in Augenschein nehmen." Noch am selben Tage sandte Malwine einen Haufen Karten an die chr Näherstehenden und forderte sie auf, sie heimzusuchen in ihrem Juskulum, wie sie sich ausdrückte und mit ihr die Generosität ihres Vaters zu bewundern, denn, wenn die Billa auch Eigentum ihres Sohnes war der Welt gegenüber wollte sie doch stolzieren mit all dem Schönen und dem Herrlichen, womit ihr Vater sie überrascht hatte. Sie ließen sich nicht lange bitten die guten Freunde und Bekannte, kein Tag verging, der nicht Gäste zur Billa Edwin brachte, denn man wußte sich dort immer willkommen und war immer sicher gute Gesellschaft dort zu treffen. Es war dort auch für alles aufs Beste gesorgt, nicht nur für Esten und Trinken, sondern auch für die Unterhaltung. Lawn Tennisplätze - im Walde, eine Kegelbahn an der Seite des Parks und ein elegantes Billardzimmer in der ersten Etage. Nur das Bibliothekzimmer erinnerte an den jugendlichen Eigentümer, denn während drei Viertel der Regale noch leer waren, war das eine Viertel ausschließlich mit Jugendschriften, mit Schriften für die reifere Jugend gefüllt. Irma kam auch öfters hinaus und die beiden Großväter an jedem Sonntag, gewöhnlich begleitet von Edwin's Kameraden, Fritz und Max Werner. Malwine hatte sehr bald erkannt, daß sie daß Trauerjahr, in dem sie sich doch an öffentlichen Vergnügungen nicht beteiligen konnte, nirgends angenehmer hätte verbringen können, als auf Walohof. Und auch Edwins Rekonvaleseenz machte ihn hier, namentlich durch die Anwesenheit ihrer kleinen Schwägerin, nicht die geringste Unbequemlichkeit. Waren Fremde in der Billa und das war doch fast täglich, so sah sie ihn außer zum Esten, während des ganzen Tages fast nie. Des morgens gleich nach dem Frühstück, schob der alte Jean den Rekonvalescenten, begleitet von seiner jugendlichen Tante, hinaus in den Wald, dort unterhielten sie sich mit den verschiedenen Spielen, die sie mitgenommen hatten oder Clementine las ihrem Neffen aus einem Buche aus seiner Büchersammlung vor und sie besprachen die interessanten Reisebeschreibuugen etc. und sie machten in Gedanken die größten Reisen, oft um die ganze Welt- oder Clementine pflückte Blumen und Waldbeeren und der alte Jean lehrte Edwin Körbchen pflechten aus all den verschiedenen Pflanzenteilen, die sie im Walde gefunden, und wenn dann die Großeltern kamen, beschenkten sie sie mit Körbchen voll Erdbeeren, die Edwin gepflochten und Clementine gefüllt hatte. Zur Mittagszeit kamen sie nach Hause und hatten durch den beständigen Aufenthalt im Freien eineu ganz besonders regen Appetit und gleich nach dem Dessert ging es wieder hinaus in den Wald, wo sie bis zum Äbendbrod blieben, während ihnen das Besperbrod hinaus in den Wald geschickt wurde. Mit Hilfe des treuen Jahn und seiner zärtlich für ihn sorgenden Tante, machte Edwin auch täglich Versuche, wieder Herr seiner Füße zu werden und schon bei dem ersten Besuche seiner Großväter, konnte er denselben einige Schritte entgegengehen. Von Tag zu Tag machte er Fortschritte, nach wenigen Wochen konnte er, wie der Sanitätsrat vorausgesagt hatte, den Rollseffel iu die Rumpelkammer werfen und wie er behauptete, mit seiner leichfüßigen Tante einen Wettlauf unternehmen. Das ward ihm jedoch von allen Seiten untersagt, seine Mutter bestand sogar darauf, daß der Bediente mit dem Rollseffel ihn überall begleiten mußte. (Fortsetzung folgt.) Für de» Reklame«teil ist die Redaktion nicht verant» wörtlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene» Empfehlungen ritueller Ware« oder sonstige «»gäbe» religiousgesetzltche« Charakters ans ihre ZnverlSsfigkeit zu prüfe». ' Junge, was willst du haben? Bonbons oder Fays ächte Sodener Mineral- Pastillen? Werner antwortet: Bonbons und Fahs ächte Sodener. Aber der Onkel lacht: Nein, das geht nich', entweder Fays ächte Sodener ober Süßigkeiten. Nun entscheidet der Kleine: Da will ich lieber nur Fahs ächte Sodener. In meiner Klaffe nehmen alle Iungens Fays ächte Sodener mit in die Schule — die will ich auch haben. Und der Lehrer meint, das sei sehr vernünftig und deshalb war auch nie einer aus der Klaffe krank. — Fiys ächte Sodener kosten 85 Pfg. die Schachtel und find in jeder Apotheke, Drog. oder Mineralwafferhandlung zu haben yo 4 Landeshuter t Leinen, und Gebild-Weberei F. V. Grünfeld Königl., Orossherzogl. o. 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