Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 10 (5.3.1908)
- Date
- 1908-03-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der JSraelit. WWWWWWWMS Seite 18. Nr. 10. WWWWW^MW? s. fffiürz 1808. „Hurra!" rief dieser und fhrwenkte sein Taschentuch hoch in der Luft. „Und der Papa hat gesagt", wandte sich Clementine an ihre Schwägerin, „daß erzwischen heute und morgen das Nähere mit dir besprechen wird." „Ist nicht notwendig," entgegnete Malwine, den Kopf zurückwerfend,- „ich weiß schon allein, was ich zu tun habe." Ihr Vater warf ihr einen mißbilligenden Blick zu, dann nahm er seinen Hut und begab sich hinüber zu dem Vormund seines Enkels, um angeblich im Namen seiner Tochter, dessen Zustimmung zu Edwins mehrwöchentlichem Aufenthalt in Waldhof einzuholen und zu hören, was Gotthold noch besprechen wollte, denn es lag ihm sehr daran, das bisherige guie Einvernehmen aufrecht zu halten. Dazu war es aber vor allem notwendig, daß von Seiten seiner Tochter gegenüber ihrem Schwiegervater der Anstand nicht verletzt werde. „Ich muß Ihnen auch noch im Namen meines Mündels meinen verbindlichsten Dank aussprechen sür das in Wirklichkeit großartige Geschenk, das Sie ihm gemacht haben," sagte Gotthold, die Hand des andern drückend. „Der Junge ist zwar noch nicht imstande, den Wert desselben zu ermessen, aber Augen wird er doch gemacht haben." „Das hat er," versetzte Schröder vergnügt lachend, „Sie hätten ihn sehen sollen, für einen Moment ist er in Wirklichkeit rot geworden, ich habe gar nicht geglaubt, daß er noch so viel Blut in sich hat." „Na, dazu bedarf es doch nicht gar so viel. Aller der Sanitätsrat verspricht sich viel yon dem Aufenthalt draußen in der unmittelbaren Nähe des Nadelwaldes." „Die Luft dort hat in der Tat eine seltene Würze, und außerdem schmeichle ich mir mit der Hoffnung, daß das Bewußtsein auf eigenem Grund lind Boden zu sein, den harzigen Duft der eigenen Waldungen einzuatmen, die gute Wirkung noch erhöhen wird." „Sie mögen Recht haben, jedenfalls »vollen tvir es hoffen." „Und wissen Sie, was ich noch hoffe'? Daß er dadurch nicht nur Freude an dem Leben auf dem Lande finden wird, sondern daß auch die Lust zur Landwirtschaft iit ihm erwachen möge." „Sie wünschen, daß er Landwirt werde und das prächtige gut persönlich bewirtschafte?" „Das wünsche ich allerdings, hauptsächlich aus diesem Grunde habe ich es ihm geschenkt. Ich halte unseren lieben Jungen nämlich »licht für sehr kräftig, möchte ihn lveder der dauernden Anstrengung eines erlisten Studiums aussetzen, noch den Aufregungen des Geschäftslebens. Meiner Ansicht nach sollte er sich eine tüchtige allgc meine Bildung aneignen, wozu ich iu Ihrem Sinne auch dasjenige rechne, womit sich sein Vater in den Abendstunden so gern beschäftigt bat. Dann aber sollte er eine gute landwirtschaftliche Schule besuchen. Wären Sie damit nicht einverstanden?" „Gewiß wäre ich damit einverstanden, und zwar nach jeder Richtung hin. Lassen Sie ihn nur erst wieder gesund und frisch werden, dann wollen »vir überlegen, was wir mit ihm anfangen. Sie scheinen mit seineln Besuche des Gymnasiums nicht einverstanden?" „Nein, gewiß nicht, die Zeit, die er mit den alten Sprachen verbringt, könnte er besser anwenden." „Vielleicht haben Sie Recht, vor Beginn des nächsten Semesters müssen wir darüber ins Klare kommen. Also wann gehts hinaus zu der Villa Edwin?" „Ich denke Anfang nächster Woche. Doch ich werde erwartet, auf Wiedersehen!" Er wechselte verbindliche Grüße mit beit Zurückbleibenden und verließ das Zimmer. „Doch ein eigentümliches Geschenk an ein zwölfjähriges Kind," sagte Irma, „ein Landgut." „Und was für Eines! Waldhof gehört zu den reichsten Gütern der Gegend." „Ich. finde es geradezu lächerlich, ein Kind derart zu beschenken." „Möglich, daß manche darüber lachen werden, lächerlich finde ich cs jedoch durchaus nicht. Schröder weiß genau, was er tut. Einerseits gefällt mir sein Plan, aus Edwin einen Landwirt zu machen sehr, und halte ich es gar nicht für unwahrscheinlich, daß durch das Bewußtsein, Gutsbesitzer zu sein, die Lust zur Landwirtschaft in ihm erwachen wird, und das ist ja, wie Schröder sagt, der Hauptzweck seines Geschenkes. Er hat aber, wie ich mit Bestimmtheit glaube, noch Anderes im Auge. Waldhof bildet einen nicht unbeträchtlichen Bestandteil seines Vermögens, den er für alle Fälle, dem Sohne feines voll ihm so hochgeschätzten Schwiegersohnes sichern will." „Wie? Du meinst? " „Ich meine, daß er es nicht für unmöglich hält, daß seine Tochter, die jetzt vollständig unabhängig von ihn» ist, ihm einmal einen andern Schwiegersohn zuführen könnte, der ihm nicht genehm. Die Schenkung an Edwin soll, wenig-? stens meiner Ansicht nach, nicht nur diesem das Gut sichern, sondern auch für seine Tochter ein Warnungszeichen sein. Ob es nützen wird?" er zuckte die Achseln, „wer kann das lvissen." (Fortsetzung folgt.) lamilienvachücht«. (Unseren Abonnenten steht diese Rubrik kostenlos zur Set« fügung. Nichtabonnentm haben für die Aufnahme jeder Notiz eine Gebühr von 1 Mk.. die gleichzeitig einzusenden ist, zu entrichten. Die Sendungen wüsten immer spätestens am Mittwoch. Bormittag vor dem Erscheinen der jeweiligen Nummer in unseren Händen sein). Verlobte: Helene Dannebaum, Abraham Dänemark, Wien, Budapest. Geburten: Einen Sohn: Rüben Lange. (Abrahams) Frankfurt a. M. — Rabb. Dr.Wolf,(Auerbach) Töln. — Dr. med. Ed. Biberfeld (Deutschländer) Berlin. — Oberrabb. Hirsch (Wormser), Zwolle (Holland). Sabbat-Anfang u. Ausgang. Tlp£ ORT: Anfang Datum Ausgang UhrlMin. 1908 5768 UdrlMt». 7.März 4. Adar. fffeniM a M 5 50 7 — Berlin .... — — 6 35 München . . . 5 45 6 45 Stratzburg . 6 — 6 55 Stuttgart. . . 5 45 6 53 Polen . . . — 6 45 Nürnberg . . — . — 6 46 Hamburg. . . — — 6 55 Prag. — — 6 35 Für de» Reklamenteil ist die Nedaktio» nicht verantwortlich; insbesondere ist eS ansfchliestlich Sache der Leser, die im Reklametetl enthaltenen Gmpfehümgen ritueller Ware« »der «»ästige Angabe» reliaionsaefevltche« Charakters auf ihre Znverläsfigkeit p prüfe». Sogar meinen Stammtisch hatt’ ich aufgegeben, weil das R üchen und die Tabaksluft mir nicht bekam. Husten, Verschleimung, Sod brennen — das waren so die Folgen. Aber wenn man sonst nichts hat und man soll auch noch den Stammtisch entbehren — das ist auch kein Leben. Und da hat der Förster mir denn einmal eine Schachtel Fays achte Sodener Mineral-Pastillen gegeben und ich hab' ne versucht. Na und jetzt: Sie sehn, wie meine Pfeife mir schmeckt und das Bier, und ich bin Drogerie und Mtneralwasserhandlung. Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; lnsoesennere ist es ansschUessüchSache der Leser, die hn Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen rltneller Waren oder sonst geAngtben reUgloasgesetzllehen Charakters anf Ihre Zuverlässigkeit zn prüfen. „Worrings“ Znschneide-Lehranstalt 1. Ranges Frankfurt a. Main jetzt: Unlerweg 2 Ecke Eschenheimer Anlage Tramb.-Haltest Petersthor. Eig. Damen »Mode-Journale. Zuschneide - Lehrbücher» ModellhauS, Kleiderbüst., Schnittmuster» Beginn neuer Curse täglich. Mäßiges Honorar. Prospekte, Lehrpläne gratis. (9652) Prlvat-AusMeftenl als Spezialität discret, exakt, billig erteilt die flukMfttifirlilii . «irtrct«|s - fieiiltsciift I m. b. 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